Ehrenamtliche Helfer packten beim Bau eines Schutzzauns für die Kröten an. Foto: Nabu Foto: Schwarzwälder Bote

Tiere: Naturschutzbund erichtet mit Helfern wieder Schutzzäune / Eimer werden zweimal am Tag geleert

Freudenstadt. Wenn Kröten im Liebesrausch zu ihren Laichgewässern ziehen, sind Straßen oft eine tödliche Gefahr, daher werden jedes Jahr vielerorts Schutzzäune aufgestellt – so wie jetzt bei einer Aktion des Naturschutzbunds (Nabu) Freudenstadt.

Die Temperaturen steigen und immer mehr Kröten bekommen Frühlingsgefühle. Doch der Trieb der Tiere ist auch ihr Verhängnis. Nach Beobachtung des Naturschutzbunds haben bereits viele Kröten die Straßen gewechselt und sind dabei überfahren worden. Die Laichwanderungen haben dieses Jahr mindestens drei Wochen früher begonnen, als in den vergangenen Jahren, was sicher auch auf den Klimawandel zurückzuführen sei, so der Nabu. Da das Bundesnaturschutzgesetz alle Krötenarten in Deutschland unter besonderen Naturschutz gestellt hat, wurde vom Nabu Freudenstadt auch in diesem Jahr – nach Absprache mit den zuständigen Behörden – ein etwa 200 Meter langer Krötenschutzzaun in Mitteltal errichtet. In der Regel bestehen Krötenzäune aus Kunststofffolie, die in regelmäßigen Abständen mit eingegrabenen Eimern versehen sind. Diese müssen in Abständen von wenigen Stunden auf der gegenüberliegenden Straßenseite entleert werden, da die Menge der aufgefangenen Tiere nicht zu hoch werden darf.

Alle Generationen arbeiten zusammen

Der Zaun hindert die Tiere am Überqueren der Straße. Sie wandern an der Sperre entlang auf der Suche nach einem Durchgang, fallen dann in einen Eimer und können so weiter transportiert werden. Breite Unterstützung fand die Aktion auch in diesem Jahr. Es trafen sich nicht nur der Vorstand des NABU Freudenstadt, sondern auch Mitglieder und tatkräftige Kinder bei strömendem Regen. "Dies ist ein tolles Projekt für Groß und Klein", meinte Vorsitzender Peter Kappel. "Wenn bei solch einem Wetter alle Generationen zusammenkommen und etwas Gutes für die Natur und Umwelt tun, geht mir das Herz auf."

Zehn Naturschützer halfen mit, die Kröten zu retten. Es mache einfach Spaß, wenn bei Projekten auch tatkräftige Unterstützer vorbeikommen, so Kappel. Jetzt werden in zwei Schichten morgens und abends die Eimer geleert. Das bedeute einen engagierten Einsatz von Ehrenamtlichen, Wer in seiner Umgebung oder auf dem Arbeitsweg ungeschützte Amphibienwanderungen bemerkt, kann diese der zuständigen unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt Freudenstadt) oder direkt dem Nabu Freudenstadt unter www.nabu-freudenstadt.de melden.

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