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Freudenstadt "Ich bin gegen Atomkraft"

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Mit Atomfässern, Bannern und Plakaten protestierten die Bürger auf dem Freudenstädter Marktplatz gegen Atomkraftwerke und gedachten der vielen Toten in Japan. Foto: Altendorf-Jehle

Freudenstadt - Die Angst wächst und mit ihr der Kreis derer, die sich an der Hand halten und sich, wie Walter Trefz es bei der zweiten Montags-Mahnwache auf dem Marktplatz formulierte, gegenseitig Energie liefern, für den Kampf gegen die Atomkraft.

"Atomausstieg jetzt – Fukushima ist überall." So lautete die Botschaft. Waren es beim ersten Treffen 130 Bürger, so kamen am Montag 190. Unter ihnen Johanna Petzel (16): "Ich bin gegen Atomkraft und finde es wichtig, dass wir alle ein Zeichen setzen." Neben ihr steht Sadik Varol (56): "Wir müssen lernen, ohne Atomkraft zu leben."

Er ist gespannt, ob die Regierung ihr Wort hält oder das Moratorium nur Wahltaktik ist. Auf dem Marktplatz werden mahnende Banner und Plakate hochgehalten. Gelbe Fässer mit dem Zeichen für Radioaktivität sind aufgestellt, dahinter Menschen  in weißen Kitteln. Die Menschen bilden einen großen Kreis und singen gemeinsam: "Leistet Widerstand – gegen die Atomlobby hier im Land."

"Noch nie in meinem Leben protestiert"

"Ich habe noch nie in meinem Leben protestiert. Doch jetzt reicht es. Wir müssen unsere Erde schützen", sagt Inge Weidenbach (70). Auch Gerhard Blum (74) meint, dass sich "jetzt endlich etwas ändern muss". Das menschliche Leid in Japan hat ihn sehr betroffen gemacht.  Genau wie Lisa Winkler (17): "An Japan sieht man doch, wie schädlich Atomkraft ist. Die Politiker können davor nicht mehr die Augen verschließen."

"Fukushima ist zum Sinnbild der katastrophalen Überheblichkeit des Menschen geworden." Pfarrer Frank Ritthaler redet bei der Mahnwache zu den Menschen, spricht ihnen aus der Seele.  "Fukushima steht für menschliche Selbstüberschätzung, die davon ausgeht, das tödliche Risiko könne kontrolliert werden." Das Vertrauen in die Technik sei zu einer tödlichen Falle geworden, denn ein Atomkraftwerk sei unbeherrschbar, die Abfälle könnten nicht sicher gelagert werden. Beim Uranabbau würden riesige Areale radioaktiv verseucht und die Lebensgrundlagen vieler Menschen zerstört.  Ritthaler: "Atomtechnologie ist unverantwortlich und menschenfeindlich."

Man will sich nun jeden Montag treffen, bis es zur Wende in der Energiepolitik kommt. Dabei hoffen viele, dass sich noch mehr Menschen  einfinden,  so dass es vielleicht zu einer Menschenkette rund um Deutschlands größten Marktplatz reicht. Kübra Dagistan (20) würde das freuen: "Ich bin hier, weil ich jetzt und hier etwas für unserer Zukunft tun möchte. Ich möchte auch einmal Kinder haben und die sollen angstfrei und ohne Bedrohung aufwachsen können." 

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