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Freudenstadt Holzbau kann    Energie-Plus erreichen    

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Foto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Bei einer Veranstaltung in der neu gebauten Industriehalle des Unternehmens Lizergy zeigte sich einmal mehr, dass großes Interesse an der Holzbauweise besteht. Referenten erklärten, welche Vorteile das Bauen mit Holz mit sich bringt.

Freudenstadt. Im Gewerbegebiet Sulzhau steht das neue Firmengebäude des Unternehmens Lizergy. Dabei handelt es sich um eine Industriehalle mit Büroräumen. "Wir sind vor eineinhalb Wochen eingezogen", sagte Geschäftsführer Simon Hänel.

Die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald sah darin die Gelegenheit, die Fachveranstaltung "Industriehalle in Holz: Plus-Energie" im Rahmen des Projektes Regio-Holz zu veranstalten. Mehr als 50 Interessierte, vornehmlich Architekten und Holzbauer, folgten der Einladung.

Die Referenten zeigten die Vorteile des Holzbaus mit dem Fokus auf "Plus-Energie". Das langfristige Ziel eines Energie-Plus-Gebäudes sei es, mehr Energie zu produzieren, als zu verbrauchen.

Stefan Niesner, freier Architekt in Freudenstadt, zeigte anhand von Entwürfen, wie man dieses Ziel erreichen kann. Ein Eisspeicher, mit Paraffin gefüllte Speicher zum Heizen und zum Kühlen, sowie Photovoltaikanlagen seien dabei wesentliche Elemente. Sein Projekt "Phönix" aus dem Jahr 2012 – ein Wohngebäude in Freudenstadt – habe das Ziel erreicht. 2019 habe das Gebäude ein Plus von 35 Kilowattstunden verzeichnet.

"Das ist nicht viel, aber immerhin ein Plus", unterstrich Niesner. Hinzu komme, dass die relevanten Module mittlerweile um 50 Prozent wirksamer und billiger seien.

Beim Blick auf das neue Firmengebäude des Unternehmens Lizergy fällt direkt der hölzerne Bau auf. Was man nicht sieht, ist das Dach, das fast komplett mit Photovoltaik-Anlagen bedeckt ist. Hänel zeigte dieses anhand verschiedener Bilder.

560 000 Kilowattstunden für Bau benötigt

Zum Energieverbrauch des neuen Gebäudes präsentierte der Geschäftsführer einige Eckpunkte. Nach etwa 30 Jahren soll das Energie-Plus-Ziel erreicht sein. Mit eingeplant ist dabei auch die sogenannte graue Energie – also die 560 000 Kilowattstunden, die für den Bau des Gebäudes benötigt wurden.

Auch die geplante Umstellung auf E-Autos wurde laut Hänel berücksichtigt. Über das Wochenende würden diese nicht genutzt werden und könnten somit langsam und mit Sonnenstrom aufgeladen werden.

Wirtschaftlich würden die jährlichen Einsparungen bei etwa 14 500 Euro liegen. Den Kostenmehraufwand würde man somit "nach 13,8 Jahren wieder einholen", so Hänel.

Der Zimmermeister und Geschäftsführer der Loßburger Firma Holzbau Zinser, Claus Schwab, präsentierte Daten zur neuen Industriehalle. Etwa 140 Kubikmeter Holz seien für die Erstellung verwendet worden. "Der große Vorteil des Holzbaus ist die Vorfertigung", so Schwab. Dadurch sei die Montagezeit kurz. Bei den Büroräumen dauerte es eine, und bei der Halle zwei Wochen, bis der Rohbau stand.

Elemente werden wie "Lego" aufgebaut

Beim Holzbau gebe es keine Austrocknungszeiten. Die vorgefertigten Elemente können "wie Lego" schnell aufgebaut werden, erklärte Lars Schäfer, Projektleiter bei der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Ökologie und Nachhaltigkeit seien ebenfalls wesentliche Faktoren. Beim eventuellen Zurückbauen gebe es in puncto Entsorgung "keine Probleme". Auch finde das Holz der Bäume, die für das Gewerbegebiet weichen mussten, direkt wieder Verwendung. Zudem wies er auf die Holzbau-Offensive hin. Die Landesregierung fördere das klimafreundliche Bauen mit Holz.

"Bisher war jede unserer Veranstaltungen ausgebucht. Es besteht ein Riesen-Interesse vom Fachpublikum. Das ist natürlich genial", sagte Schäfer erfreut.

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