Schirmherr OB Julian Osswald, Uwe Braun von der Kreissparkasse, Schulleiter Dieter Eber– hardt, Johann Denk und Georg Rodenbach von SOS Kinderdörfer weltweit und Lehrer Jörg Reiser (von links) Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder-Bote

Lastwagen mit Aufbau fürs Kinderdorf

Von Petra Haubold Freudenstadt. Eine positive Bilanz der Aktion "Hilfe für Haiti" zogen die Verantwortlichen bei einer Informationsveranstaltung in der Kreissparkasse Freudenstadt.

Aufgerüttelt durch die Bilder der Zerstörung aus Haiti hatte die Kepler-Werkrealschule kurz nach der Katastrophe unter der Schirmherrschaft von OB Julian Osswald die Aktion "Hilfe für Haiti" ins Leben gerufen. Bei einer kreisweit einmaligen Spendenaktion für die betroffenen Kinder in dem vom Erdbeben zerstörten Land kamen über 46 300 Euro zusammen. Rund 20 Schulen aus dem Landkreis Freudenstadt sammelten Geld.

Auch viele Vereine, Betriebe und Kirchenverbände unterstützten die von Schulleiter Dieter Eberhardt und Lehrer Jörg Reiser initiierte Hilfsaktion, bei der das SOS Kinderdorf Santo im Außenbezirk der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince unterstützt wird. "Wir wollen nicht nur um Spenden bitten, sondern heute Bilanz ziehen und zeigen, was mit dem Geld geschehen ist", sagte Osswald und betonte, dass alle Beteiligten völlig überrascht gewesen seien ob des guten Ergebnisses. Zudem dankte er allen Geldgebern, darunter den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Kreissparkasse, die für die Haiti-Hilfe gesammelt hatten.

Johann Denk, Koordinator für die SOS Kinderdörfer im karibischen Raum, und Georg Rodenbach, entwicklungspolitischer Sprecher bei den SOS Kinderdörfern informierten über das Projektziel. Derzeit werden von SOS Kinderdörfern rund 46 000 Kinder in Haiti unterstützt. Allein 450 Kinder leben in dem Kinderdorf in Santo. Anschaulich zeigte Denk die Strukturen des krisengeschüttelten Staates in der Karibik auf: Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti lebten die Menschen immer noch unter katastrophalen Bedingungen. Schon vor dem Erdbeben, bei dem über 230 000 Menschen starben, sei Haiti völlig verarmt gewesen. Ohne die Arbeit der Hilfsorganisationen wäre die Situation gar nicht zu meistern, denn das Land habe immense Probleme, den Aufbau voranzubringen. Das liege an der Bürokratie, machte Denk deutlich.

Und was geschah mit der Spende aus dem Kreis Freudenstadt? "Einen Lkw mit Aufbau, um Reis, Zucker, Dosen und Spaghetti zu transportieren, haben wir für das Kinderdorf angeschafft." Denn es habe kaum noch Fahrzeuge in Haiti gegeben. "Toll, dass hier Kinder Kindern helfen", sagte Denk mit Blick auf die vielen anwesenden Schülergruppen.

Von einer "Brücke der Menschlichkeit" sprach Georg Rodenbach ob des stolzen Betrags. Über die Idee der Schule informierte zunächst Jörg Reiser und freute sich über "eine unglaubliche Spendensumme". Durch den Kontakt zu einer Luftfahrtgesellschaft habe man auch 5200 Dosen mit Fertigsuppen der Freudenstädter Edeka-Filiale, die der Ladeninhaber zur Verfügung stellte, in das Krisengebiet schicken können. Dafür, "dass man bei der Stadt für die Aktion der Keplerschule gleich ein offenes Ohr hatte", bedankte sich Schulleiter Dieter Eberhardt. Ein Spendenkonto wurde bei der Kreissparkasse eingerichtet, alle Schulen, viele Institutionen und Firmen habe man angeschrieben und fand gleich Unterstützung, so der Rektor der Keplerschule dankbar. Sparkassenchef Uwe Braun lobte die "gelungene und positive Aktion, die im Landkreis auf eine breite Resonanz stieß".