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Freudenstadt Hallenbäder öffnen im Oktober

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Das Freudenstädter Panorama-Bad öffnet am 7. Oktober. Foto: Stadtwerke

Freudenstadt - Diesmal gab es keinen Paukenschlag und keinen Zoff: Einstimmig beschloss der Gemeinderat Freudenstadt, das Panorama-Bad in Freudenstadt zum 7. Oktober und das Hallenbad Wittlensweiler zum 19. Oktober wieder zu öffnen – allerdings mit Einschränkungen.

Noch im Juni war um die Öffnungen der Freudenstädter Bäder in zwei Sondersitzungen eine heiße Diskussion entbrannt, mit dem Ergebnis, dass das Panorama-Freibad ab Mitte Juli für rund zwei Monate geöffnet wurde – unter strengen Auflagen. Seinerzeit war zudem beschlossen worden, nach der Sommerpause über die Öffnung der Hallenbäder zu beraten. Gleich in der ersten Sitzung nach der Pause stand das Thema auf der Tagesordnung.

Am Rekordtag kamen 479 Besucher ins Freibad

Tobias Degout, Leiter des Bäderbetriebs der Stadtwerke, blickte zunächst auf die am vergangenen Sonntag zu Ende gegangene Freibadsaison zurück. Insgesamt wurden an 61 Öffnungstagen knapp 9000 Besucher gezählt. Am vergangenen Sonntag, dem letzten Tag, waren es trotz hochsommerlicher Temperaturen nur noch 185 Badegäste. Der Rekordtag war am 21. August mit 479 Besuchern.

Im Durchschnitt waren es während der Saison 250 Besucher pro Tag. Damit habe man das Ziel nicht ganz erreicht, erläuterte Degout. Das System mit dem Online-Ticketkauf und den Einlassbeschränkungen habe nach Startschwierigkeiten funktioniert. Unter den Besuchern habe es keine Corona-Fälle gegeben. Dass sich das Defizit des Bäderbetriebs in diesem Jahr erheblich erhöht, machte Tobias Degout anhand von Berechnungen deutlich.

Durch die Öffnung des Freibads stieg dessen Defizit von geplanten 499.000 auf 635.000 Euro. Selbst wenn das Panorama-Bad bis zum Jahresende geschlossen bleiben würde, rechnet der Bäderbetrieb mit einem Anstieg des Defizits um etwa 530.000 Euro auf knapp 2,1 Millionen. Wenn das Panorama-Bad öffnet, steigt der Verlust um etwa 704.000 Euro.

Jahresverlust wird etwas geringer

Anders sieht es beim Hallenbad in Wittlensweiler aus, bei dem der Jahresverlust mit 296.000 Euro kalkuliert wurde. Bei einer Schließung bis zum Jahresende verbessert sich das Betriebsergebnis um rund 85.000 auf minus 211.000 Euro. Bei einer Öffnung ab dem 19. Oktober verbessert sich das Ergebnis immerhin noch um 76.000 auf minus 220.000 Euro. Allerdings ist beim Bad in Wittlensweiler vorerst kein öffentlicher Badebetrieb vorgesehen. Nur Schulen, Vereine und Schwimmschulen können es nutzen.

Die Ursachen für die Erhöhung des Defizits im Panorama-Bad trotz Öffnung erklärte Degout vor allem mit höheren Personalkosten durch verstärkte Kontrollen sowie Reinigung und Desinfektion während des Badebetriebs. Das Fazit von Tobias Degout lautete dennoch: Die Bäder sollten geöffnet werden, unter anderem weil Freudenstädter Bürger, Schulen, Vereine und Touristen die Bäder-Infrastruktur in Freudenstadt benötigen, weil im Bad, je länger es außer Betrieb ist, unvorhersehbare Schäden auftreten können und weil durch noch längere Schließungen der Bäder dauerhafte Kundenabwanderungen drohen.

Bei Öffnung Ende der Kurzarbeit

Wie Degout weiter erklärte, stehe man auch gegenüber den Mitarbeitern in der Pflicht, die sich seit Monaten in Kurzarbeit befinden. Bei einer Öffnung der beiden Bäder würden alle Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt.

Die Stadträte hatten viele Detailfragen zum Badebetrieb in den Hallenbädern. Wolfgang Tzschupke (Freie Wähler) begrüßte die Öffnung grundsätzlich, fragte aber, ob es nicht möglich wäre, die Bäder etwas früher zu öffnen. Oberbürgermeister Julian Osswald erinnerte ihn, dass der Gemeinderat beschlossen habe, nach der Sommerpause über die Öffnung der Hallenbäder zu diskutieren. Deshalb brauche man jetzt Zeit, um die Technik in den Bädern hochzufahren und Wartungsarbeiten zu erledigen.

An Disziplin der Besucher appellieren

Auch Stadtrat Stefan Langrehr (CDU) zeigte sich "froh, dass die Bäder wieder geöffnet werden". Er fragte, ob aus anderen Bädern Corona-Infektionsketten bekannt sind. Anfang März habe es wohl welche gegeben, antwortete Tobias Degout. Die Aerosolbildung in Bädern sei aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit relativ gering. Die Viren seien in Schwimmbädern nicht in der Lage, sich lange in der Luft zu halten. Stadtrat Günter Braun (SPD) fragte, ob es Zuschüsse vom Land für den Betrieb der Bäder gibt, was Osswald verneinte.

Stadträtin Bärbel Altendorf-Jehle zeigte sich für die Bürgeraktion einverstanden mit der Vorgehensweise. Die Corona-Entwicklung sei so, dass man das Experiment wagen könne. Dennoch solle man erneut an die Disziplin der Badegäste appellieren. Er hoffe, dass es keinen großen Anstieg der Corona-Fälle gibt, so der OB. Ansonsten müsse man wieder neu überlegen.

Stadtrat Friedrich Wolf wollte wissen, ob es nicht die Möglichkeit gibt, im Vitalbereich nur die Grotten zu schließen, nicht aber das Schwimmbecken. Dann seien die Energiekosten noch höher, antwortete Tobias Degout.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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