Präsentieren ihre Kunstwerke (von links): Jürgen und Gloria Keller sowie Karin Hirschle und Hans-Hellmut Treeck.Fotos: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Mehr als 30 Skulpturen unter freiem Himmel / Drei-Kilometer-Strecke führt über Frutenhof

Grüntal steht in den kommenden Wochen im Zeichen der Kunst. Im Rahmen des Kultursommers Nordschwarzwald laden Karin Hirschle, Gloria und Jürgen Keller und Hellmut Treeck unter dem Motto "Grüntal macht blau" auf den Kunstweg Grüntal ein.

Freudenstadt-Grüntal. Der rund drei Kilometer lange kinderwagen- und rollstuhltaugliche Rundweg – Abkürzungen sind jederzeit möglich – bietet ein Kaleidoskop unterschiedlicher Kunstwerke. Da lädt Hirschles Kunstwerk "Er ist wieder da" die Besucher zur Auseinandersetzung mit dem Thema Wolf ein. An anderer Stelle regt ihr Kunstwerk "Scheinbar" zu Auseinandersetzungen mit dem Sichtbaren und Unsichtbaren an.

Demgegenüber bringt Keller in ihrem "Erfrischungsbad für Kühe im Glück" den Spagat zwischen idyllischem Landleben und auf Hochleistung gezüchteten Kühen in engen Ställen in die Diskussion. Auch mit ihrem farbenfrohen "Wolkenkuckucksheim" stellt sie eine Idylle dar, die es so nicht gibt. Wohl nicht zufällig, immerhin praktizierte der Künstler viele Jahre lang in seinem Ursprungsberuf als HNO-Arzt, gestaltet Treeck den "Baum mit den zwei großen Ohren". Er geht davon aus, dass die Linde, um die eine Rundbank steht, "schon viel zu hören bekommen hat".

QR-Code liefert weitere Informationen

Demgegenüber hat sich Jürgen Keller mit seinem aus Beton und Baustahl gefertigten "Herzbuben" und seinen großformatigen Farbschichtbildern auf die Auseinandersetzung mit der Natur eingelassen. Alle der über 30 Exponate, Installationen, Skulpturen und Interventionen – von der "Ameisenstraße", den "Kissen im Feldbett", der "Luftreinhaltung in Grüntal" bis zur "Wolkenverhüllung" bilden eine Mischung aus verschiedenen Materialien und unterschiedlichen Konzepten und regen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Natur und Umwelt an.

Jedes Kunstwerk verfügt über einen QR-Code, der zu weiteren Informationen zu den jeweiligen Kunstwerken führt. Als Sahnehäubchen kann sich der Betrachter zudem an überraschenden Details, philosophischen Exkursen und am hintergründigen Humor des Künstlerquartetts erfreuen.

Dass die vier ihre Kunstwerke im Freien präsentieren, ist der Pandemie geschuldet. Einig sei man sich gewesen, so Jürgen Keller: "Die Kunst muss raus aus dem Atelier." Bereits bei der Bewerbung für die Teilnahme am Kultursommer habe man sich für die Präsentation der Exponate in Form eines Kunstwegs entschieden.

"Selbst bei einem Lockdown kann man einen Kunstweg begehen", so Gloria Keller. Dass dabei viele Materialien verwendet werden, die die Natur bietet, und dass viele Kunstwerke verwittern, haben die Künstler einkalkuliert. Angesichts ihrer teilweise fragilen Kunstwerke hoffen die Künstler, "dass sich in Grüntal nicht so viele Vandalen herumtreiben".

An Wochenenden offenes Atelier

Der Weg beginnt beim Atelier in der Ortsmitte neben dem Grüntaler Rathaus und führt durch Wiesen und Felder und am Wald entlang über Frutenhof und wieder zurück. Parken kann man beim Bürgertreff in Grüntal in der Haldenstraße 8.

Eröffnet wird der Kunstweg Grüntal mit einer ausschließlich der Grüntaler Bevölkerung vorbehaltenen Preview-Veranstaltung am Freitagabend.

Ab Samstag, 24. Juli, steht der Kunstweg dann drei Wochen lang allen Kunstinteressierten offen. Zusätzlich bietet das Künstlerquartett am Eröffnungswochenende 24. und 25. Juli jeweils ab 15 Uhr eine Führung über den Kunstweg an, Treffpunkt ist am Atelier. Gloria Keller und Karin Hirschle öffnen an den Wochenenden am 24. und 25. Juli, am 31. Juli und 1. August, sowie am 7. und 8. August jeweils von 10 bis 18 Uhr ihr Atelier, wo sie ihre aktuellen Arbeiten ausstellen.

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