Kuratorin Barbara Nübel vor Zeitungsausschnitten und Fotos des Freibads Langenwaldsee aus dem Jahr 1933. Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder-Bote

Das Langenwaldseebad im Fokus einer Ausstellung im Rappen-Pavillon / Detaillierte und übersichtliche Chronik

Von Petra Haubold

 

Freudenstadt. Mit der Ausstellung "Sommerfrische und Badekultur in gewachsener Natur" zeigen die Langenwaldseefreunde, dass das Langenwaldsee-Freibad mehr war als ein Schwimmbad. Am Samstag wurde eine Ausstellung im historischen Rappen-Pavillon eröffnet. Die Fotos und Texte rund um die Badekultur können am kommenden Sonntag von 11 bis 17 Uhr noch einmal besichtigt werden.

Mit zahlreichen Bildern, Presseartikeln, historischen Werbeprospekten und Badeutensilien aus Omas Zeiten wird das Freudenstädter Freibad, das seit diesem Jahr geschlossen ist, aus neuer Perspektive präsentiert. Auf einer grünen Plakatwand leuchtet beispielsweise ein großer Zeitungsartikel aus dem Eröffnungsjahr 1963, daneben sind Szenen aus dem Freibad zu sehen, wie sie sich vor gut 50 Jahren abspielten.

"Eigentlich wurde das Waldbad schon am 9. Juli 1933 eröffnet. Gebaut hatte es damals die Familie Walz, Vorfahren der Familie Kaltenbach vom Hotel Langenwaldsee", berichtete Kuratorin Barbara Nübel, die zusammen mit Sigrid Schwarz und Anneliese und Horst Klingler die Idee für die Ausstellung hatte. Sie hat auch das Material zusammengestellt, das die Langenwaldseefreunde nun im Pavillon des früheren Hotels Rappen an der Straßburger Straße präsentieren.

Die detaillierte und übersichtliche Chronik zeigt neben alten Fotos, persönlichen Geschichten und Erinnerungsstücken auch einen seinerzeit schicken Badeanzug aus dem Jahr 1912, den Christa John gestiftet hat. Nur zwei Jahre lang war das Bad, das die Stadt Anfang der 1960er- Jahre für 865 000 Mark gekauft hatte, für Umbauarbeiten geschlossen.

Seither gab es keine großen Investitionen mehr, nur kleinere Ausbesserungsarbeiten, erläuterte Nübel den Besuchern. In den 1970er-Jahren haben die vielen Frühschwimmer das Bad gepflegt, in den 1990er-Jahren bangte man im Zuge eines Bädergutachtens schon einmal um das Schwimmbad. In einem Zeitungsbericht von 1963 kann man nachlesen, was den Gemeinderäten in Sachen Badeordnung in den Kopf kam. Ein weiterer wichtiger Teil der Ausstellung sind die heutigen Zeitzeugen: Einige Fotografien zeigen die Verwahrlosung und die Tristesse des geschlossenen Bads. "Wir wollen aufrütteln, den Menschen zeigen, dass das Bad ein wunderbares Alleinstellungsmerkmal mit großem Erholungswert hat", sagte Barbara Nübel. Man könne anhand der Sammlung genau verfolgen, wie in den vergangenen 50 Jahren das Bedürfnis der Badegäste nach diesem Freizeitbad niemals nachgelassen habe, erklärten die Langenwaldseefreunde den Ausstellungsgästen.

Hilfreich war bei der Zusammenstellung der Exponate die Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv. Ruth Dörschel, Anja Richmann und Karoline Adler hatten geholfen, die Geschichte des Bads zu skizzieren.

Der Denkmalverein mit seinem Vorsitzenden Siegfried Schmidt hatte eigens den restaurierten Pavillon dafür vorbereitet. Für Schmidt ist diese erste Ausstellung im Rappen-Pavillon ein "wichtiges und zielführendes Kooperationsprojekt", seien es doch historische Exponate aus der Geschichte des Langenwaldseebades, die passend zum alten Gebäude ausgestellt werden. Dass der Pavillon nach den vielen ehrenamtlichen Sanierungsarbeiten des Denkmalvereins jetzt nutzbar ist, freut den Vorsitzenden besonders. Auch weitere Ausstellungen wolle man dort künftig zeigen.