Für Eva Mohr und Sabine Renner bei Blumen Breyer ist der Frühling zumindest in seiner Farbenpracht greifbar nah. Foto: Sickel

Lang anhaltender Winter macht Blumenfachhandel zu schaffen. Wetter wirkt sich auf Nachfrage aus.

Freudenstadt - Minustemperaturen setzen nicht nur den Menschen zu, sondern auch dem örtlichen Blumenfachhandel. Wenn das Wetter so gar nichts von Frühling hat, dann läuft auch das Geschäft mit den Frühblühern mehr als schleppend.

Die Kälteperiode hält sich dieses Frühjahr so lange wie schon Jahre nicht mehr. Dies bekommen auch die Blumenfachhändler wie Gustav Ziefle, Geschäftsführer von Ziefle florales, zu spüren. Das Problem ist laut Ziefle nicht die Schneelage. Es seien die Minustemperaturen, die den Frühblühern jegliche Chance aufs Überleben an der frischen Luft nehmen. Der Schnee sei eher noch ein positiver Faktor, denn "Schnee ist für die Natur ein Schutz", sagt der Fachmann.

"Nach einer zu langen Schlechtwetterphase, gerade im Frühjahr, kann man den Verlust nicht mehr reinholen", meint Gustav Ziefle. Doch wer in einem Beruf arbeite, der naturverbunden und wetterabhängig ist, müsse sich darauf einstellen, dass es solche Tiefphasen nun einmal gibt. Allerdings: "Kältephasen dieses Ausmaßes gab es zuletzt vor 20 Jahren", erinnert sich Sigrid Kanthak, Inhaberin von Blumen Breyer. Die Natur lasse sich nun mal nicht kontrollieren.

"Wenn die Kälteperiode noch zwei bis drei Wochen anhält, fällt die sonst so farbenfrohe Frühblühersaison komplett aus", sagt Sigrid Kanthak. "Frühblüher werden jetzt schon bis zu 20 Prozent unter dem normalen Einkaufswert angeboten, da aufgrund der schlechten Witterung die Nachfrage so gering ist", sagt Gustav Ziefle. Er sieht das Wetter aber als weit größeres Problem für die Erzeuger. Besonders schlimm sei es für die Großproduzenten der sogenannten Frühblüher. Denn die Gewächshäuser stehen voll, und die Produzenten finden aufgrund der geringen Nachfrage schwer Abnehmer. Wenn die Gärtnereibetriebe keine Käufer fänden, würden die bislang gezüchteten Frühblüher alle kompostiert, stellt Ziefle fest. Dies bedeute extreme Einbußen, die für solche Betriebe fatal sein könnten, da viele Züchter sich auf bestimmte Blumen spezialisiert hätten. Wer trotz der Kälte nicht auf die Frühblüher verzichten möchte, der müsse Zeit und Fleiß investieren, erklärt Ziefle. So könne man seine geliebten Pflanzen eingetopft bei Plustemperaturen den Tag über draußen behalten und müsse sie abends wieder ins Haus holen.

Die Pflanzen, die sich momentan am besten verkaufen, sind Tulpen, Narzissen, gebundene Frühlingssträuße und Bessies, somit sei das schlechte Wetter kein allzu großes Problem für Blumenfachgeschäfte, die sich auf Sträuße und Zimmerpflanzen spezialisiert haben, sagt Ernst Ehrkamp von Blumen Ehrkamp. So muss man dann doch nicht ganz auf den Frühling verzichten, denn in der eigenen Wohnung ist es immer noch warm genug für ein bisschen Blütenzauber.