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Freudenstadt Geflucht wird auf Schweizerdeutsch

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Alain Frei trat mit "Mach dich frei" im Freudestädter Kurtheater auf. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Der Comedian Alain Frei unterhielt mit seinem Programm "Mach dich frei" mehr als 300 Gäste im Kurhaus. Der gebürtige Schweizer philosophierte zwei Stunden lang über Vorurteile, von denen man sich freimachen sollte.

Freudenstadt. Gänzlich ohne roten Faden manövrierte sich der 34-Jährige durch sein Programm, bei dem der wichtigste Satz erst in der Zugabe fiel. Alphornklänge und muhende Kühe begleiteten die Anmoderation des Gewinners zahlreicher Comedy-Preise, der zu Beginn seiner zweistündigen Bühnenshow zunächst aus dem Off zu hören war.

Alain Frei bedauerte sich ein wenig dafür, dass er sich selber anmoderieren musste. Sein Credo für den Comedy-Abend im vollen unteren Teil des Kurtheaters war: "Ich erzähle, das Publikum hört zu und rastet aus, egal wie, Hauptsache, sie tun es." Dabei klingt der Mittdreißiger so gar nicht schweizerisch. Er spricht hochdeutsch und flucht in seiner Muttersprache. Bei seinem dritten Bühnenprogramm "Mach dich frei" bleibt er, sehr zum Bedauern der Girls im Publikum, angezogen. Ihm ist es wichtiger, sich von störenden Sachen freizumachen.

Dazu befragte er in der ersten Reihe einige Gäste, wovon einer gerne seine Handysucht in den Griff bekommen möchte. Frei sind die in der ganzen Welt herrschenden Vorurteile wichtig, von denen man sich freimachen sollte. Er räumt mit Klischees auf, so auch mit diesem, dass alle Deutschen Bier lieben und alles vom Schwein. Daraus entstand dann, zwei in eins, der Bierschinken.

Für Psychiater selbst zu viele Probleme

Seltsam findet er auch das Wort "Doppelhaushälfte", das man sich gerne im Detail auf der Zunge zergehen lassen dürfe. Für Schweizer sei das nichts anderes als "ein" Haus. Wenn Frei flucht, natürlich auf Schweizerdeutsch, dann versteht man nicht alles, aber es klingt goldig und scheint der Grund dafür zu sein, dass die Schweizer nie einen Krieg angefangen haben.

Seine Mutter habe für ihn eine berufliche Laufbahn als Psychiater vorgesehen gehabt. Das lehnte der sich selbst als mittlerweile erwachsen bezeichnende Comedian ab, da er selbst zu viele Probleme habe.

Für die Putzfrau ganze Wohnung gesäubert

Überhaupt plaudert er munter und ohne erkennbare Struktur drauf los und reiht die Lebensgeschichtchen aneinander, egal ob den vergessenen Schlüssel an der Haustür, weswegen er unnötigerweise den Schlüsseldienst ruft oder aber den Luxus einer asiatischen Putzfrau. Um von ihr seit einem Jahr zu hören, wie sauber seine Wohnung ist, putzt er jedes Mal bevor sie kommt, satte drei Stunden selbst. Frei ist ein Fan von Multikulti, reist gerne in andere Länder, um die Menschen dort kennenzulernen. Dabei erzählte er von einem Syrer, der seine guten Deutschkenntnisse durch ein Computerspiel erlernt hat.

Er bringt sein durchgängig junges Publikum zum Lachen mit Infos darüber, dass er heimlicher Moslem sei, also den Ramadan nur praktiziere, wenn keiner zuschaue oder der Tatsache, dass Wombats sehr saftig schmecken müssten, da sie Eukalyptusfresser sind und zum Erstaunen des Publikums 80 bis 100 Würfelchen pro Tag kacken.

Engagement gegen Rassismus

Frei ist sich sicher, dass der Mensch von den Tieren viel lernen kann, da Tiere keine Vorurteile haben. Er setzt sich als Heterosexueller für Homosexuelle ein und ist ein Gegner von Rassismus. Erst in seiner Zugabe wird deutlich, was Alain Frei wirklich wichtig ist: Es sind nicht seine großen Bühnenauftritte, die er mit Ehrgeiz und vielleicht zu viel Verbissenheit angeht, nein, seine Familie ist es, die mehr zählt als seine Shows, die er oft viel zu wichtig nimmt.

Ansonsten blieb er von seinen Themen weitgehend an der Oberfläche, streifte dies und jenes mit Anekdötchen aus seinem eigenen Leben. Doch dem Publikum gefiel das, und nach zwei Stunden Monolog grölten die Zuschauer und sparten keineswegs mit Applaus.

 

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