Machen sich für den Nationalpark stark (von links): Christian Köppel vom Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald, Karl Heinz Mast vom Hotel Hirsch in Enzklösterle und Andreas Braun von der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg. Foto: Freundeskreis Nationalpark

77 Betriebe der Region unterzeichnen Schreiben. Hoffen auf neue Impulse für den Tourismus.

Region - 77 Gastronomie-Betriebe der Region haben sich für die Einrichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald ausgesprochen und dies schriftlich dokumentiert.

"Das Prädikat Nationalpark ist auf der ganzen Welt ein durch und durch positiv besetzter Begriff, der Menschen anzieht, in seinen Bann zieht und Freude bereitet": Diese Aussage von Hotelier Karl Heinz Mast vom Hotel Hirsch in Enzklösterle sei bezeichnend für die wachsende Motivation und Hoffnung einer Branche, die nun im Großprojekt Nationalpark einen wichtigen Impuls für den Tourismus in der Region erkenne, heißt es in einer Pressemitteilung des Freundeskreises Nationalpark Schwarzwald. Mast ist mit Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, und Christian Köppel vom Freundeskreis Nationalpark federführend an der Initiative im Gastronomie-Bereich beteiligt.

Der Verein verweist in seiner Pressemitteilung darauf, dass der Schwarzwald als Marke weltweit über einen hervorragenden Ruf verfüge und sich regionaltypische Produkte als feste Größen in den Absatzmärkten etabliert hätten, andererseits aber auch auf leerstehende Hotels zwischen Freudenstadt, Baden-Baden und Bad Wildbad, die ein trauriges Bild böten. Mit ihrer Unterstützung eines Nationalparks im Nordschwarzwald würden sich die Unternehmer zu der Idee bekennen, sich auf völlig neues touristisches Terrain zu wagen, heißt es weiter. "Sie beweisen so ihren Mut, sich den Herausforderungen dieses innovativen, touristischen Novums im Schwarzwald zu stellen und den Nationalpark mit ausgefeilten Konzepten in Kombination mit traditioneller Gastlichkeit zu einem touristischen Highlight werden zu lassen."

Unter den Unterzeichnern sind Betriebe aus vier Land- und zwei Stadtkreisen, darunter das Hotel Dollenberg in Bad Peterstal-Griesbach, das Schliffkopfhotel in Baiersbronn, das Hotel Langenwaldsee in Freudenstadt, das Berghotel Mummelsee in Seebach und "Berlins Krone Lamm" in Zavelstein. 17 der 77 Betriebe kommen aus Baiersbronn, vier aus Freudenstadt. Prominentester und gleichzeitig am weitesten entfernter Unterzeichner ist Fernseh-Koch Vincent Klink, der das Restaurant Wielandshöhe in Stuttgart betreibt.

Belebung des Tourismus

Andreas Braun sieht im Nationalpark eine immense Chance für die Belebung des Tourismus in der gesamten Region: "Ich finde es gut und nachvollziehbar, dass immer mehr Gastronomen und Hoteliers die Pläne für einen Nationalpark im Nordschwarzwald unterstützen. Denn die Branche wird davon profitieren. Wir brauchen die vielen Ideen, die Kreativität und auch den Unternehmungsgeist von Hotellerie und Gastronomie, um den Nationalpark samt seiner Umgebung touristisch erfolgreich vermarkten zu können."

Auch der Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald begrüßt die klare Positionierung einer Vielzahl von Gastronomen. "Das Gutachten zum Nationalpark im Nordschwarzwald zeigt auf, dass die zusätzlichen Gäste in der Nationalparkregion 18,3 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz generieren würden, was 428 Vollzeitarbeitsplätzen entspricht", betont Christian Köppel, Vorstandssprecher des Vereins. Er verweist auf die zahlreichen Beweggründe der Gastronomen, sich der Initiative anzuschließen: Ein Nationalpark in Baden-Württemberg eröffne die Möglichkeit, regional und international mehr Gäste anzusprechen. Auch die Zielgruppe Familien könne ins Visier genommen werden: "Das Erlebnis, wie sich Natur entwickelt, die sich selbst überlassen ist, übt große Faszination auf Jung und Alt aus."

Anlieger-Gemeinden könnten mit dem Attribut "Tor zum Nationalpark" werben. Über Informationshäuser ließen sich unterschiedliche Konzepte verwirklichen, die etwa Biodiversität oder die Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwalds thematisierten. Obwohl der Nationalpark sicherlich weder Selbstläufer noch Allheilmittel sein könne, biete er auf vielfältige Weise dringend notwendige Impulse für den Tourismus, so der Verein: Allein die Marke Nationalpark besitze genügend Strahlkraft, um die Attraktivität einer Region und damit ihr Image und Renommee deutlich zu erhöhen.