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Freudenstadt Gast geschubst? Türsteher vor Gericht

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Vor einem Freudenstädter Lokal war es zu einer Rangelei gekommen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Freudenstadt - Ein 26-jähriger Türsteher war vor dem Amtsgericht Freudenstadt angeklagt, weil er angeblich einen Gast in einem Lokal die Treppe vor der Eingangstür hinabgestoßen hatte. 1000 Euro muss der Angeklagte dafür bezahlen.

Nach dem Treppensturz musste der Gast des Lokals zwei Nächte im Krankenhaus verbringen. Ende November im vergangenen Jahr wurde der Türsteher in einem Gastronomiebetrieb mittels eines betriebsinternen Signals zur Eingangstür gerufen. "Das Signal bedeutete, dass dort eine Schlägerei im Gange ist", so die Aussage des 26-Jährigen. Er sagte außerdem, dass er am Eingang über den im Boden eingelassenen Läufer stolperte und einen Gast mit der linken Schulter gestreift habe. Dieser sei daraufhin die Treppe vor dem Eingang hinabgefallen. Eine sofortige Entschuldigung habe der Gast nicht akzeptiert. Stattdessen habe er eine Anzeige gegen den Security-Mann angekündigt.

Verletzter hat 2,5 Promille

Der Verletzte, der über Schmerzen und Taubheitsgefühle in den Beinen klagte, wurde mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht, wo er zwei Tage bleiben musste. Der Türsteher sagte auch aus, dass der Verletzte stark alkoholisiert gewesen sei. Eine Untersuchung ergab auch eine Alkoholkonzentration von 2,5 Promille. Der seinerzeit Verletzte sagte aus, dass er draußen vor dem Lokal war und durch einen "Schucker" mit der Hand des Türstehers rückwärts auf den Kopf gefallen sei. Er gab aber auch zu, dass er bereits am Morgen des Tattags angefangen hatte, Bier zu trinken und dass er am Abend auch noch Jackie-Cola konsumiert habe.

Bereits nach dieser Aussage wies der Verteidiger des Angeklagten darauf hin, dass weitere Zeugen kein neues Licht in die Sache bringen würden. Der Türsteher entschuldigte sich bei dem Gast und sein Rechtsanwalt regte die Einstellung des Verfahrens an.

Angehört wurde noch ein Kumpel des Geschädigten, der an dem Abend als Fahrer der Gruppe keinen Alkohol konsumiert hatte. Dieser bestätigte den hohen Alkoholkonsum des Verletzten, und dass dieser zwischendurch auf dem Tisch eingeschlafen und danach verschwunden war. Er habe ihn vor dem Lokal wieder gefunden.

Draußen, so der Fahrer weiter, habe sein Kumpel die Security-Leute angepöbelt und sei dann von einem umgestoßen worden. Aus seiner Sicht soll der Türsteher sogar ein bis zwei Schritte Anlauf genommen haben, bevor er den Betrunkenen schubste.

Nach den drei Versionen des Tathergangs besprachen Richter, Staatsanwältin und Verteidiger eine Einstellung des Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage. Während der Verteidiger je 400 Euro als Schmerzensgeld und für eine gemeinnützige Einrichtung für angemessen hielt, urteilte Richter Groß mit 500 Euro Schmerzensgeld für den Geschädigten und weitere 500 Euro für eine gemeinnützige Einrichtung.

Sobald er in den nächsten Wochen die Geldbeträge bezahlt hat, sei die Angelegenheit endgültig erledigt. Falls er nicht bezahle, erfolge eine erneute Beweisaufnahme, so der Richter.

Auf die Vernehmung von weiteren vier Zeugen wurde verzichtet.

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