Farbe über der Kirchenpforte: Mit einer kleinen Feierstunde weihten (von links) Gerüstbauer Martin Killing, Bürgermeister Gerhard Link, Initiatorin Christa John, Kunstmaler Franz Geßler und Dekan Werner Trick die Fürstenwappen ein. Foto: Haubold

Freudenstädterin Christa John macht sich für Bemalung stark. Ursprüngliches Erscheinungsbild wieder hergestellt.

Freudenstadt - Die Fürstenwappen der Freudenstädter Stadtkirche erstrahlen jetzt im ursprünglichen Glanz.Für diese Farbenpracht hatte sich Christa John stark gemacht. Das Portal der Stadtkirche ist jetzt um ein Kleinod reicher, denn die beiden Fürstenwappen am Uhrenturm haben Farbe bekommen. Die Freudenstädterin Christa John warb Spendengelder, der Horber Kunstmaler Franz Geßler bemalte die Wappen.

 

In einer kleinen Feierstunde weihten Mitarbeiter und Vertreter des Kirchengemeinderats die frisch ausgemalten Zierwerke im Beisein einiger Gäste ein. Bis dato hatten die beiden Buntsandstein-Wappen, die der Heimat- und Museumsverein anlässlich der 400-Jahr-Feier der Stadt Freudenstadt für die im Zweiten Weltkrieg halb zerstörten Originale anfertigen ließ, den rötlich-brauen Ton der gesamten Fassade.

Möglich wurde die farbliche Gestaltung des herzoglichen Wappens des Stadtgründers Friedrich I. von Württemberg links über dem Portal und des Wappens seiner Frau Sybilla von Anhalt rechts über dem Eingang durch das Engagement der seit 40 Jahren in Freudenstadt lebenden Christa John und ihrem Mann.

Ulrich John verzichtete anlässlich seines 90. Geburtstags auf Geschenke und bat stattdessen um eine Spende für die Stadtkirche. Das Ehepaar John fühlt sich seit vielen Jahren der Stadtkirche und dem Kirchengemeinderat verbunden. Auch das Amt der Laienvorsitzenden hatte Christa John in den 80er-Jahren für einige Jahre inne. Ihr Wunsch war es, dass die beiden Wappen Farbe erhalten, wie das Original vor langer Zeit. "Eine farbige Nachbildung der Wappen gab es im Inneren der Kirche, daran habe ich mich orientiert und die Originalfarben für die heraldische Gestaltung der Wappen im Staatsarchiv in Stuttgart bestellt", erzählt die engagierte Kirchgängerin schmunzelnd.

Rund 7000 Euro kamen nach ihrem Spendenaufruf zusammen. Nach der Zustimmung des Kirchengemeinderats, der Denkmalbehörde und des Regierungspräsidiums konnte der Horber Kunstmaler Franz Geßler mit seiner Auftragsarbeit beginnen. Etwa fünf Wochen lang stand Geßler auf dem Gerüst, und das bei fast jedem Wetter. Etwa zwölf Quadratmeter Fläche mussten auf den kreisrunden Emblemen in zum Teil unterschiedlichen Techniken bemalt werden. Farbmischungen, Blattgold, Schlagmetall und Silberelemente habe er verwendet, erläuterte Geßler. Die ursprüngliche Farbgebung dürfte nun wieder hergestellt sein. Die Wirkung der Kirchenwappen sei jetzt eine ganz andere, anerkannte Dekan Werner Trick in seinen Gruß- und Dankesworten.

"Früher sind die Tagesgäste vom Marktplatz einfach in die Kirche gegangen, heute bleiben sie vor der Tür stehen und machen ein Foto", schilderte der Dekan seine Beobachtungen. Auch Bürgermeister Gerhard Link war angesichts der Buntheit der Wappen, deren Details nun wieder zur Geltung kommen, hellauf begeistert. Er dankte der engagierten Spenderin und ihren Mitstreitern, "die so deutlich gezeigt haben, wie sehr sie der Stadt verbunden sind".