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Freudenstadt Für 35 Stunden jemand anderer sein

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Nachdem die Spieler ihre Figuren positioniert haben, geht’s los: Thomas Kuhn (links) und Ralf Bergstein haben sichtlich Spaß an ihrem Spiel. Fotos: Eberhardt Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Tina Eberhardt Freudenstadt . Wundersame Welten tun sich auf. Menschen tragen Kämpfe. Nicht selbst, mit dem Schwert oder der Hellebarde in der Hand, sondern imaginär, also im Kopf, und das über Tage. Auf dem Tisch ragen Miniaturburgen in die Höhe, Figuren werden bewegt. Willkommen in der Welt der Runde der Ringgeister. Die hatten am Wochenende zur 17. Auflage des Freudenstädter Rollenspiel-Treffens, kurz F.R.O.S.T, in die Turn- und Festhalle eingeladen.

Optisch ist die Fantasy-Mittelalter-Rollenspiel-Versammlung zunächst denkbar unspektakulär. In der Halle stehen Pavillon-Zelte verstreut, in denen Menschen aller Gesellschaftsschichten bei Kerzenschein zwischen Papierstapeln und Cola-Flaschen hocken. Auf zwei schlichten Tischreihen liegen Bücher und Brettspiele aus. Einzig in der dunklen Taverne verbreiten Strohballen und ein Schwert etwas Highlander-Charme. Fantastisch wirkt hier eher wenig.

"Rollenspiel ist imaginäres Improvisationstheater", erklärt Thomas Keller, Vorsitzender der Ringgeister, "die wunderbaren Bilder entstehen im Kopf". In Gruppenrunden wird eine Geschichte konstruiert. Der Spielleiter ist das Schicksal, das die Rahmensituation absteckt. Dazwischen liegen Freiheit und Vorstellungskraft. Die Spieler schaffen Charaktere, konstruieren Persönlichkeitsmerkmale und spinnen dann in der Diskussion den Faden der Geschichte. Wo dieser dann endet, weiß niemand.

Rund 150 Rollenspieler aus Baden-Württemberg und Süddeutschland kommen bei diesem Spielemarathon zusammen, in dessen Vorbereitung die Ringgeister monatelange Arbeit stecken. Gespielt wird Nonstop in bis zu 35 Runden von Freitagabend bis Sonntag. Wer müde ist, rollt sich kurzerhand im Schlafsack unterm Tisch zusammen. Auch Neugierige sind ausdrücklich willkommen. Die Begrüßung ist herzlich und entspannt, dumme Fragen gibt es nicht. Immer wieder erläutern Teilnehmer mit nicht endender Begeisterung die zahllosen Facetten des Rollenspiels. Das fasziniert, auch über Generationen hinweg.

Ein älteres Paar aus Singen beispielsweise ist aus der Presse auf die Veranstaltung aufmerksam geworden und lässt sich hier auf seine erste Erfahrung in Sachen Rollenspiel ein. Sonst sind Bettina Apicella und Hannes Wehrle eher im Karten- und Schachspiel zu Hause. "Es hat mir sehr gefallen, wie sie sich in ihre Rollen eingelebt haben", resümiert Wehrle, doch mit den Ausmaßen eines solchen Spiels habe er nicht gerechnet. "Rollenspiel ist anstrengend, wenn man es zum ersten Mal macht", schmunzelt Thomas Keller. Eine Spielrunde bei F.R.O.S.T dauert mühelos Stunden. Wer dabei doch gerne optische Reize hat, der ist mit den Tabletops, einem Miniatur-Strategiesystem, bedient, wo mit Würfel und Maßband Spielzüge auf Modellanlagen vollzogen werden.

In Freudenstadt selbst ist die Runde der Ringgeister fest etabliert. Für März plant der Verein gemeinsam mit dem Stadtjugendreferat die Veranstaltung "Freudenstadt spielt", wo in einer Mischung aus Brunch und Spieletreff das Rollenspiel auch Familien näher gebracht werden soll. Denn für die Ringgeister ist ihre Leidenschaft mehr als nur ein Hobby. "Rollenspiele sind wie Assessment-Szenarios", bilanziert Tobias Rhode, langjähriger Ringgeist und Spielleiter. Man trainiert also quasi im Rollenspiel ein Stück weit immer auch fürs Leben.

 
 

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