Torwart Sven Killinger und Manuel Teufel jubeln schon, und der Rest der Gündringer Mannschaft ist im Anmarsch. Foto: Burkhardt Foto: Schwarzwälder-Bote

Torwart Sven Killinger und Manuel Teufel die Gündringer Helden im Elfmeterkrimi vor 1300 Zuschauern in Oberiflingen

Von Arno Schade

SV Huzenbach – SV Gündringen. 3:5 n.E. (0:1, 1:1). Und wieder Manuel Teufel: Wie schon beim Bezirkspokalfinale gegen die SG Dornstetten bedeutete sein Treffer den Sieg seines SV Gündringen im Relegationsspiel in Oberiflingen und den Bezirksliga-Aufstieg. Genau so heftig gefeiert wurde aber Torwart Sven Killinger, der im Elfmeterschießen zwei Huzenbacher Versuche abwehrte.

1300 Zuschauer bildeten am Wasserturm eine prächtige Kulisse, die ihr Kommen auch nicht zu bereuen brauchten. Zwar konnte die Partie spielerisch nicht alle Erwartungen erfüllen, von der Spannung und der Einstellung beider Mannschaften her war aber beim entscheidenden Spiel viel geboten.

Dabei begann der A2-Vizemeister vor allem über den links wirbelnden Florian Binder offensiver, hatte gegen die aus einer Konterstellung auf ihre zwei schnellen Spitzen bauenden Huzenbacher aber trotz größerer Spielanteile anfangs auch Glück. Zwei Mal leistete sich Niclas Kiefer beinahe folgenschwere Patzer, nach denen Sören Fleig (7.) und Christian Spissinger (15.) jeweils an SVG-Keeper Killinger scheiterten.

Die bessere Spielanlage zeigte jedoch erst einmal der SV Gündringen, bei dem neben Binder vor allem der über die rechte Seite pausenlos marschierende Seref Bagli zu überzeugen wusste. Nicht von ungefähr gelang ihm auch der Führungstreffer, wobei in der 34. Minute der Wind auch eine mitentscheidende Rolle spielte. Sein eigentlich als Flanke gedachter Ball wurde durch eine Bö erst richtig scharf und überraschte Torwart Maximilian Zapf, der das Leder zum 0:1 passieren lassen musste.

Mit dem Seitenwechsel hatte der SV Huzenbach die windige Unterstützung im Rücken und nutzte das auch schnell aus. Perfekt vor dem 1:1 in der 58. Minute die Vorarbeit von Christian Spissinger, der an der Torauslinie einen Gegenspieler austanzte und mit gutem Auge den Ball auf die Strafraumlinie zurücklegte. Dort stand in Mittelstürmerposition der ungedeckte Marc Günter und setzte das Leder unhaltbar genau ins rechte Tordreieck. Nachlegen aber konnte der SV Huzenbach in dieser für Gündringen kritischen Phase nicht. Der A-Ligist bekam die Partie in der Schlussphase wieder in den Griff, wobei ein an die Katte abgefälschter Schuss des wieder einmal gefährlich im Strafraum auftauchenden Bagli so etwas wie die Initialzündung bedeutete (68.). Nur noch eine Schussgelegenheit von Sören Fleig (79.) standen gute Gündringer Chancen durch einen Kopfball von Manuel Teufel (77.) sowie einen Latten- (82.) und Pfostentreffer (85.) von Florian Binder entgegen.

In der Verlängerung schwanden beiden Mannschaften spürbar die Kräfte, was sich in mehreren Unterbrechungen wegen Krämpfen und einigen Fouls bemerkbar machte. Gehörte die ersten Hälfte dabei mit drei guten Chancen noch dem SV Gündringen, wurde es gegen Ende für die (noch) klassenniedere Mannschaft eng. Nach bereits drei Auswechslungen musste Florian Binder verletzungsbedingt passen, so dass der SV Gündringen mehr als zehn Minuten in Unterzahl agierte. Huzenbach konnte jedoch die sich bietenden großen Gelegenheiten für Simon Müller (109., nach einem Eckball aus sechs Metern) und Kevin Günter (110.), der nach einem erneuten Rückpass von Christian Spissinger an der Fußabwehr von Sven Kilinger scheiterte, nicht nutzen.

Das Drama nahm daher im Elfmeterschießen seinen Lauf, und zunächst hatten die Huzenbacher Fans Gelegenheit zum Jubel. Nachdem Seref Dagli und Jochen Wegner getroffen hatten, setzte der Gündringer Niclas Kiefer seinen Schuss links neben den Pfosten. Den Lapsus bügelte Keeper Killinger mit seinen Paraden gegen Kevin Günter und Christian Spissinger wieder aus. Weil danach Marcel Bihler, Thorsten Fetkenhauer und am Ende Manuel Teufel am Vortag seines 25. Geburtstages trafen, war die Gündringer Seligkeit perfekt.

Trainerstimmen

Gottlieb Schäuffele (SV Huzenbach): "Ich kann meiner Mannschaft absolut keinen Vorwurf machen, sie hat heute über 120 Minuten alles gegeben. Vielleicht hätten wir in der Anfangsphase aus unseren Chancen einen Treffer machen sollen. Ansonsten war heute der Wind nicht nur beim Gegentor ein Faktor. Insgesamt bin ich stolz auf meine Mannschaft und die Art und Weise, wie sie in der Vorbereitung auf dieses Spiel mitgezogen hat." Thomas Zistler (SV Gündringen): "Nach den ersten zehn Minuten sind wir besser ins Spiel gekommen und hatten auch in der zweiten Halbzeit und der Verlängerung insgesamt mehr Torchancen. Unter dem Strich haben wir zusammen mit dem Bezirkspokal eine hervorragende Saison gespielt, und nur in den entscheidenden beiden Punktspielen Nerven gezeigt. Als ich 2010 Vorsitzender geworden bin, hatten wir uns vorgenommen binnen vier bis fünf Jahren aufzusteigen. Jetzt hat es nur drei Jahre gedauert. Das ist heute die Krönung." Mannschaften SV Huzenbach: Maximilian Zapf, Chris Haist (72. Kevin Günter), Denis Haist, Jochen Wegner, Michael Spissinger, Simon Müller, Marc Günter (100. Lorenz Pfeifle), Patrick Armbruster (75. Bastian Großmann), Christian Spissinger, Michael Günter, Sören Fleig. SV Gündringen: Sven Killinger, Seref Bagli, Marcel Bihler, Niclas Kiefer, Thorsten Fetkenhauer, Philipp Schiemann, Patrick Gunesch (61. Reiner Weihs), Marco Zistler (75. Lukas Carl, 106. Steffen Lohrer), Julian Kiefer, Manuel Teufel, Florian Binder. Zuschauer: 1300 in Oberiflingen. Schiedsrichter: Manuel Digeser (Ergenzingen); Assistenten Rico Neidinger (Fischingen), Philipp Baur (Ergenzingen). Tore: 0:1 (34.) S. Bagli, 1:1 (58.) M. Günter. Elfmeterschützen; für Huzenbach: Wegner, M. Günter; für Gündringen: Bagli, Bihler, Fetkenhauer, Teufel.

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