Die Freiwilligen des IB Freudenstadt präsentierten ihre Arbeit zum Thema "Begegnung auf Augenhöhe". Foto: Internationaler Bund

Freiwilligendienst: Seminargruppe des Internationalen Bunds aus Freudenstadt präsentiert Arbeit.

Freudenstadt - So viele junge Leute habe er in seinem Ministerium noch nie gesehen, sagte Ministerialdirektor Wolf-Dietrich Hammann. In das Ministerium für Integration waren 20 Freiwillige des Internationalen Bunds (IB) gekommen, um die Ergebnisse ihrer Seminararbeiten zu präsentieren.

Die Seminararbeiten stehen, wie das gesamte Freiwillige Soziale Jahr beim IB Baden-Württemberg, in diesem Jahr unter dem Motto "Flüchtlinge brauchen Perspektiven". In ihren Seminargruppen an neun verschiedenen IB-Standorten – darunter auch Freudenstadt – hatten sich die Freiwilligen intensiv ganz unterschiedlich mit diesem Thema beschäftigt. Dazu hatten sie sich zum Beispiel in Gruppenarbeit gemeinsam mit pädagogischen Mitarbeitern mit ihren Gedanken, Ideen und Gefühlen zu den Themen Flucht, Heimat und Menschenrechte auseinandergesetzt.

Die Freudenstädter FSJ-Gruppe hatte sich dabei praktisch mit einem Seminar, das gemeinsam mit Flüchtlingen als Teilnehmer gestaltet wurde, eingebracht. Das Motto der FSJ-Seminarwoche hieß "Begegnung auf Augenhöhe" und beinhaltete an den Vormittagen die Erarbeitung der Theorie. Gemeinsam mit Rechtsanwalt Stierlen schauten sie sich dabei das Asylgesetz an, und Therese Richter vom Freundeskreis Asyl berichtete von ihren Erfahrungen.

Zur Präsentation der Ergebnisse in Stuttgart waren aus ganz Baden-Württemberg die Freiwilligen ins Integrationsministerium angereist. Nach einer Begrüßung durch Ministerialdirektor Wolf-Dietrich Hammann begannen die Freiwilligen der verschiedenen Standorte mit der Vorstellung ihrer Ergebnisse.

Das Spektrum der verschiedenen Seminargruppen war so vielschichtig wie das Thema Flüchtlinge es erwarten lässt. So berichteten die vier Repräsentantinnen, Alina Killinger aus Horb, Charis Reich aus Dornstetten, Marina Lutz aus Waldachtal und Deborah Haas aus Freudenstadt von ihrer Seminarwoche im Februar in Freudenstadt.

Zusammen mit dem Kinderheim Villa Sonnenheim und dessen Leiter Hans-Martin Haist verbrachten 18 unbegleitete Junge Flüchtlinge mit ebenso vielen FSJ-Absolventen eine Woche mit Besuchen der "Experimenta" und gemeinsamem Essen in den Räumen des IB Freudenstadt. Auch wurden gemeinsam Keilrahmen aus Dachlatten und Stoff hergestellt, um sie mit Acrylfarben zu bemalen. Dazwischen waren Gesellschaftsspiele, aber auch Tischkicker und Billard auf dem Programm.

Zum sportlichen Teil zählte das Schlittschuhlaufen, das die Jungen aus der Villa Sonnenheim mit viel Mut und Ausdauer lernten. Das Fazit, das die Freiwilligen aus Freudenstadt in das Integrationsministerium mitbrachten, lautet, dass sich die Woche gelohnt habe und Fremdheit schnell durch das Kennenlernen und die gemeinsamen Erlebnissen überwunden wurde. Es hatte allen beteiligten viel Spaß gemacht.

Wolf-Dietrich Hammann war beeindruckt, wie intensiv und leidenschaftlich die Jugendlichen sich mit dem Thema Flüchtlinge auseinandergesetzt hatten. Das zeige, wie wichtig ein Angebot wie das Freiwillige Soziale Jahr für junge Menschen sei. Soziales Engagement und die Beschäftigung mit den Befindlichkeiten anderer sozialen Gruppen seien unersetzlich für die Persönlichkeitsentwicklung. In der anschließenden Diskussionsrunde beantwortete der Ministerialdirektor noch viele Fragen zu Themen wie der Zusammenarbeit mit der Türkei, der Dauer von Asylverfahren, der Entwicklungshilfe oder auch der geplanten Gesundheitskarte. Um viele interessante Eindrücke reicher ging es für die Freiwilligen wieder zurück in ihre Einsatzorte.

Weitere Informationen: http://www.ib-freiwilligendienste.de/freudenstadt oder http://www.fsj-baden-wuerttemberg.de