Das Bundesverdienstkreuz erhielt in einer Feierstunde in Kniebis Förster Walter Trefz (rechts) von Umweltminister Franz Untersteller. Fotos: rt Foto: Schwarzwälder Bote

Auszeichnung: Umweltminister zeichnet Förster Walter Trefz mit dem Bundesverdienstkreuz aus

Mit Walter Trefz erhielt in einer Feierstunde "ein Pionier der Umweltbewegung in Baden-Württemberg" das Bundesverdienstkreuz. Mit diesen Worten gratulierte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) dem 82-jährigen Ruhestandsförster in Kniebis am Donnerstag.

Freudenstadt - Eigentlich hatte sich Walter Trefz ja die Feierstunde im Wald und auf der Aussichtsplattform zum Ellbachsee gewünscht. Aber beim Sturmtief, das mit viel Regen über Kniebis zog, war wohl auch der Jubilar froh, dass man mit dem kleinen Kreis aus Verwandten, langjährigen Mitstreitern und Ehrengästen in der Kniebishalle und damit im Trocknen blieb.

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande wurde zu einem einmütigen Bekenntnis zum Wald, zur Natur, zu deren Schutz und Bewahrung. Den Natur- und Umweltschutz habe sich Walter Trefz zur Lebensaufgabe gemacht, dafür gekämpft und gestritten, hartnäckig und zuweilen dickschädelig. Er sei als Glücksfall für den Landkreis und die Stadt Freudenstadt ein beeindruckender Mensch, der seine Überzeugung vom Wert des Waldes und der Umwelt mit Argumenten und Leidenschaft auch immer wieder jungen Menschen vermittelt habe, sagte Landrat Klaus Michael Rückert. Er überbrachte die Glückwünsche des Landkreises sowie der Stadt Freudenstadt, die durch Bürgermeisterin Stephanie Hentschel vertreten war.

25 Jahre im Kreistag

Rückert erinnerte an die 25 Jahre, die Trefz im Kreistag saß, wo er drei Landräten das Leben nicht immer leicht gemacht habe. Ähnliche Erfahrungen haben auch die Oberbürgermeister im Freudenstädter Gemeinderat gemacht, in dem Walter Trefz in 30 Jahren den Umweltgedanken und die Interessen des Stadtteils Kniebis energisch vertrat. Rückert: "Ein wichtiger Botschafter für Natur, Wald und Nationalpark".

Zuvor hatte Umweltminister Franz Untersteller an den Ruhestandsförster das Bundesverdienstkreuz verliehen. Walter Trefz habe sich regelrecht in den Wald verliebt, sei zu einem "Naturphilosophen" geworden, habe bei der Gesetzgebung für Wald und Jagd beratend zur Seite gestanden. Dabei habe sein Wort stets Gewicht gehabt. Als Experte für den ökologischen Waldbau sei Trefz über das Land hinaus bekannt, nicht zuletzt für sein "schier unglaubliches Engagement", als auch für seinen gutmütigen Humor mit einer gewissen Schlitzohrigkeit. Helmut Klaißle, Ortsvorsteher in Kniebis, dankte dem verdienten Lokalpolitiker und Förster für seinen von Weitsicht und Überzeugung getragenen vorbildlichen Einsatz für Wald und Umwelt.

Viele Zeichen gesetzt

In diesen Dank stimmte auch Karl-Ernst Rothfuß aus Baiersbronn mit ein, der an die vielfältigen Verdienste von Trefz erinnerte. Dieser habe frühzeitig vor saurem Regen und dem Waldsterben gewarnt, habe in Neckarwestheim gegen Atomstrom und in Freudenstadt gegen den Klimawandel demonstriert, habe in unzähligen Aktionen und Vereinigungen Zeichen gesetzt.

In seine Dankesworte bezog Walter Trefz die vielen Mitstreiter in all den Jahren ein, mit denen er seine Auszeichnungen teile. Seine knackige Rede war eine einzige Liebeserklärung an seinen "Partner Wald". Aber Trefz wäre nicht Trefz, hätte er den Dank nicht mit einer Forderung verbunden. Wörtlich: "Ich fordere, dass der öffentliche Wald endlich von seiner auf Holzknecht reduzierten Behandlung erlöst wird: Der Holzweg ist für den Wald ein Irrweg. Heute sind mehr denn je die Wirkungen des Waldes auf ungestörte Kreisläufe und die ganzheitliche Gesundheit von Mensch, Natur und Landschaft gefragt. Die ungestörten Kreisläufe des Waldes sind für uns, unsere Gesundheit, die Zusammenhänge in der Natur und der Landschaft bis hin zu unserer Mitwelt und dem Klima unbezahlbar und letztlich überlebensnotwendig." Dankesworte richtete Trefz an seine Lebenspartnerin Helga Pfau.

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