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Freudenstadt Firma Bürkle entlässt 50 Mitarbeiter

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Hochmodern präsentiert sich das Verwaltungsgebäude von Bürkle. Doch der Zusammenbruch der Photovoltaikbranche hat das Unternehmen kräftig durchgeschüttelt. Jetzt sind Restrukturierungsmaßnahmen angesagt. Foto: Archiv

Freudenstadt - Harter Wettbewerb und der Einbruch in der Photovoltaikbranche machen dem Freudenstädter Maschinenbauunternehmen Bürkle zu schaffen. Die Zeichen stehen auf Restrukturierung. Rund 50 Mitarbeiter sollen am Standort Freudenstadt entlassen werden.

Schon einmal im Jahr 2002 war Bürkle in wirtschftlichen Schwierigkeiten und musste zwischen 50 und 60 Personen entlassen. Heute arbeiten in Freudenstadt 330 und an den Standorten Mastholte und Paderborn insgesamt 165 Menschen.

Jetzt heißt es wieder Kosten zu senken und "die Unternehmensstrukturen auf ein verringertes Geschäftsvolumen anzupassen", wie die Unternehmensleitung mitteilt. Bereits seit drei Monaten herrscht Kurzarbeit bei Bürkle.

Wie die beiden Geschäftsführer der Robert Bürkle GmbH, Renato Luck und Ralf Spindler, im Gespräch mit unserer Zeitung betonten, ist der weltweit schwache Photovoltaikmarkt ein Hauptgrund für die Probleme. Als Bürkle in die Photovoltaikbranche mit Pressen zum Herstellen der Photovoltaikmodule eingestiegen sei, habe der Markt gebrummt, so Spindler. Von null auf 30 Millionen Euro sei der Jahresumsatz emporgeschnellt. Ziel sei seinerzeit gewesen, dass das Photovoltaikgeschäft rund 50 Prozent des Umsatzes von Bürkle ausmachen sollte. 30 bis 35 Prozent habe man auch erreicht, doch heute seien es unter zehn Prozent, so Spindler. "Alle unsere Kunden kämpfen ums Überleben", ergänzte Renato Luck, der die Situation unter anderem auf die Änderung der politischen Rahmenbedingungen für die Photovoltaik-Förderung zurückführt.

Bürkle hatte bis zum Zusammenbruch des Markts im Jahr 2008 Kapazitäten im Photovoltaikbereich aufgebaut, die mit den anderen Bereichen des Unternehmens (Pressen für die Möbel-, Leiterplatten- und Plastikkartenindustrie) nach Auskunft von Ralf Spindler nicht ausgeglichen werden konnten. Ganze Anlagen, wie 2012 der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte für einen Möbelhersteller, sind rar geworden. "Die Produkte, die jetzt laufen, stehen unter einem steigenden Preisdruck", erläuterte Spindler.

Trotz der für die Mitarbeiter schmerzlichen Maßnahmen wollen Renato Luck und Ralf Spindler nicht pessimistisch in die Zukunft schauen. Wie sie mitteilten, stehen "aussichtsreiche Verhandlungen" mit einem Investor kurz vor dem Abschluss. Dieser soll eine Kapitalerhöhung vornehmen und somit Mehrheitsgesellschafter bei Bürkle werden. "Doch Bürkle bleibt ein eigenständig am Markt agierendes Unternehmen", betonten die beiden Geschäftsführer. Auch der Standort Freudenstadt stehe nicht zur Diskussion. Allerdings werde es bei den beiden weiteren Standorten in Mastholte und Paderborn in Nordrhein-Westfalen eine Konsolidierung geben, um "Synergieeffekte" zu erreichen, wie es Renato Luck nennt. Denkbar sei, dass beide Standorte, die nur 30 Kilometer auseinander liegen, zu einem zusammengefasst werden.

Der Personalabbau in Freudenstadt soll zwar zeitnah, aber sozialverträglich erfolgen, wie Renato Luck zusicherte. Konstruktive Gespräche seien bereits mit dem Betriebsrat und Gewerkschaftsvertretern geführt worden. Wie Luck weiter erläuterte, beinhaltet der Restrukturierungsprozess auch eine Durchleuchtung der Produktpalette und der Geschäftsabläufe bei Bürkle. Doch die Sparte Photovoltaik soll nicht gänzlich gestrichen werden. "Die Branche ist nicht tot", so Spindler. Für das erste Quartal des kommenden Jahres liegen Bürkle bereits Aufträge vor. "Doch wir sind noch nicht voll ausgelastet", bemerkte Renato Luck.

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