Diesmal treten deutlich mehr Frauen an als bei vergangenen Kommunalwahlen

Kreis Freudenstadt. 98 Frauen bewerben sich bei der nächsten Kreistagswahl um den Einzug in den Freudenstädter Kreistag. "Das ist eine gute Nachricht", freuen sich die Sprecherinnen der Wählervereinigung "Frauen in den Kreistag", Martina Kober und Martina Lachenmaier.

"Dass bei der bevorstehenden Wahl deutlich mehr Frauen antreten als bei der Kreistagswahl 2009, ist unser Erfolg", sagt Martina Lachenmaier. Bei der Kreistagswahl 2004 haben 58 Frauen kandidiert, 2009 standen 59 Frauen zur Wahl. "Jetzt kandidieren dank der Frauenliste 98 Frauen. Das ist eine deutliche und lange überfällige Erhöhung", sagt Martina Kober. Und es sei die Chance, dass sich auch der Frauenanteil im Kreistag endlich deutlich erhöht. Der liegt aktuell mit zwei Kreisrätinnen bei bescheidenen 4,6 Prozent. Der Landkreis Freudenstadt ist damit bundesweit das Schlusslicht. Dass nur zwei Frauen die Geschicke des Landkreises mitentscheiden, sei ein untragbarer Zustand, so die Sprecherinnen.

"Um das zu ändern, hat sich die Frauenliste ›Frauen in den Kreistag‹ vergangenes Jahr gegründet. Wir sind der Überzeugung, dass Frauen Kreistagspolitik ebenso gut können wie Männer", sagt Martina Lachenmaier.

Wenngleich die Erhöhung des Kandidatinnenanteils maßgeblich auf das Konto der Frauenliste gehe, haben sich nach Einschätzung der beiden Sprecherinnen die etablierten Parteien und Wählervereinigungen verstärkt um Frauen bemüht. "Wir werten das als Reaktion auf die Gründung unserer Wählervereinigung ›Frauen in den Kreistag‹", sagt Martina Kober. "In Gesprächen mit Wählerinnen und Wählern des Landkreises haben wir viel Anerkennung und Ermutigung für unser Ziel, mehr Frauen in den Kreistag zu bringen, erhalten", so Kober. Vielen sei der geringe Frauenanteil durch die losgetretene Diskussion im Zuge der Frauenlistengründung erst richtig bewusst geworden. "Wir freuen uns, dass im Landkreis jetzt häufiger über die Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungen diskutiert wird", sagt Martina Lachenmaier.

Oft würden die Kandidatinnen nach ihren politischen Zielen gefragt, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Schließlich wolle man Frauen nicht nur wählen, weil sie Frauen sind. "Keine unserer Kandidatinnen will als Quotenfrau gewählt werden", sagt Martina Kober. Für welche Ziele jede Frau im Einzelnen steht, könne auf der Homepage www.frauenindenkreistag.de nachgelesen werden.

"Wer Frauen wählt, zeigt sich solidarisch mit unserer Überzeugung, dass in einem Parlament ebenso viele Frauen wie Männer sitzen sollten", gibt Martina Kober zu bedenken. Kreistagspolitik könne nicht länger nur eine Domäne der Männer sein.

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