Ihre Innovation eines neuen Akkus stellten Reinhard und Eric Wollherr dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in Freudenstadt kurz vor den Corona-Beschränkungen vor. Das Foto zeigt (von links) Patrick Speiser, Kreisvorsitzender der Jungen Union, Reinhard Wollherr, Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und CDU-Stadtrat Willi Armbruster. Foto: Büro Fuchtel

Reinhard und Eric Wollherr stellen Staatssekretär Fuchtel Innovation vor. Suche nach Kooperationspartnern.

Freudenstadt - Eine wegweisende Erfindung in Sachen Akkutechnik könnte aus Freudenstadt kommen. Lehrer Reinhard Wollherr und sein Sohn Eric stellten dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel einen Feststoff-Kombi-Akku vor.

Der von den Freudenstädtern entwickelte Akku soll nach eigener Aussage leicht, langlebig, leistungsfähig und sicher sein. Außerdem könne der Akku, der aus einem High-Energy-Speicher und einem High-Power-Speicher besteht, kostengünstig in Deutschland produziert werden. Er sei besonders nachhaltig für die heimische Produktion, sagten die beiden Erfinder dem Parlamentarischen Staatssekretär in seiner Sprechstunde noch vor der Corona-Krise.

Fördermöglichkeiten sollen ausgelotet werden

Fuchtel lobte den Ideenreichtum im Nordschwarzwald. Fuchtel will jetzt auf das Projekt von Reinhard und Eric Wollherr mögliche Kooperationspartner in der Industrie aufmerksam machen. Auch sollen Fördermöglichkeiten ausgelotet werden.

Die Überlegenheit der deutschen Autoindustrie und ihrer Zuliefererbetriebe habe vor allem in Baden-Württemberg immer im Antrieb gelegen, so die Erfinder. Die Produktion sei nicht nur erschwert worden, sondern es werde auf längere Sicht ohne heimische Produktion von Batteriezellen auch keine Wertschöpfung mehr im Land stattfinden, prognostizierte Reinhard Wollherr. Das könne sich mit einem neuartigen Akku, der herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen nach Ansicht von Reinhard und Eric Wollherr hinsichtlich Speicherdichte, niedrigem Gewicht, geringer Größe, Anzahl der Zyklen, Lebensdauer und Kostensenkung aus dem Feld schlage, bald schon ändern.

Die gesamte Peripherie werde mit einem zentralen Computer, ausgestattet mit moderner KI-Software, exakt auf den Feststoff-Kombi-Akku ausgerichtet, gesteuert und vernetzt, erklärten die Erfinder. Auch hinsichtlich Langzeitspeicherung ohne unerwünschte Selbstentladung schlage der Kombi-Akkumulator mit seiner hohen Energiedichte und fast unbegrenzter Zahl von Lade- und Entladezyklen die herkömmlichen, wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen um Längen. Der innovative Akku beruhe auf der intelligenten Anwendung und Kombination chemischer sowie physikalischer Prozesse. Da er nicht entflammbar sei, biete er darüber hinaus höchste Sicherheit. Er könne auch problemlos stets vollständig entladen werden, wobei er bei tiefen Temperaturen keine Kapazität einbüße und immer die volle Reichweite zur Verfügung stelle, so die beiden Tüftler.

Dank niedrigem Gewicht und seiner Größenvorteile würden sich Reichweiten von über 1000 Kilometer erzielen lassen. Ladezeiten von drei Minuten würden jegliche Art von Reichweiten-Angst vertreiben. Der neue Akku würde nicht nur für Autos, Busse und Baufahrzeuge im Elektrobetrieb beste Eigenschaften bringen, sondern auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge und sogar nachhaltige Schiffsantriebe, prognostizieren die Freudenstädter. Eine kostengünstige heimische Batteriefertigung werde dank dieser Innovation kurz- bis mittelfristig möglich sein.

Woran die Erfinder noch zu "knabbern" haben, so beschreiben sie ihr derzeitiges Problem, sei der Umstand, dass die Realisierung des Projekts ein ganzes Geflecht von Patentfragen berühre, für dessen Bewältigung Unterstützung gesucht werde. Deshalb habe man sich auf den Weg zum Abgeordneten Fuchtel gemacht, der ihnen vor vielen Jahren schon mal bei anderen Fragen hilfreich zur Seite gestanden sei.

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