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Freudenstadt Einzelberatungen wichtiger denn je

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Trotz der notwendigen Corona-Einschränkungen gibt es in der Kita der Lebenshilfe Freudenstadt viel Spaß und Freude. Stefanie Gauß (rechts) ist Bereichsleiterin des "Mini-Nests" in der Notgruppenbetreuung. Um das Thema Präventionsmaßnahmen aufzuarbeiten, trugen die Kinder Geschichtsschilde – im Alltag der Kindertagesstätte ist dies nicht erforderlich. Foto: Lebenshilfe Foto: Schwarzwälder Bote

Das Ziel des gemeinnützigen Vereins Lebenshilfe Freudenstadt ist die Betreuung, Förderung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen jeglicher Altersgruppe. In Zeiten von Corona ist all dies nicht gerade einfach.

Freudenstadt. Die 1964 gegründete Selbsthilfevereinigung für Menschen mit Behinderungen setzt sich erfolgreich für die barrierefreie Gestaltung der Lebensbereiche behinderter Menschen ein und bietet zahlreiche Beratungs- und Betreuungsangebote an, um dieser Vision näherzukommen. Ob und wie dies auch trotz Corona in den vergangenen Wochen und Monaten gelang und welche Zukunftspläne diese rührige Einrichtung hat, verrieten die Leiterin der Geschäftsstelle, Nicole Burger und Vorsitzender Hans-Joachim Greschner bei einem Pressegespräch.

Beide nennen zunächst die offenen Hilfen und familienentlastenden Dienste der Lebenshilfe, die Beratung, Entlastung und Freizeitangebote anbieten. Zwischen 100 und 150 Teilnehmer, vom Vorschulkind bis ins Rentenalter, nehmen an den vielfältigen und interessanten Angeboten der offenen Hilfen teil: vom Besuch im Kinder-, Teenie- und Jugendclub über Linedance oder Segelfliegen bis zu Tagesausflügen und gemeinsamen Urlaubsfreizeiten; Elternfrühstücke oder der Autismus-Stammtisch komplettieren dieses Angebot. Coronabedingt mussten die offenen Hilfen ab dem 13. März eingestellt werden. Wichtig war, dass es Einzelberatungen weiterhin gab. Diese waren in den vergangenen Monaten auch nötiger denn je, denn durch die coronabedingt notwendige Schließung der Schulen und Werkstätten ging für viele Menschen mit Behinderung die gewohnte Tagesstruktur verloren.

In den Pfingstferien konnte vorsichtig wieder mit den ersten Gruppenangeboten begonnen werden. Möglich wurde dies vor allem durch einen Personalschlüssel von zwei Betreuern je fünf Teilnehmern. Wie Greschner berichtet, wurden zudem vorab – um alle möglichen Gefahrenpunkte auszuschließen – die Mitarbeiter der offenen Hilfen vom Dachverband umfassend beraten. Was die Sommerfreizeiten anbelangt, warten die Verantwortlichen derzeit aber noch ab. "Inwieweit diese stattfinden können, können wir guten Gewissens heute noch nicht sagen", so Greschner. "Aber wir sind gewillt, diese anzubieten." "Wenn es vertretbar ist, werden wir in Selbstversorgungshäuser gehen", ergänzt Burger. Die Urlaubsfreizeiten der Lebenshilfe gehören für viele Teilnehmer zu den Höhepunkten des Jahres.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Lebenshilfe Freudenstadt ist das ambulant betreute Einzelwohnen: Dabei werden sechs Personen von der Lebenshilfe mit dem Ziel betreut, ihnen weitestmöglich Selbstständigkeit zu ermöglichen. Selbstverständlich fanden diese Beratungen – unter den erforderlichen Schutzmaßnahmen – auch während der Corona-Pandemie statt.

Große Pläne im "Kohlstätter Hardt"

In der Schulbegleitung betreut die Lebenshilfe zwölf Kinder mit Behinderungen in Regelschulen. Diese Begleitung trägt mit dazu bei, dass diese Kinder erfolgreich inklusiv beschult werden können. Trotz Corona-Einschränkungen hielten die Schulbegleiter fortlaufend den Kontakt zu Schülern und Eltern aufrecht und standen stets für Beratungen zur Verfügung.

Ein Erfolgsfaktor schlechthin ist die im Gebäude der Lebenshilfe untergebrachte Kindertagesstätte "Mini-Nest". Trotz Pandemie war diese Einrichtung nur an zwei Tagen geschlossen und wird seit 18. März wieder durchgehend als Notgruppe betrieben. Die begeisterten Erzählungen von Burger und Greschner über das "Mini-Nest" verdeutlichen, warum es für diese Einrichtung eine lange Warteliste gibt, beschreiben doch beide den bunten Alltag einer erfolgreich inklusiv betriebenen Kindertagesstätte. Im "Mini-Nest" werden Kinder ganztägig in kleinen Gruppen betreut.

Für diese Einrichtung hat die Lebenshilfe auch große Entwicklungspläne, verrät Greschner: In Zusammenarbeit mit der Stadt will die Lebenshilfe im "Kohlstätter Hardt" eine zweigruppige Kindertagesstätte errichten. Dort sollen Kinder mit und ohne Behinderung vom ersten Lebensjahr an bis zur Einschulung bedarfsgerechte Angebote erhalten.

Für die Lebenshilfe Freudenstadt arbeiten 33 fest angestellte Mitarbeiter, die von einer großen Zahl ehrenamtlicher Mitarbeiter unterstützt werden. Die Lebenshilfe bietet Menschen mit Behinderungen in den verschiedensten Lebensbereichen Hilfe und Beratung.

Zudem ist die Lebenshilfe Freudenstadt – ­neben der Lebenshilfe Horb/Sulz und dem Landkreis Freudenstadt – Gesellschafter der Schwarzwaldwerkstatt Dornstetten und bildet gleichzeitig auch den Förderverein der Eichenäckerschule Dornstetten.

Ein großer Meilenstein für die Lebenshilfe war der Umzug in das Begegnungszentrums in der Hirschkopfstraße in Freudenstadt im Jahr 2012.

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