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Freudenstadt Einstiger Waldlust-Chefkellner plaudert aus Nähkästchen

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Das einstige Nobelhotel Waldlust in Freudenstadt. Foto: Armbruster

Freudenstadt - Ein besonderer Besucher und Zeitzeuge war bei einer der wöchentlichen Führungen im ehemaligen Grandhotel Waldlust mit von der Partie: Günther Preises war "Demichef de rang", als das Nobelhotel noch unter dam Namen Luz-Hotel Waldlust als Familienbetrieb geführt wurde.

Preises war mit seiner Frau Nicole aus Baden-Baden angereist, um seiner früheren Wirkungsstätte nach vielen Jahren mal wieder einen Besuch abzustatten. War doch in jüngster Zeit in der Presse und im Fernsehen viel über das faszinierende Freudenstädter "Lost Place"-Denkmal und seine neuen touristischen Nutzungen als Schau- und Besichtigungsstätte zu hören gewesen. Vor beinahe 60 Jahren stand Preises als Chefkellner für kurze Zeit in Diensten des Hauses. An die Sommersaison 1962 kann er sich aber noch heute lebhaft erinnern. Auch weil er als gelernter und mit Sonderaufgaben betrauter Servicediener den hochrangigen Gästen persönlich nähertreten durfte – etwa beim Wein-Nachgießen am Tisch oder beim Nachlegen "der Kartöffelchen für die gnädige Frau", wie er schmunzelnd erzählt.

Jobangebot als Privatsekretär

Vor allem kann er sich noch gut entsinnen, wie ihn die Baronin Rothschild aus Monaco dazu einlud, doch als ihr Privatsekretär nach Monaco mitzukommen. Die Baronin urlaubte mit ihrer reichen Freundin aus Frankreich, der damals mächtigsten Brauereien-Erbin des Landes, fröhlich und entspannt in der Waldlust. Preises hat das verlockende Angebot damals höflich ausgeschlagen.

Ein Kontakthof sondergleichen

Die Waldlust-Chefs Willi Luz und Direktor Brückner, denen er immer den Frühstückstee in die Privatsalons hochbringen musste, hätten ihn wohl nur ungern ziehen lassen. Auch an die munteren, ja rauschenden Abende und Nächte in der "Zwitscherstube" kann sich ehemalige Ober gut erinnern. Ein Kontakthof sondergleichen war das damals, lässt Preises vielsagend durchblicken. Preises musste dennoch seine Waldlust-Anstellung quittieren, wegen "Saisonschluss", wie es in dem ihm mitgegebenen Zeugnis heißt. Obendrein bekam er eine kurze, knapp gefasste Bewertung durch die Hoteldirektion mitgereicht. "Er war ehrlich und hat uns mit seinen Leistungen zufrieden gestellt", heißt es auf dem Zeugnisbogen. Diesen hatte er natürlich nach Freudenstadt mitgebracht. Als Arbeitsnachweis.

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