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Freudenstadt Ein warmes Plätzen oder ein Schlafsack

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An den Türen des Stadtbahnhofs wurden Schilder angebracht, die auf die Erfrierungsgefahr hinweisen. Foto: Breitenreuter Foto: Schwarzwälder Bote

Freudenstadt. Wer bei den derzeitigen eisigen Temperaturen kein Dach über dem Kopf hat, muss in Freudenstadt nicht erfrieren. Obwohl ihre Zimmer meist voll belegt sind, gibt es bei der Erlacher Höhe immer ein warmes Plätzchen und Hilfe. Das Ministerium für Soziales und Integration hat jetzt einen Hinweis herausgegeben, dass Menschen, die auf der Straße übernachten müssen, im Winter besonderen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind. In einer Pressemitteilung appelliert Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha (Bündnis 90/Die Grünen) nicht wegzuschauen, wenn man im Winter auf einen Menschen in Not trifft. Ein Anruf beim Ordnungsamt der Stadt oder Gemeinde genüge. Bei hilflosen und akut gefährdeten Menschen könne auch der Rettungsdienst alarmiert werden.

Freilich ist Freudenstadt nicht mit Großstädten zu vergleichen. Aber es ist, was die Wohnungslosigkeit anbetrifft, keine Insel der Glückseligen. Das weiß Wolfgang Günther, Abteilungsleiter der Erlacher Höhe. Er und seine Mitarbeiter beschäftigen sich täglich mit Menschen, die keine Wohnung haben. "Die Situation in Freudenstadt ist zunehmend prekär", sagt er. Bereits bei einer Temperatur ab vier Grad könne man an einer Unterkühlung sterben.

Günther erinnert sich an einen Fall, als vor vielen Jahren einem obdachlosen Mann, der nachts im Teuchelwald übernachtete, die Füße abgefroren waren. Das komme zwar in Freudenstadt sehr selten vor, doch "wir haben immer wieder Personen, die zu uns in die Tagesstätte kommen und dann draußen übernachten". Wenn jemand gut organisiert sei, könne das schon funktionieren, doch oft spiele der Alkoholkonsum eine Rolle, der das Gefühl für den Körper trübe und dadurch die Gefahr des Erfrierens erhöhe.

Bei der Erlacher Höhe sind immer Schlafsäcke vorrätig. In der Tagesstätte können sich die Obdachlosen auch aufwärmen und duschen. Außerdem hätten die Mitarbeiter die Weisung, keinen in der Kälte stehen zu lassen, damit er draußen übernachten muss, erläutert Wolfgang Günther. "Zur Not gibt es auch noch ein Plätzchen in der Küche". Es gebe in Freudenstadt jedoch keine typischen Plätze, wo Wohnungslose draußen übernachten. Immer mehr Menschen lebten in ungesicherten Wohnverhältnissen oder verlieren ihre Wohnung . Diese versuche die Erlacher Höhe auch in den einfachen Unterkünften der Stadt unterzubringen, beispielsweise im ehemaligen Hotel Dreikönig.

Um vor der Gefahr des Erfrierens zu warnen, hat die Erlacher Höhe Zettel mit Hinweisen drucken lassen, um die Menschen zu sensibilisieren. Solche Zettel hängen beispielsweise an den Türen des Stadtbahnhofs. Auch an das Jobcenter, ans Landratsamt und andere Einrichtungen wurden sie verteilt. "Wir hoffen, dass sie an vielen Stellen hängen", betont Wolfgang Günther.

Wer obdach- oder wohnungslosen Menschen im Winter begegnet, sollte nicht wegschauen. Die Erlacher Höhe ist während der Bürozeiten unter der Telefonnummer 07441/ 86 01 13 erreichbar. Per E-Mail an freudenstadt@erlacher-hoehe.de sind Mitarbeiter der Sozialeinrichtung auch außerhalb der Öffnungszeiten ebenfalls zu erreichen. Die Polizei ist jederzeit ansprechbar, wenn Menschen in Not sind. Bei akuten Situationen kann auch der Rettungsdienst unter der Nummer 112 direkt gerufen werden.

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