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Freudenstadt Ein Kosmos aus kleinen Bausteinen

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Der Künstler Albrecht Behmel zeigt in seinem "Showroom" eine Auswahl seiner außergewöhnlichen Gemälde. Foto: Keck Foto: Schwarzwälder Bote

Künstlerisch treibt ihn vieles um: Albrecht Behmel, Bildender Künstler, mit Familie beheimatet in Freudenstadt, aber in der Welt zuhause, hat jetzt einen "Showroom" eingerichtet.

Freudenstadt. Im ehemaligen Schlottgebäude in der Wittlensweilerstraße fand sich eine leerstehende Halle, die mit ihren großzügigen Ausmaßen den passenden Rahmen für Behmels überwiegend großformatige Arbeiten bietet. In Bernd Staudenmaier, dem Geschäftsführer des im Schlottgebäude untergebrachten Unternehmens ML Metall-Concept, hat Behmel einen Förderer und Mitstreiter gefunden.

Noch ist die Halle nach provisorischen Anfängen weiter renovierungsbedürftig, aber der "Showroom" zeigt derzeit schon einmal rund zwei Dutzend Arbeiten Behmels, die im Lauf der letzten drei Jahre entstanden sind. Der Künstler spricht bewusst nicht von einer Galerie. Die befindet sich nach wie vor in seinem Wohnhaus. Im Schauraum dagegen stellt er unter anderem eine sechsteilige Serie von Gemälden vor, die er im Herbst nächsten Jahres zusammen mit dem "Exzellenz Cluster" der Uni Heidelberg und dem ZKM Karlsruhe im Rahmen eines internationalen Symposiums in Heidelberg präsentieren wird.

Die Serie hat in großformatigen Bildern unter der Fragestellung "Was ist in Deiner Disziplin Schönheit?" im Dialog mit zahlreichen herausragenden Wissenschaftlern, darunter die Nobelpreisträger Steven Weinberg, Frances Arnold und Wolfgang Ketterle, Gestalt angenommen. Die Ausstellung im Schlottgebäude wird noch bis Ende November dieses Jahres präsent sein. Danach kommen die Exponate kurzzeitig ins Lager. Im neuen Jahr gehen sie auf Reisen, beispielsweise nach Karlsruhe, Lissabon und Budapest. Begleitend gibt es unter Coronabedingungen Symposien zum Thema "Schönheit in Kunst und Wissenschaft". Dass er Exponate, die derzeit den Kunstbetrieb in Miami und Los Angeles bereichern, aus den bekannten Gründen nicht selbst vorstellen kann, wurmt Albrecht Behmel besonders.

Die Vernissage im Schlottgebäude geht in kleinen Besuchergruppen von drei bis fünf Personen über die Bühne. Dazu werden Personen gezielt eingeladen, aber auch Anmeldungen sind unter der E-Mail-Adresse info@behmel.de möglich. Zu den ersten Gästen zählte dieser Tage die SPD-Parteivorsitzende und Bundestagsabgeordnete Saskia Esken. Die Serie ist ein groß angelegtes "Who is Who?" in Kunst und Wissenschaft. Tausende kleine, nach dem Kachelprinzip angelegte "Bausteine" sind auf Leinwand akribisch vorgezeichnet und mit Acryl und Tusche in einen Ozean aus leuchtenden Farben verwandelt worden. Die akribischen Vorarbeiten belegen ein tiefes Verständnis von Gesetzmäßigkeiten der Geometrie, von Formen und Farben.

Gemälde bieten Reise durch Geschichte, Kultur und Wissenschaft

Albrecht Behmel ist ein Workaholic. Das erklärt auch, dass er ein solches Gemälde in nur wenigen Wochen fertigstellen kann. Der Betrachter liest aus diesem gigantischen Wimmelbuch Gesichter, Gegenstände und Vorgänge heraus. Er lässt sich ein auf Abenteuer aus Geschichte, Kultur und Wissenschaft. Mythologie trifft auf Moderne und die zahlreichen Namen sind hier nicht Schall und Rauch. Die Personen lassen sich identifizieren, neben vielen anderen Newton mit Coronamaske, Atlas trägt auf seinen Schultern die Atomkraft, ein lachender Einstein durchdenkt die Relativitätstheorie. Am Abendmahlstisch versammeln sich Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zur Disputation. Behmel verknüpft mit diesem nahezu ausufernden Panorama die Fragen: Woher kommt das Universum? Ist es nicht unwahrscheinlich, dass nur die Menschheit darin ihren Platz hat?

Nicht nur, dass der Künstler mit einem Gemälde seiner Frau Afraa ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat – für Thomas D, Mitglied der Rap-Band "Die Fantastischen Vier", hat er ein Triptychon angefertigt, in welchem das Leben des guten Freundes veranschaulicht wird. Ein kurzer Film dazu ist online auf Youtube abrufbar.

Höchst beeindruckend gibt sich das zweiteilige Werk mit dem Titel "Sugarman", das auf dem gleichnamigen Film basiert und das Behmel auf dem Filmfestival von Cannes in die Öffentlichkeit brachte. Er plant einen Kunstverein, den er zusammen mit Kulturbeflissenen der Gegend gründen möchte. Derzeit hat sich ein halbes Dutzend Interessierte zusammengefunden. Der Verein ist nicht als Konkurrenz zu bestehenden Kunstangeboten, sondern als Ergänzung vorgesehen. Behmel gibt sich überzeugt, dass gerade in schwierigen Zeiten wie den gegenwärtigen die Kunst aufmunternd wirken könne.

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