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Freudenstadt Ein erster musikalischer Lichtblick

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Erste musikalische Vesper nach der coronabedingten Konzertpause (von links): Friedemann Kienzle (Barockvioline I), Gundula Kleinert (Barockvioline II), Sopran-Solistin Petra Dieterle, Anette Knierim (Barockvioloncello) und Kirchenmusikdirektor Jörg Michael Sander (Orgelpositiv). Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Coronabedingt waren öffentliche Musikdarbietungen seit Mitte März zum Schweigen gezwungen. Nach dieser langen Pause hauchte die erste musikalische Vesper in der Martinskirche Künstlern und Konzertliebhabern neuen Atem ein.

Freudenstadt. Die Musik melde sich wieder zu Wort, genauer gesagt "zu Ton", so die Vorankündigung zur abendlichen Andacht. Sie ließ den musikalischen Hausarrest, bedingt durch das Coronavirus, nicht nur für eine Stunde hinter sich, sondern gab unter veränderten Vorzeichen neue Hoffnung und neuen Mut.

Die Zahl der Konzertbesucher war aufgrund der Vorgaben begrenzt. Alle, die teilnehmen wollten, mussten sich im Vorfeld anmelden und ihre Kontaktdaten beim Evangelischen Dekanat hinterlassen. Vor dem Kirchenkonzert erhielten die 55 Konzertbesucher schriftlich Instruktionen, wie sie sich verhalten müssen, um sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen.

Im Kircheninneren wurde vor Konzertbeginn Desinfektionsmittel verteilt. Die Gäste wurden zu den reservierten Plätzen begleitet. Dabei wurde streng darauf geachtet, dass in jeder Bankreihe maximal die beiden äußeren Plätze belegt waren und jede zweite Reihe frei blieb. Mund-Nasen-Schutz musste beim Betreten und Verlassen der Kirche, aber nicht während der Liturgie getragen werden.

Den Auftakt zur rund einstündigen Kirchenmusik machte das Instrumentalwerk "Sonata quarta à tre" des deutschen Komponisten und Organisten Johann Rosenmüller. Die Sonate für zwei Violinen, Violoncello und Generalbass wurde auf Barock­instru­menten gespielt. Es musizierten Friedemann Kienzle und Gundula Kleinert aus Herrenberg sowie Anette Knierim aus der Schweiz. Begleitet wurden sie an der kleinen versetzbaren Orgel, dem Orgelpositiv, als Generalbass von Kirchenmusikdirektor Jörg Michael Sander.

Pfarrer Uwe Stierlen eröffnete die Andacht mit einem Rückblick auf die lange Zeit, in der Gottesdienste nur via Internet möglich waren und in der spürbar geworden sei, wie wertvoll die Musik ist, die so lange fehlte. Für ihn war die schwungvolle Eröffnungsmusik gleichbedeutend mit einem Sonnenaufgang. Sein Dank galt all den Künstlern, die in den langen Wochen des Stillstands den Mut nicht verloren hätten.

Auf dem Programm stand das geistliche Konzert "Mein Herz ist bereit, Gott" aus der Feder von Heinrich Schütz, eine Vertonung von Psalm 57, bei dem die Morgenröte zitiert wurde. Die Sopranistin Petra Dieterle konnte als Hauptakteurin für den Gesangspart gewonnen werden. Sie überzeugte mit ausdrucksstarker und kräftiger Stimme, auch in der sich anschließenden Kantate über Psalm 73 "Herr, wenn ich nur dich habe" von Dieterich Buxtehude.

Das folgende Gebet stand unter der Überschrift der gegenseitigen Rücksichtnahme sowie der Vorsicht, um die kursierende Pandemie gut zu überstehen.

Am Ende nahezu frenetischer Applaus

Mit einem musikalischen Leckerbissen klang die erste musikalische Vesper höchst anspruchsvoll aus. Dargeboten wurde das interessante und bedeutende Werk "Gloria in excelsis Deo" von Georg Friedrich Händel. Das Gloria der Messe für Sopran, zwei Violinen und Generalbass stellte mit viel rhythmischem Elan verschiedene Klangblöcke gegenüber. Das nicht exakt datierte Werk war lange Zeit unentdeckt und wurde erst im Jahr 2001 aufgeführt.

Hochvirtuos und voller Inbrunst erklang der klare Sopran von Petra Dieterle, die zum Ende des Stücks, das ihr gesangliche Höchstleistungen abverlangte, die sie meisterlich absolvierte, kräftig und gleichzeitig erleichtert aufatmete. Die Freude der Gotteshausbesucher über das erste öffentliche Konzert in der Martinskirche sowie die Leistung der Sängerin und der Musiker entlud sich in langanhaltendem und kräftigem bis nahezu frenetischem Applaus.

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