Der Richter selbst will beim nächsten Verhandlungsterimn vor dem Amtsgericht aussagen. Foto: Schwarzwälder-Bote

Verhandlung wegen schwerer Körperverletzung vertagt. Ehefrau verweigert Aussage.

Freudenstadt - Wegen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung war ein 50-jähriger Mann vor dem Freudenstädter Amtsgericht angeklagt. Amtsgerichtsdirektor Axel Benz beendete und vertagte die Verhandlung jedoch kurz nachdem sie begonnen hatte.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten vorgeworfen, im März vergangenen Jahres gegen 21 Uhr seine Ehefrau in den "Schwitzkasten" genommen zu haben, ihr eine Essgabel an den Hals gedrückt und gedroht zu haben, er werde sie töten. In dem Streit zwischen den Eheleuten war es wohl um Geld gegangen. Er habe dann seine Frau ins Schlafzimmer gezerrt und ihr gewaltsam die Bluse geöffnet.

Diesen Sachverhalt gab der Angeklagte zwar zu, behauptete aber gleichzeitig, sich an nichts erinnern zu können, da er stark alkoholisiert gewesen sei. Auf die Frage des Richters, was er denn getrunken habe, antwortete er: "Wodka und Bier". Der Bluttest hatte einen Alkoholgehalt von zwei Promille ergeben. Dies sei kein Wert, der bei einem Menschen, der an Alkohol gewöhnt sei, Erinnerungslücken in solchem Maße auslöse, hielt ihm der Richter entgegen.

Anschließend wurde die Ehefrau in den Zeugenstand gerufen, die sich aber, nachdem sie zuvor bei der Polizei und vor dem Richter Aussagen gemacht hatte, nun auf ihr Aussageverweigerungsrecht als Ehefrau berief.

Nun wird voraussichtlich Richter Benz selbst als Zeuge aussagen, was aber zur Folge hat, dass er das Verfahren an einen anderen Richter oder eine Richterin abgeben muss. Deshalb muss an einem neuen Termin verhandelt werden, in dem der Richter dann als Zeuge auftritt, und an dem noch weitere Fragen geklärt werden sollen.