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Freudenstadt/Dornstetten Corona-Krise: ÖPNV weit entfernt vom Normalzustand

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Auch das Personal ist mit Masken ausgestattet. Foto: Günther

Freudenstadt/Dornstetten - Auch der öffentliche Personennahverkehr ist stark von der Corona-Krise betroffen: Fahrgastzahlen sanken dramatisch, Busse und Bahnen verkehrten in den vergangenen Wochen nur noch im reduzierten Modus.

Zwar verkehren Busse und Bahnen nun wieder überwiegend im Normalbetrieb, doch wie Gespräche mit Busfahrern, Reisenden, Taxifahrern und Zugführern sowie dem Geschäftsführer der Verkehrsgemeinschaft Freudenstadt (VGF) zeigen, ist derzeit der öffentliche Nahverkehr noch weit von regulären Bedingungen entfernt.

Fahrgastzahlen drastisch zurückgegangen

Befragte Busfahrer beklagen dabei drastisch gesunkene Passagierzahlen und ärgern sich über Versuche mancher Fahrgäste, sich mithilfe der neuen Absperrungen zwischen Busfahrer und Fahrgästen ohne Ticket in den Bus zu mogeln. Hinter vorgehaltener Hand erzählen sie auch von Buslinien, die manchmal von keinem einzigen Fahrgast in Anspruch genommen werden. Vereinzelt sind auch Klagen über Fahrgäste zu hören, die nur widerwillig und erst nach gutem Zureden bereit sind, im Bus eine Alltagsmaske zu tragen.

Taxifahrer beklagen, dass sie derzeit häufig stundenlang auf den nächsten Fahrgast warten müssen. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass im Taxi – bedingt durch die eingezogene Schutzabtrennung zwischen Fahrer und Fahrgast – häufig geradezu Treibhaustemperaturen herrschen, die zudem mit Schutzmaske ertragen werden müssen.

Kontrolleure apellieren zur Einsicht

Mit Geduld, Anstrengungsbereitschaft und Ausdauer begegnen alle den widrigen Umständen – das wird in den Gesprächen deutlich. Was auch für die Zugführer gilt, die dafür verantwortlich sind, dass Reisende mit der Bahn sicher ans Ziel kommen. Wie eine freundliche Zugführerin der AVG lobend erwähnt, halten die Fahrgäste die Maskenpflicht weitgehend ein, falls nicht, appellieren die derzeit vermehrt mitfahrenden Kontrolleure erfolgreich an die Einsicht der Kunden.

Eine Bahnpendlerin kann der Situation auch Positives abgewinnen. Ihr Weg zur Arbeit sei derzeit merklich entspannter als vor der Corona-Krise: Alle Abteile seien deutlich leerer als gewöhnlich, demzufolge auch sauberer, und die Mitreisenden seien rücksichtsvoll und würden den Mindestabstand einhalten. Was allerdings bei wieder steigendem Fahrgastaufkommen schwieriger werden könnte, befürchtet sie.

Dass derzeit beim öffentlichen Nahverkehr große Probleme bestehen, bestätigt auch Franz Schweizer, Geschäftsführer der Verkehrsgemeinschaft Freudenstadt sowie Bus- und Reiseunternehmer aus Waldachtal. Schweizer nennt da einerseits den enormen Passagierrückgang, der mit drastischen Einnahmerückgängen einhergeht. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) geht derzeit von Einnahmeverlusten von bis zu 90 Prozent aus. Ungelöst ist laut Schweizer auch das Problem, dass die geltende Beförderungspflicht mit der Pflicht zum Tragen einer Alltagsmaske in Bussen und Bahnen kollidiert. Zwar hat Schweizer seine Busfahrer angehalten, alle Fahrgäste auf die Maskenpflicht hinzuweisen, andererseits verbietet es aber die Beförderungspflicht, uneinsichtige Fahrgäste einfach stehenzulassen.

Im Schülerverkehr ist Abstand nicht möglich

Auch in Sachen Schülerbeförderung kann der VGF-Geschäftsführer keine einfache Lösung anbieten. Denn dabei kann ein Mindestabstand von 1,50 Meter nicht garantiert werden. Klar ist laut den Busfahrern zudem, dass keiner von ihnen kontrollieren könne, ob Schüler sich ­– auch wenn genügend Platz vorhanden ist – an die Abstandsregeln halten. Oder ob sie ihre Alltagsmasken tragen.

Hilfreich wäre laut Schweizer ein zeitlich versetzter Unterrichtsbeginn, vor allem von dem Zeitpunkt an, an dem wieder alle Klassen mit dem Unterricht starten. Begrüßen würde es Schweizer auch, wenn alle Schüler vorab durch ihre Lehrer auf das richtige Verhalten beim Warten und im Bus hingewiesen werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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