Am Projekt "Sonneneck" laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Foto: Müller

HGV hat Hinweise und wehrt sich in einem Schreiben dagegen. Weiterer Rückzug befürchtet.

Freudenstadt - Der dm-Drogeriemarkt will nach Informationen des Handels- und Gewerbevereins Freudenstadt (HGV) doch an den Standort "Sonneneck" umziehen. Dagegen wehrt sich der Verein in einem Schreiben an die Stadtverwaltung und den Gemeinderat.

Schon einmal löste die Absicht der Drogeriemarktkette dm und des Discounters Aldi Süd, in das Neubauprojekt "Sonneneck" an der Stuttgarter Straße umzusiedeln, heftige Diskussionen aus. Sie hatten zur Folge, dass der ursprüngliche Bebauungsplanentwurf gekippt und im Jahr 2016 ein neuer aufgestellt wurde.

In diesem neuen Plan sind die Verkaufsflächen wesentlich geringer und damit für einen Discounter eigentlich zu klein. Die maximale Verkaufsfläche wurde mit 650 Quadratmetern angegeben, eine weitere Fläche soll 150 Quadratmeter umfassen. Außerdem entstehen Büros und Wohnungen im Gebiet "Sonneneck".

In einem Schreiben, das der HGV an OB Julian Osswald, Bürgermeisterin Stephanie Hentschel, an die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats und an seine Mitglieder geschickt hat, heißt es unter anderem, dass auch die Zukunft von Aldi im Gewerbegebiet Wittlensweiler noch ungeklärt sei. Es müsse befürchtet werden, dass mit einer Verlagerung von dm auch Aldi mittelfristig den Standort aufgibt.

Hinweis von einem Mitglied

Was ist dran an diesen Vermutungen? HGV-Vorstandsmitglied Timo Reichl sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass der Verein den Hinweis von einem seiner Mitglieder erhalten habe. Falls die Information richtig ist, kann Reichel dies nicht ganz nachvollziehen. Jeder sei nach der Diskussion im vergangenen Jahr und nach der Änderung des Bebauungsplans "Sonneneck" davon ausgegangen, dass Aldi und dm im Gewerbegebiet bleiben.

Der HGV führt in seinem Schreiben erneut Argumente für diese "unglückliche Entwicklung" an. Dazu gehört die Nahversorgungsfunktion für die Bürger aus Wittlensweiler und Grüntal, die ihre Einkäufe zum Teil zu Fuß im Gewerbegebiet Wittlensweiler erledigten.

Durch das neue Baugebiet Riedgasse in Wittlensweiler steige der Bedarf nach Einkaufsmöglichkeiten in diesem Gebiet, so der HGV. Falls dm tatsächlich eine Erweiterung oder Verlagerung seiner Verkaufsfläche gesucht hat, hätte aus Sicht des HGV eine Fläche im Bereich der Innenstadt gesucht werden müssen. Denn nach wie vor sei die Nahversorgung in der Freudenstädter Innenstadt nach Wegzug des Müller-Drogeriemarkts eingeschränkt.

Weniger Besucher in der Innenstadt

Außerdem weist der HGV darauf hin, dass die Besucherfrequenz in der Innenstadt, wie befürchtet, "nachweislich" um mindestens 17 Prozent zurückgegangen sei. Wie bereits vor einem Jahr vermutet der HGV auch, dass die nach einem Wegzug von Aldi und dm im Gewerbegebiet verbleibenden Geschäfte deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, "insbesondere dann, wenn auch noch Toom und Fressnapf ihre Standorte verlegen, womit aus unserer Sicht ebenfalls zu rechnen ist."

Der HGV appelliert eindringlich an die Stadtverwaltung, sich für einen Erhalt von dm und Aldi im Gewerbegebiet Wittlensweiler einzusetzen und gegebenenfalls einer von Aldi gewünschten Erweiterung seiner Handelsfläche zuzustimmen.

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