Naturpark-Vorstand für Windparks statt einzelner Anlagen

Region. Der Vorstand des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord kam zu seiner ersten Sitzung des Jahres im Landratsamt Freudenstadt zusammen. Naturpark-Vorsitzender und Freudenstadts Landrat Klaus Michael Rückert berichtete den Vorstandsmitgliedern von einer Reihe neuer Projekte. Das Spektrum reicht von naturbezogenen touristischen Projekten, wie dem Naturpark-Radweg, der am Pfingstsonntag in Freudenstadt eröffnet wird, bis zum Naturerlebnis pur bei den "Trekkingtouren im wilden Nordschwarzwald", die der Naturpark ausarbeiten will.

"Wir arbeiten schon lange daran, das ›magische Dreieck‹ zwischen Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz zusammenzubringen", betonte Rückert. Als Beispiel nannte Rückert die drei Regionalmessen "Echt Schwarzwald genießen", die nach dem Vorbild von Schiltach im vergangenen Jahr 2012 in Baiersbronn, Hornberg sowie Bad Wildbad vorgesehen sind.

Stolz ist der Naturpark auch auf die "Naturpark-Genuss-Scheine", die es seit Ende vergangenen Jahres gibt. Der "Naturpark-Genuss-Schein" ist ein anerkanntes Zahlungsmittel bei den teilnehmenden Naturpark-Wirten. Die Gutscheine sind über die Internetseite des Naturparks zu beziehen.

Neben dem Maßnahmenprogramm beschäftigte sich das Naturpark-Gremium auch mit strittigen Themen, wie zum Beispiel der Windkraft. "Es geht nicht darum, die Energiewende als Naturpark in Zweifel zu stellen", so Rückert hierzu. Aber bei allem notwendigen Ausbau der Windenergie müsse das typische Landschaftsbild erhalten bleiben. Wie dieser Spagat gelingen soll, liegt für Rückert auf der Hand: "Wir müssen die neuen Anlagen in Windparks konzentrieren, eine Verspargelung der Landschaft mit einzelnen Windrädern kann niemand wollen."

Der Naturpark will ein gemeinsames Schreiben zusammen mit dem Naturpark Südschwarzwald, der Schwarzwald Tourismus GmbH sowie dem Schwarzwaldverein an die kommunalen Entscheidungsträger senden.

Auch der Naturschutz spielt beim Naturpark nach wie vor eine wichtige Rolle. So hat der Vorstand beschlossen, einen gemeinsamen Antrag mit der Stadt Baden-Baden beim Bundesamt für Naturschutz einzureichen. "Wir wollen etwas für die bei uns lebenden Arten, für die wir eine besondere Verantwortung haben, bewegen", erläuterte Baden-Badens Erster Bürgermeister Werner Hirth das Vorhaben. "Ein ehrgeiziges aber wegweisendes Projekt", meinte Klaus Michael Rückert dazu.

Die Mitglieder des Gesamtvorstands stimmten diesem Vorhaben zu, ebenso wie den weiteren geplanten Projekten. "Wir ziehen an einem Strang", dankte Rückert seinen Kollegen im Vorstand. Neu dabei waren der Ettlinger Oberbürgermeister Johannes Arnold sowie Roger Heidt, Erster Bürgermeister der Stadt Pforzheim.

Weitere Informationen: www.naturparkschwarzwald.de