Straßen, die wie die Stuttgarter Straße, zum Marktplatz hinführen, stehen im Interesse des Wirtschaftsbeauftragten. Foto: Kirschmann

Leerstände in Freudenstädter Innenstadt geringer als Durchschnitt. Ausbau der Aufenthaltsqualität.

Freudenstadt - "Zu Vermieten" steht auf dem roten Schild im Schaufenster. Durch die dreckigen Scheiben sieht man Gerümpel im Ladengeschäft. Immobilien, die längere Zeit leer stehen, wirken schnell ausladend. Ab und an gibt es solche Läden auch in Freudenstadt zu sehen.

"Ein bisschen salopp gesagt, jammern wir hier auf hohem Niveau", sagt der Wirtschaftsbeauftragte der Stadt Freudenstadt, Ralf Heinzelmann, und schmunzelt. "Hier in der Freudenstädter Innenstadt haben wir gerade mal zehn leerstehende Einzelhandelsflächen. Das entspricht einer Leerstandsquote von drei Prozent, was weit unter dem nach der einschlägigen Literatur noch akzeptablen Wert von sechs bis acht Prozent liegt."

Die Leerstandsquote gibt das Verhältnis von vermieteten zu unvermieteten Objekten an. Im Übrigen befinden sich in der Freudenstädter Innenstadt doppelt so viele Einzelhandelsgeschäfte wie in anderen Städten vergleichbarer Größe.

Verbesserungspotenzial gibt es vor allem noch in den Hauptstraßen, die zum Marktplatz führen. Denn dort findet sich doch das ein oder andere Gebäude, das schon länger leer steht. "Ist eine Immobilie schwer zu vermieten, liegt es oft auch daran, dass die gesuchte Mieterklientel die falsche ist", erklärt Heinzelmann. "Die Profile des Objekts und der potenziellen Mieter müssen perfekt zusammenpassen. Sonst werden alle Parteien früher oder später enttäuscht."

Um eben diese Missverständnisse künftig vermeiden zu können, arbeitet die Stadt momentan an einem Internetportal für Makler und Privatpersonen. In dieser Gewerbeimmobilienbörse können vermietbare Flächen kostenlos angeboten und gesucht werden.

Standortqualität soll erhöht werden

Auch möchte die Stadt künftig mit den Eigentümern verstärkt ins Gespräch kommen, um beratend bei einer möglichen Folgenutzung unterstützen zu können. Ein weiterer Schritt sei der Ausbau der Aufenthaltsqualität in den problematischeren Bereichen, so Heinzelmann.

Ein breiter Bürgersteig und der eine oder andere Baum vermittle den Kunden das Gefühl, willkommen zu sein. Bekomme man diese Wirkung nun auch auf die Straßburger und Loßburger Straße übertragen, so könne man die "bereits hohe Standortqualität Freudenstadts" noch weiter erhöhen. "Nicht umsonst ist Freudenstadt das Cabrio unter den Einkaufscentern. Das Ambiente am Marktplatz vereint Urlaub mit Handel, darauf sind wir als Stadt stolz", so der Wirtschaftsbeauftragte.

Mittlerweile liegen der Stadt Freudenstadt deutlich mehr Anfragen als Flächen vor. So fragen auch immer wieder bekannten Filialunternehmen im Rathaus nach. "Natürlich sind solche Unternehmen als attraktive Magnetbetriebe, die die Menschen nach Freudenstadt ziehen, interessant. Wenn aber ihr Anforderungsprofil nicht zu den freien Flächen passt, von denen sowieso wenig vorhanden sind, kommt es leider nicht zu einer Ansiedlung", erörtert Heinzelmann.

Als künftiges Ziel möchte der Wirtschaftsbeauftragte die Leerstandsquote von drei Prozent gerne nochmals ein wenig nach unten bekommen. "Wir sollten zu einer viel positiveren Betrachtung gelangen und erkennen, wie gut es uns in Freudenstadt geht."