Ärzte aus Freudenstadt und AOK starten Telefonaktion

Freudenstadt/Region. Jährlich sterben in Baden-Württemberg rund 3000 Menschen an Darmkrebs, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland. Im Kreis Freudenstadt sind das über 60 Todesfälle, so die AOK Nordschwarzwald. Mit einer Telefonaktion am morgigen Donnerstag will sie gemeinsam mit Ärzten aus Freudenstadt für die Vorsorgeuntersuchung werben.

Alarmierend ist die nachlassende Bereitschaft zur Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen. Im Kreis Freudenstadt gibt es pro Jahr etwa 150 Neuerkrankungen.

Die gute Nachricht: Im Kreis Freudenstadt werden die Vorsorgeuntersuchungen bereits gut angenommen, der Männeranteil liegt im Gegensatz zum Landestrend bei knapp 50 Prozent und ist damit sehr hoch. So viele Menschen wie möglich zur Teilnahme an Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren – das ist das Ziel der Telefon-Info-Kampagne, die die AOK mit den Internisten Thomas Käser und Ingrid Mahle sowie Erich Arnold, Chefarzt im Krankenhaus Freudenstadt, am Donnerstag bietet. Durch intensive Aufklärung bei Ärzten und am Info-Telefon soll die jährliche Quote von derzeit rund 2,5 Prozent der Anspruchsberechtigten nachhaltig gesteigert werden.

"Darmkrebs entwickelt sich meistens sehr langsam in Jahren bis Jahrzehnten. Bereits die Vorstufen können mit einer Darmspiegelung erkannt und entfernt werden, so dass mehr als 80 Prozent aller Darmkrebserkrankungen vermeidbar sind", erläutert Käser, Internist in Freudenstadt.

Diese Früherkennungsuntersuchung, die gesetzlich Versicherte ab 55 Jahren zweimal im Abstand von zehn Jahren nutzen können, ist mit Abstand die sicherste und effektivste Früherkennungsmaßnahme. "Heutzutage verläuft die Untersuchung mittels Betäubung nahezu schmerzfrei und ist durch verbesserte und schmackhaftere Abführmittel viel weniger belastend", so Käser.

Am morgigen Donnerstag, 17. März, von 12.30 bis 14.30 Uhr stehen die Experten am Info-Telefon der AOK unter 07441/9 32 84 15 bereit, um Fragen zu beantworten.