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Freudenstadt Corona-Krise: Fahrplan für Volksbanken-Fusion wackelt

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Die Fusion der Banken soll trotz Corona-Krise stattfinden. (Symbolbild) Foto: dpa

Freudenstadt/Baiersbronn - Die Corona-Krise hat den Zeitplan für die Verschmelzung der Volksbanken Horb/Freudenstadt und Baiersbronn/Murgtal über den Haufen geschmissen. Trotzdem soll die Fusion noch dieses Jahr kommen.

Mit Ausbruch der Pandemie vor rund neun Wochen war es still geworden um die Bankenhochzeit. Die große Frage, wie Unternehmen und Privatleute möglichst schadlos und finanziell flüssig durch die Zeit des wirtschaftlichen Zwangsstillstands gelotst werden können, überlagerte vieles. Nothilfen und Überbrückungskredite beherrschten zwar auch den Alltag der beiden Genossenschaftsbanken. Trotzdem stellten beide Häuser die Weichen für den Zusammenschluss, wenngleich die Doppelbelastung viel Kraft gekostet habe.

"Es gibt auf jeden Fall Verschiebungen im Zeitplan", sagt Dieter Walz auf Nachfrage unserer Zeitung. Er ist Vorstandssprecher der Volksbank Horb/Freudenstadt. Dennoch sind einige entscheidende Hürden bereits genommen. Die Vorstände und Aufsichtsräte beider Banken haben dem Fusionskonzept zugestimmt, jeweils getrennt voneinander und in beiden Fällen einstimmig. Aufgrund der Pandemie erfolgten die Sitzungen in Form von Videokonferenzen, in getrennten Zimmern unter einem Dach – das hätte Anfang des Jahres noch absurd geklungen, war allerdings notwendig, um die Abstandsgebote einzuhalten.

Verträge sind bereits unterzeichnet

Die Verträge seien zwar unterzeichnet, um den Zusammenschluss rechtskräftig besiegeln zu können, brauchen Vorstände und Aufsichtsräte jedoch noch die Zustimmung ihrer Vertreterversammlungen. Ursprünglich war vorgesehen, die Versammlungen Ende Mai einzuberufen. Das ist derzeit allerdings aufgrund der Corona-Verordnungen des Landes nicht möglich. Momentan hoffen die Vorstände, sie Ende Juli nachholen zu können, sagt Walz. Das Kurhaus in Freudenstadt und die Schwarzwaldhalle in Baiersbronn seien dafür zwar bereits gebucht. Ob die Vertreter dann tagen können, ist aber noch nicht sicher. Das hänge davon ab, ob die Beschränkungen bis dahin gelockert würden. Die im Vorfeld geplanten Informationsveranstaltungen müssten hingegen entfallen. Stattdessen sollen die Vertreter der Banken "aussagekräftige" Broschüren mit Zahlen, Fakten und den Antworten auf die meistgestellten Fragen erhalten. Sie sollen in der zweiten Junihälfte bereitgestellt werden.

Denn für die Abstimmung der Basis müssen viele Leute zusammengetrommelt werden. Alleine die Volksbank Horb/Freudenstadt hat laut Walz mehr als 180 Vertreter. "Erfahrungsgemäß kommen im Schnitt rund 120 von ihnen zu den Versammlungen", so Walz. Mit dabei wären außerdem Vertreter der Vorstände und der Aufsichtsräte, sodass jeweils etwa 150 Personen im Saal säßen.

Erkenntnis aus den zurückliegenden Wochen: Wenngleich digitale Kanäle neue Möglichkeiten böten, die auch erstaunlich schnell etabliert worden seien, sei es doch kein vollwertiger Ersatz für richtige Versammlungen. "Es ist schon ein Unterschied, auch von der Wahrnehmung der Stimmung her, ob man sich am PC unterhält oder sich Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzt", findet Walz. Dasselbe gelte auch für Tagungen mit den Mitarbeitern. Sie seien in digitalen Kanälen "nicht so effizient" wie das direkte Gespräch.

Verwerfungen der Corona-Krise haben keinen Einfluss auf die Fusionsbestrebungen

Die Verwerfungen der Corona-Krise selbst hätten keinen Einfluss auf die Fusionsbestrebungen. Die "Risikotragfähigkeit" beider Banken für sich genommen sei "auf jeden Fall ausreichend". Welche Folgen die Krise auf die heimische Wirtschaft habe, lasse sich vermutlich erst im Herbst so richtig einschätzen. Aus Sicht der Banken mache die Fusion nun "eher noch mehr Sinn" als vor der Krise. Hauptzweck des Zusammenschlusses ist es, Kosten zu sparen. Rund 800 .000 bis eine Million Euro an Ausgaben pro Jahr sollen künftig wegfallen. Aufwand und Regulatorik würden in nächster Zeit hingegen sicher nicht weniger. "Die Zahlen und Daten zeigen, dass es der richtige Weg ist", so Dieter Walz.

Trotz Corona-Krise bleibe es bei den ursprünglichen Zusagen, dass es durch die Fusion keine Kündigungen geben werde. Vorerst würden auch keine Filialen geschlossen. Aufgrund der geänderten Nachfrage seien die Öffnungszeiten einiger Filialen "angepasst" worden, weitere würden folgen.

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