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Freudenstadt BVB-Anschlag: Wer ist Sergej W.?

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Nach der Verhaftung stellt sich die Frage: Wer ist Sergej W.? Foto: dpa

Freudenstadt - Ein Mann steht vor der Tür  des gelben Gebäuderiegels in der Moosstraße. Er hat eine Kamera in der Hand und betrachtet die Klingelschilder. Die Anwohner reagieren genervt. Nachbarn von Sergej W.? Ja, das schon, aber eigentlich will niemand den 28-Jährigen richtig kennen.

Wer ist Sergej W., der versucht hat, mit einem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund, viel Geld zu machen, indem er mit Aktien spekulierte, der das Leben von zig Spielern und Betreuern auslöschen wollte, um sich selbst zu bereichern? Spiegel online nennt ihn gar "Das Phantom aus dem Schwarzwald".

Ahmet Teker, Hausmeister in der Moosstraße, schildert ihn im Gespräch mit unserer Zeitung als "unauffällig, höflich und nett". Ein Bild, das Yücel Teker in der Welt am Sonntag bestätigt. Er sei mit dem Onkel von Sergej W. befreundet und kenne ihn deshalb gut. Gepflegt, selbstbewusst, reif für sein Alter sei er. Und vor allem hilfsbereit sei er gewesen.

Doch so freundlich schildern ihn nicht alle. In der Bild am Sonntag kommt die Cousine Larissa W. zu Wort. Die 39-Jährige lebt in der Nachbargemeinde Baiersbronn. Sie beschreibt ihren Cousin als Einzelgänger, der sogar bei einer Familienfeier im März am Rand gesessen und mit niemanden gesprochen habe. Sie habe Angst, dass die Tat auf ihre Familie zurückfallen könne. Die Schwester von Sergej W. habe es nicht wahrhaben wollen, was ihr Bruder gemacht habe. Der BamS erzählt sie: "Als ich erfuhr, was Sergej getan haben soll, rief ich sofort seine Schwester an. Die sagte aber, alles wäre gelogen."

Ist Sergej W. ein Einzelgänger?

Gefühlskalter Einzelgänger? So weit will niemand in seinem Umfeld gehen. Zurückhaltend, ja das war er. Doch die Tat traut ihm niemand zu. Auf Facebook schreibt ein junger Mann, der mit Sergej W. zumindest auf dieser Plattform befreundet ist, als Kommentar zu einem Artikel unserer Zeitung: "Krass, bin schockiert was Sergej gemacht hat. Wenn man dann auch noch die Person gut kennt, umso krasser..."

Der mutmaßliche BVB-Attentäter ist also niemanden schlecht aufgefallen. Auch beruflich hat er seinen Weg gemacht. Seine Ausbildung soll er bei einem renommierten mittelständischen Unternehmen im Freudenstädter Gewerbegebiet gemacht haben, nachdem er auf einer örtlichen Berufsschule seinen Abschluss in Elektrotechnik mit 1,5 abgelegt und einen Schulpreis erhalten hat.

Alle, die ihn aus Schul- und Berufszeiten kennen und befragt werden, schildern stets fast identlisch: unauffällig, freundlich, korrekt. Oft wird sein Elektro-Talent gelobt. Mit diesem Wissen konnte er die Sprengsätze herstellen, die den BVB-Bus schließlich trafen. Ein Geständnis soll er allerdings noch nicht abgelegt haben. Obwohl das sowohl die Bild als auch Focus online berichten. "Ihr habt den Richtigen", soll er bei der Festnahme gesagt haben.

Anhaltspunkte für Mittäter gibt es nicht

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, widersprach im ZDF-heute journal allerdings den Berichten, der im Raum Tübingen Gefasste habe unmittelbar nach seiner Festnahme die Tat gestanden Focus Online bleibt jedoch bei seiner Darstellung des Ablaufs der Festnahme, von der interne Quellen berichtet hätten. Das sei auch nicht unbedingt ein Widerspruch. Denn ein offizielles Geständnis sei die Äußerung von Sergej W. nicht gewesen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe äußerte sich auch am Sonntag nicht zu konkreten, offenen Fragen rund um den Verdächtigen.

Nach den Explosionen sollen auch Herkunft und Art des Sprengstoffs geklärt werden, was "etwas komplexer und etwas aufwendiger" sei. Die Kriminaltechniker untersuchen beispielsweise Bodenproben. In den vergangenen Tagen gab es Spekulationen, der Sprengstoff könnte aus Bundeswehrbeständen stammen. Von April bis Dezember 2008 soll Sergej W. seinen Grundwehrdienst geleistet haben.

Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft handelte der Verdächtige aus Habgier: Demnach hat er an der Börse auf große Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert. Anhaltspunkte für Mittäter gebe es nicht. Dem Verdächtigen wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Ihm droht damit eine lebenslange Haftstrafe.

 
 

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