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Freudenstadt Buschwerk gegen den Borkenkäfer?

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Die Sonne scheint durch das Blätterdach dieser Buchen. Im Nationalpark soll auch die Buche mehr Platz erhalten. Foto: Pleul

Freudenstadt - Unter den zahlreichen Beiträgen der Zuhörer bei der Informationsveranstaltung zum Nationalpark war sogar einer, der vielleicht das Borkenkäferproblem in einem Nationalpark lösen könnte. Ein Freudenstädter, der zeitweise in Südamerika lebt, berichtete von einer Buschart, die in Südamerika angeblich die Borkenkäfer vertreibt und die man vielleicht im Nationalpark anpflanzen könnte.

Adolf Megnin, Stadtrat und passionierter Jäger, sprach von Unsicherheit und Angst bei der Zusammensetzung des Nationalparkrats. "Können Sie mir zusichern, dass Minister Bonde nicht in ein paar Jahren in Berlin sitzt, und der Nationalparkrat nur noch aus ein paar Ökoideologen besteht?", wollte er wissen. OB Osswald versuchte ihn zu beruhigen. Das Ministerium habe eine paritätische Besetzung des Nationalparkrats zugesagt. Der Vorsitz solle sogar in kommunale Hand gegeben werden. Der Minister habe die Zusage einer echten Mitbestimmung der Region versprochen, deshalb sei er relativ beruhigt, so Osswald. Doch Freudenstadt rede natürlich nur mit, wenn es auch Fläche seiner Gemarkung im Nationalpark habe.

Besorgt äußerte sich der ehemalige Bürgermeister und Leiter der Stadtwerke Freudenstadt, Hans-Joachim Greschner, über die Auswirkungen des Nationalparks auf das Grundwasser. Wenn in der Kernzone die Waldkalkung wegfalle, müsse man befürchten, das metallische Stoffe ins Grundwasser ausgewaschen werden, "die da nichts zu suchen haben". Dazu räumte OB Osswald ein, man müsse dieses Thema im Auge behalten. Und auch Experte Peter Wattendorf von der Uni Freiburg räumte ein, dass der Wegfall der Waldkalkung zu einem Problem werden könnte. Deshalb müsse man die Entwicklung des Säureeintrags ins Wasser beobachten.

Ein Besucher warf den Gutachtern vor, allesamt begeisterte Nationalpark-Befürworter zu sein. Er kritisierte auch den geplanten Rückbau einer Kulturlandschaft. Etwas Humor brachte dann noch Stadtrat Walter Trefz in die Veranstaltung, als er fragte: "Wie weit muss ich weg sein vom Nationalpark, dass ich zwar Vorteile, aber keine Nachteile habe?" Das schien dann auch die Gretchenfrage des Abends gewesen zu sein. Olfert Dorka gab den Gästen ein paar nachdenkliche Worte mit auf den Heimweg. Die ökonomische Denkweise, die in der heutigen Zeit alles bestimme, führe dazu, dass Konten in der Schweiz angelegt werden. "Hat die Natur nicht das gleiche Recht, ein Konto anzulegen?", fragte er in den Saal. Wenn man ihr dieses Recht einräume, dann müsse man mit den Risiken genauso leben wie mit den Vorteilen.

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