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Freudenstadt Brücke vom Schwarzwald nach Zentralasien

Von
Hans-Joachim Fuchtel, Erines Otorbaev, OB Julian Osswald, die Ehefrau des Diplomaten Damira Ibraeva und CDU-Stadtverbandsvorsitzender Gerolf Hau (von links) im Freudenstädter Rathaus. Als Gastgeschenk gab es einen traditionellen Filzhut. Foto: Büro Fuchtel Foto: Schwarzwälder-Bote

Auf Einladung des parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel (CDU) hat Kirgisistans Botschafter Erines Otorbaev den Schwarzwald besucht. Bereits mehrere Unternehmen aus der Region haben in dem zentralasiatischen Land investiert.

Region. Bei seinem Besuch hat sich der kirgisische Diplomat auch über Themen wie Tourismus, Forstwirtschaft und Fachkräfteausbildung informiert, um die Erkenntnisse aus dem Schwarzwald in seinem sechs Millionen Einwohner zählenden Heimatland weiterzugeben.

Bundeskanzlerin Merkel hatte Fuchtel beauftragt

Etwa das Engagement der Freudenstädter Firma Schmid Group als Generalunternehmer soll nur ein Teil einer umfassenden wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kirgisistan sein: Das Unternehmen hat in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ein Werk zur Produktion von Solarmodulen ausgerüstet und dabei 20 Millionen Euro investiert.

Angefangen hatte alles vor zwei Jahren mit einer Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Kirgisistan: Bei einem ersten Wirtschaftsgespräch hatte die Schmid Group bereits ihre erste Investition in einem Industriegebiet in Bischkek angekündigt. In der Folge bekam Fuchtel als Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der Kanzlerin den Auftrag, an dieses erste Gespräch anzuschließen. Inzwischen findet einmal jährlich der "Deutsch-Kirgisische Tag der Wirtschaft" statt. Für ein "beachtliches Zeichen" hält Fuchtel die Ankündigung eines weiteren Projekts der Schmid Group zur Produktion von Solarzellen in Bischkek. Die Geschäftsführung der Firma jedoch bestätigt auf Nachfrage lediglich, dass ein weiteres Projekt im Gespräch sei. Entschieden sei noch nichts.

"Das Engagement wird dort im Industriegebiet als Leuchtturm gesehen", schwärmt der CDU-Politiker. Alle Beteiligten seien "sehr zufrieden", unter anderem auch mit der Bauzeit. In der Modulfabrik sind zudem Maschinen der Glattener Firma Schmalz und von Bürkle aus Freudenstadt im Einsatz. "In einer Eigendynamik haben sich weitere Kontakte in die Region ergeben", sagt Fuchtel über die enge Zusammenarbeit und nennt dabei auch die Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten (GWW) aus Nagold und Böblingen. Hauptziel sei der Austausch von "Know-How", betont Botschafter Otorbaev. So würden bereits deutsche "Senior-Experten" in Kirgisistan eingesetzt –­ einen Dienst, den der Botschafter ausdrücklich lobt. Aber auch junge Manager aus Unternehmen in Kirgisistan kommen für Lehrgänge nach Deutschland.

Sein Land habe eine etwa 1000 Kilometer lange Grenze zu China, mit dem es auch Handelsbeziehungen gebe. Mit Deutschland aber arbeite man besonders intensiv zusammen. Seitdem Kirgisistan vor zwei Jahren der Eurasischen Wirtschaftsunion beigetreten sei, habe man Anschluss an einen größeren Markt. "Wir brauchen Investitionen und Produktionen", so Otorbaev, "und im Kreis Freudenstadt sitzen viele Weltfirmen". Gerade in Freudenstadt will er sich konkret über die Strukturen informieren: "Ich will lernen, wie die Stadt hier funktioniert", sagt Otorbaev zum Beispiel mit Blick auf das berufliche Schulzentrum. Ohnehin versuche man inzwischen in Kirgisistan, das duale Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild in einigen Branchen anzuwenden.

Otorbaev sieht den Schwarzwald auch touristisch als Vorbild. Zwar seien in seinem Land nur sechs Prozent der Fläche bewaldet, doch gebe es viele Berge und Seen: "Und es gibt Erdrutsche, dagegen kann auch Bewaldung helfen." So kann sich der Botschafter "Waldpartnerschaften" mit Experten im Schwarzwald vorstellen, sofern diese Kooperationen "mit Sinn erfüllt" würden. Fuchtel zeigte dem Botschafter etwa den Baumwipfelpfad in Bad Wildbad, um auf die Bedeutung eines gesunden Waldes hinzuweisen. "Politik zum Anfassen" sei das.

Touristisches Potenzial in heißen Quellen?

Auch haben Otorbaev und Fuchtel die Therme in Bad Liebenzell besucht: Der Botschafter will lernen, wie sich das touristische Potenzial der heißen Quellen in Kirgisistan am besten ausschöpfen lässt. Fuchtels Philosophien zur Entwicklungszusammenarbeit nennt Otorbaev "einen Glücksfall" für sein Land, das früher Teil der Sowjetunion war und sich nun langsam in der "größeren Welt" einfinde.

Zwar bestehe ein demokratisches Mehrparteiensystem und Menschenrechte hätten "absolute Priorität". Doch funktioniere der Aufbau nach dem Ende der Sowjetunion "nicht von heute auf morgen". Nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sondern auch in rechtlichen und zivilen Fragen stehe Deutschland Kirgisistan "mit Rat und Tat zur Seite", so Otorbaev. "Aber es gibt auf dem Demokratiesektor schon noch viel zu tun", sagt Fuchtel. Zum Beispiel arbeite Kirgisistan bei der Korruptionsbekämpfung mit der Bundesregierung zusammen. Dass der kirgisische Staat in jüngerer Vergangenheit unter anderem ins Gesundheitssystem investiert habe, sei aber ein wichtiger Hinweis, dass sich das Land in die richtige Richtung entwickle.

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