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Freudenstadt Blaue Schafe erregen Aufmerksamkeit

Von
Bertamaria Reetz, Rainer Bonk, Dekan Harald Stumpf, OB Julian Osswald sowie Peter Graf und Tomas Rapp vom Kunstverein-Freudenstadt (von links) inmitten der blauen Schafherde vor der Stadtkirche Foto: Schwenk Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Regina Schwenk

Freudenstadt. Aufmerksamkeit wollte Aktionskünstler Rainer Bonk erregen, als er am Donnerstag seine Blauschafherde auf der Grünfläche vor der Freudenstädter Stadtkirche weiden ließ. Dieses Ziel hat er auch erreicht.

Übersehen konnte man sie nicht, die Herde des "Blauschäfers vom Niederrhein". In leuchtendem Ultramarin-Blau setzten die rund 60 Zentimeter großen Schafe aus UV- und witterungsbeständigem Polyester einen Kontrast zur übrigen Gestaltung des unteren Marktplatzes. Die blauen Schafe gaben vor dem Hintergrund der Stadtkirche ein so pittoreskes Bild ab, dass wohl mancher Freudenstädter mit dem Gedanken an eine Dauerinstallation spielte. Da es aber in der Natur von Herden liegt, weiterzuziehen, beschränkte sich das Gastspiel der blauen Schafe auf einen Tag.

In einer auf drei Jahre angelegten Ausstellungstour zieht die Kunstinstallation quer durch Metropolen, Mittelzentren und Kleinstädte Europas. Für die Blauschaf-Installationen arbeitet Bonk mit der Kölner Künstlerin Bertamaria Reetz zusammen. Die Kunstaktion will zum Nachdenken anregen und für ein friedliches Miteinander und Toleranz werben. Sie wolle mit ihrer "meditativen Ausstrahlung" gleichzeitig eine Art Gegenpol zur Schnelllebigkeit unserer Zeit schaffen, erklärte Rainer Bonk im Gespräch mit unserer Zeitung. In jeder Stadt, die der Herde für einen Tag "Weiderecht" gewährt, bleibt ein Schaf als Symbol der Kernbotschaft "alle sind gleich – jeder ist wichtig" zurück. Dass die blauen Schafe in Freudenstadt Station machten, ist der Initiative des hiesigen Kunstvereins zu verdanken. Die Installation sei eine "Hommage an die Bildende Kunst", lobte dessen Vorsitzender Peter Graf. Die blaue Farbe strahle eine solche Ästhetik aus, das man sich nur in die Herde verlieben könne.

Diese Überzeugung konnte wohl nicht jeder teilen. Eine wohl eher zufällig zu den Eröffnungsgästen gestoßene Frau platzte in die Grußworte. Sie sah Erklärungsbedarf, was Sinn und Zweck, sowie Finanzierung der Kunstaktion anging. Die übrigen Anwesenden, inklusive der Künstler, nahmen die Unterbrechung mit Humor. An guter Kunst müsse man sich auch reiben können. "Kunst lebt von der Diskussion", brachte es Oberbürgermeister Julian Osswald auf den Punkt. Er sah seine Stadt durch die Installation gerne in eine Reihe mit Metropolen wie Berlin und Venedig gerückt. "Wir als Stadt Freudenstadt haben eine besondere Verpflichtung, uns im Bereich Kunst und Kultur zu engagieren", hob der OB hervor. Das hebe Freudenstadt von anderen Städten gleicher Größe ab. Ein blaues Schaf bekam der Oberbürgermeister von Bertamaria Reetz überreicht, ebenso Dekan Harald Stumpf, der die Kunstaktion vor der Stadtkirche abgesegnet hatte.

Die meisten Anwesenden fanden Gefallen an der Gattung der Blauschafe. Da traf es sich gut, dass man sie auch erwerben konnte. Auf diese Weise fanden einige Exemplare ihren Weg in Privatgärten.

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