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Freudenstadt Bergbau bereits in der Eisenzeit?

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Der Ortsname Baiersbronn weist auf die zahlreichen Brunnen, wie diesen am Tonbachweg, hin. Einige davon werden wohl sogar mit Grubenwässern gespeist, was auf eine uralte Vergangenheit hinweisen könnte. Foto: Braun Foto: Schwarzwälder Bote

Hat Bergbau in Baiersbronn in der Vergangenheit eine wichtige Rolle gespielt? Einiges deutet darauf hin. Eine kleine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Thema.

Baiersbronn. Initiiert wurde die Gruppe von Ernst Klumpp und seiner Frau Dora Luise. Auch der ehemalige Rektor Otto Züfle beschäftigt sich mit der Frage einer möglichen Montanvergangenheit der Raumschaft Baiersbronn. "Durch Exkursionen haben wir viele interessante Erkenntnisse gewonnen", sagt er. Als Beispiel nennt er bergmännische Schutthalden, alte Grabungen, Pingen, mögliche Verhüttungsplätze und sogar Grubenmünder, die gefunden wurden.

Otto Züfle, der das Wilhelm-Hauff-Museum im Baiersbronner Oberdorf leitet, war schon immer an der Geschichte und den Menschen in seinem Heimatort interessiert. "So war ich auch gleich begeistert, als ich das erste Mal von der Geschichte des Bergbaus hier hörte", erinnert er sich. Interessant seien auch die großen Keller im Baiersbronner Oberdorf, die teilweise noch existierten, wie zum Beispiel im Pfarrhaus.

"Die Keller können als Nachnutzung der Stollen und Verhaue angesehen werden. Erst wurde der Erzader nachgegraben, dann das Gebäude über dem so entstandenen Keller erstellt", vermutet Otto Züfle. Doch diese Vermutungen stammen nicht nur von der kleinen Gruppe aus Baiersbronn. Auch ausgewiesene Experten haben sich bereits mit der Montanvergangenheit Baiersbronns befasst. "Im Zuge der Arbeiten des Wissenschaftsforums Nordschwarzwald ist auch der Forsthistoriker Markus Herbener von der Universität Freiburg zu uns gestoßen, den wir dann informiert haben", erzählt Züfle.

Herbener identifizierte die Quellen- und Brunnenwässer teils sogar als Grubenwässer. Die größte Sensation aber waren Belegstückchen, erinnert sich Otto Züfle. Er hatte die Gruppe mit Markus Herbener zu "verdächtigen Orten", einer möglicherweise verschütteten ehemaligen Grubenöffnung, geführt. "Der Forsthistoriker verschwand in den Sträuchern und kehrte nach respektabler Untersuchungszeit mit einer Hand voll Grubenmaterial und schwarzen, verkieselten Holzkohlestückchen zurück". Dies seien tragende Beweise für den Bergbau in Baiersbronn gewesen, erzählt Züfle.

"Solche Verkieselungen entstehen, wenn Reste des Feuersetzens in Bergwerkstollen, verwendet zum Brüchigmachen des Gesteins, von mineralisierten Bergwässern umflossen werden", erklärt Züfle. Ein bisher noch unbekannter Stollen und dazugehörige Lüftungsanlagen in seiner Umgebung waren somit gefunden worden.

Muss die Geschichte der Gemeinde weiter zurückdatiert werden?

Die kleine Arbeitsgruppe ist sich sicher, dass es bestimmt noch viele solcher Stollen und Zeugnisse der Montanvergangenheit der Murgtalgemeinde gibt. "Möglicherweise muss die Geschichte Baiersbronns weiter ins Altertum zurückdatiert werden, denn so wie es aussieht, gab es eine ausgesprochene Montanvergangenheit". Züfle vermutet, dass die Grube in Schönegründ deutlich älter ist, als die Grube Sophia in Friedrichstal. Der Montanarchäologe Guntram Gassmann vom Landesamt für Denkmalpflege, der wiederholt Baiersbronn besucht hat, habe in Neuenbürg vergleichbare Verhältnisse angetroffen und nachgewiesen, dass Bergbau zur Erzgewinnung und Verhüttung desselben schon in der frühen Eisenzeit, etwa im sechsten Jahrhundert vor Christus, existierte. "Warum also nicht auch frühere Bergbaunutzung in Baiersbronn?", fragt sich die Gruppe um Ernst Klumpp und Otto Züfle. Nicht nur die Landschaftsformen um Baiersbronn herum deuten auf den Bergbau in früheren Zeiten hin, sondern auch die in Baugruben gefundenen Bruchteilchen, mineralische Anträge und Spuren von Werkzeuggebrauch. "Liegen derartige Gegebenheiten vor, kann auf Verhaue oder Bergbau geschlossen werden", sagt Otto Züfle.

Der Bergbau im Nordschwarzwald ist frühestens aus dem Mittelalter bekannt und auch Baiersbronn hatte nachweislich einen Bergvogt, der möglicherweise im Christleshof in der Parzelle Reute ansässig war. "Mit den Beobachtungen aber greifen wir viele Jahrhunderte weiter zurück, so dass die neuen Erkenntnisse vermutlich auch eine viel früher datierte Geschichte des Bergbaus belegen könnten", sagt Otto Züfle. Die kleine Gruppe möchte in jedem Fall noch weitere Beweise sammeln und wird sich auf die Spurensuche des Bergbaus in Baiersbronn machen, verspricht Züfle.

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