Friseurinnen kommen mit Bronze in der Tasche von der deutschen Friseurmeisterschaft zurück.
Freudenstadt - Hunderte Augenpaare sind gespannt auf Lena Kallenbach gerichtet. Ihr Model Maria sitzt regungslos auf dem Friseurstuhl. Hinter der Bühne bibbert Sina Hammann mit. Nur 25 Minuten Zeit, dann muss die Frisur sitzen.
Lena Kallenbach (21), Sina Hammann (23) und Maria Martini (18) haben an der Deutschen Friseurmeisterschaft in der Kategorie Trendlook Damen den dritten Platz belegt und sich damit gegen rund 90 Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern durchgesetzt. Jetzt sind die zwei Friseurmeisterinnen, Lehrling Maria und die Kollegen im Friseursalon Coco natürlich ganz aus dem Häuschen.
Obwohl die beiden Friseurmeisterinnen schon auf etliche Meisterschaften angetreten sind – Kallenbach wurde 2012 Zweite beim Landesmeisterschaft im Damenfach, Hammann sogar erste beim Herrenfach – war der Wettkampf in Frankfurt im Rahmen der dortigen Hair&Beauty Messe etwas ganz besonderes.
"Das war wie bei ›The Voice of Germany‹", erklärt Lena. Wie bei der Castingshow im Fernsehen musste Kallenbach vor rund 500 Menschen im Publikum und der Jury live einen Haarschnitt kreieren und Stylen. 25 Minuten durfte das Prozedere dauern, dann war Schluss. Kollegin Sina Hammann hatte zuvor Model Maria in 15 Minuten hinter der Bühne das passende Make-up verpasst. Auch das Haarefärben fand hinter der Bühne statt, dafür blieb eine Stunde Zeit. "Das war schon ganz schön hektisch. Am Ende ist die Zeit immer viel zu kurz", sagt Hammann. Dreimal mussten sich Akteurin Lena, Assistentin Sina und Model Maria beweisen, unterstützt von einem Coach und mit steigender Schwierigkeitsstufe.
Die Vorgaben der Jury für Haarstyling, Make-up und Outfit: kreativ, eigen, trendnah. Am Ende war aus der 18-Jährigen mit kinnlangem Bob ein kurzhaariger Vamp geworden – mit verwechselnder Ähnlichkeit zu Popdiva Rihanna. "Die Maria hat schon alle Blicke auf sich gezogen", erzählt Lena stolz. Allein das sei schon ein Erfolg gewesen. Dass dann auch noch ein dritter Platz herausspringt, habe das Trio dann völlig überrascht.
"Die Konkurrenz war ziemlich krass", erzählt Lena. Sie und ihr Team seien ganz erschrocken gewesen, als feststand, dass sie es ins Finale geschafft haben. "Wir wussten, unsere Arbeit ist gut – aber die anderen waren echt stark und kamen zum Großteil aus Städten wie Berlin oder Köln." Am Ende setzten sich die drei Mädels aus dem Schwarzwald gegen die meisten Mitbewerber aus den Metropolen durch. Nur ein Team aus Köln landete einen Platz über den Freudenstädtern, die Erstplatzierten kamen aus Schramberg.
Auf dem Erfolg ausruhen möchten sich Lena, Sina und Maria nicht. Schließlich steht im September der nächste Wettbewerb, die Friseurlandesmeisterschaft, an. Auch hier wollen die Freudenstädter wieder ganz vorne mitspielen. Und: Jetzt, wo sie den dritten Platz bei der deutschen Meisterschaft erreicht haben, möchten sie beim nächsten Mal natürlich mindestens den Titel halten. "Es gibt noch Luft nach oben. Wir ruhen uns jetzt nicht auf dem Erfolg aus", sagt Lena, nimmt die Auszubildende in den Arm und schmunzelt.