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Freudenstadt Aus buntem Holzstuhl wächst ein Bäumchen

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Ein kleiner Nadelbaum wächst aus der Sitzfläche dieses farbenfrohen Stuhls. Fotos: rt Foto: Schwarzwälder Bote

Viele Überraschungen sind derzeit in einem Waldstück hinter dem Krankenhaus in Freudenstadt zu bewundern. Dort laden Kinderbilder Spaziergänger, Patienten und Besucher des Krankenhauses ein, etwas genauer hinzusehen.

Freudenstadt. Ein bunt bemalter Holzstuhl. Ein mit Schnüren zwischen zwei Tannen gezurrter, rustikaler Webrahmen. Eine illustre Ausruhbank aus Baumstämmen und Stuhlsitzen mitten im Wald. Farbenfrohe Kinderbilder hängen in selbstgebastelten Rahmen aus fantasievoll mit Wolle umwickelten Ästen an dicken Baumstämmen oder schaukeln zwischen biegsamen Zweigen.

Die Bilder und Basteleien sind entstanden in einer Aktion der drei Gruppen des Waldkindergartens der Kinderwerkstatt Eigen-Sinn unter der Leitung von Yvonne Schweiker. Eine farbenfrohe Gemeinschaftsarbeit der Kinder mit ihren Erzieherinnen, Praktikantinnen und Schülerinnen.

"Kunst und Natur", so sagt Erzieherin Kerstin Urbat, "passen auch für unsere Kleinen zusammen. Auch große Künstler haben sich ja immer wieder damit beschäftigt". Wie sehr Herbstlaub, Farne, Ranken, Rinden, Zapfen, Kastanien oder Zweige die Fantasie der Kinder anregen, ist in dieser Aktion – die noch andauert – gut nachzuvollziehen. Da wird ein alter Küchenstuhl – eine Beute vom Sperrmüll – rundum in weiches Moos eingepackt. Bei einem anderen wächst aus der Sitzfläche ein kleiner Nadelbaum.

Der Webrahmen lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, Blätter oder Zweige zwischen die Fäden zu spannen. An einer Sitzbank hängt die in Folie gesicherte Geschichte vom Ende des Regenbogens, eine kleine Abwechslung für Spaziergänger, die sich dort ausruhen wollen.

Auch ein Vesper darf nicht fehlen

Immer wieder wandern die Kindergarten-Gruppen gemeinsam oder getrennt in ihren "Kunstwald", um diesen noch weiter zu verschönern. Der mitgezogene Bollerwagen ist beladen mit Bildern, Collagen, Kastanienketten, Schnüren, Farben, Wollresten, Kordeln und was man sonst alles braucht, um Kunst im Wald zu installieren. Natürlich bringen die Kinder in ihrem Rucksäckle ein Vesper mit. Kunst macht bekanntlich hungrig.

Es ist erstaunlich, wie selbstständig sich die Kleinen im Wald auf die Suche nach Neuem und Unerforschten machen, wie leicht sie sich anleiten lassen und gegenseitig anregen und begeistern. Kunst ist ihnen ja ebenso wenig fremd wie der Wald. Sie haben sich schon mit Hermann Hesse beschäftigt, mit den lustigen Häusern von Hundertwasser, haben Ludwig van Beethovens Kanon "Esel aller Esel" gelernt. Was Wunder, dass da bei so viel Kunst ein Vierjähriger ganz cool von "Hermann Beethoven" erzählt. Nicht alles aber ist eitel Sonnenschein bei den Kleinen. "Manche Kinder haben geweint, als der Wald hinter dem Krankenhaus gerodet wurde", erinnert Kerstin Urbat an den Kahlschlag zur Erweiterung des Gewerbegebiets Kohlstätter Hardt vor wenigen Wochen. Schlimm trifft es die Kleinen auch, dass ihre Kunstwerke immer wieder von unbekannten Rowdies sinn- und hirnlos heruntergerissen und zerstört werden.

Die Kindergärtnerinnen hatten eigentlich vor, Eltern und Öffentlichkeit zu einer kleinen Ausstellung in ihren Kunstwald einzuladen. "Unter diesen Umständen überlegen wir es uns aber, ob das überhaupt sinnvoll ist", sagt Kerstin Urbat.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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