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Freudenstadt Arbeitskreise sehen Forderungen berücksichtigt

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Ein dicker Wälzer ist das Gutachten zum Nationalpark, das gestern im Landtag in Stuttgart vorgestellt wurde. Foto: Murat

Region - Auch wenn wohl noch kein Sprecher der sieben regionalen Arbeitskreise Zeit hatte, das ganze Gutachten zum möglichen Nationalpark im Nordschwarzwald zu lesen: Die Experten, die PricewaterhouseCoopers und ö:konzept zugearbeitet hatten, sehen ihre Anliegen und Forderungen offenbar großteils berücksichtigt – zumindest nach der Präsentation des Gutachtens gestern in Stuttgart und der Lektüre der Zusammenfassung.

Im Arbeitskreis Naturpark/Nationalpark, der unter Vorsitz von Landrat Klaus Michael Rückert tagte, wurden Eckpunkte erarbeitet, wie eine mögliche Zusammenarbeit von Naturpark und Nationalpark aussehen kann. "Die Zusage des Ministers, dass der Naturpark im Nationalparkrat Sitz und Stimme bekommen würde, ist für mich ein klares und starkes Zeichen, dass das Land dem Naturpark und seiner Arbeit eine wichtige Bedeutung beimisst", zeigte sich Rückert gestern mit dem Ergebnis zufrieden.

Auch für den Baiersbronner Bürgermeister Michael Ruf sind nach dem ersten Eindruck die wesentlichen Forderungen des Arbeitskreises Infrastruktur vom Land aufgegriffen worden: "Uns war wichtig, dass die Region beim Nationalpark paritätisch mitbestimmen kann und die Zügel mit in der Hand hat", meinte er gestern nach der Vorstellung des Gutachens. Wichtig sei aber auch das Ausgleichsangebot gewesen, das Agrarminister Alexander Bonde den Sägewerkern in der Region gemacht hat, so Ruf. Hermann Bareiss, Vorsitzender des Arbeitskreises Tourismus, sieht die positiven Perspektiven für den fremdenverkehr in dem Gutachten gut dargestellt.

"Was wir hörten, war beeindruckend", beschreibt er die Präsentation des Gutachtens, wenn ihm auch "in Einzelbereichen da und dort die Tiefe gefehlt" habe. Sein Herzenswunsch sei es, so Bareiss, dass sich die Menschen in der Region, in Freudenstadt und Baiersbronn auf der Basis des Gutachtens eine eigene Meinung bilden und sich nicht irritieren lassen. Die umfassende Information sei wichtig vor der Bürgerbefragung zum Nationalpark.

Thomas Hauck hat im Arbeitskreis Wildtiermanagement mitgearbeitet und sieht dessen Forderungen im Gutachten auch berücksichtigt. "Uns war vor allem wichtig, dass weiterhin Wildtiermanagement betrieben wird", betonte der Forstamtsleiter aus Baden-Baden. In der Kernzone des Nationalparks soll laut Gutachten "weitgehend" auf jagdliche Eingriffe weitestgehend verzichtet werden. Das Wildtiermanagement soll sich nicht auf den Nationalpark beschränken, sondern auch auf das angrenzende Umfeld erstrecken.

"Das Rotwild und die Rehe wissen ja nicht, wo die Grenze des Nationalparks ist", sagt Hauck. Um negative Auswirkungen auf angrenzende Wirtschaftswälder zu vermeiden, sei die Abstimmung mit den umliegenden Jagden erforderlich. Hauck: "Das funktioniert nicht von allein." Der angestrebte Umbau des Walds hin zu einem höheren Tannen- und Buchenanteil sei ohne Wildtiermanagement nicht zu machen.

Georg Jehle, Sprecher des Arbeitskreises Waldumbau/Borkenkäfer, bescheinigt den Gutachtern in einer ersten Stellungnahme, dass sie sein spezielles Thema "weitgehend aufgegriffen" haben. Die Chancen des Waldumbaus und die Risiken des Borkenkäferbefalls seien, so der Leiter des Freudenstädter Kreisforstamts, "gut erkannt und umfassend behandelt" worden.

Deutlich gemacht werde in dem Gutachten auch, welche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden müssen, um angrenzende Wälder vor dem Borkenkäferbefall zu schützen. Es werde aufgezeigt, was man in den nächsten 30 Jahren tun kann, um einen aus dem Nationalpark kommenden Borkenkäferbefall zu verhindern.

Für Dorothee Braband vom Landratsamt in Calw, Sprecherin des Arbeitskreises Naturschutz und Biodiversität, war die Arbeit am Thema Nationalpark eigentlich im Dezember abgeschlossen. Damals lieferte sie den Ergebnisbericht ihrer Arbeitsgruppe ab. Und deren Ergebnisse findet Dorothee Braband im Gutachten auch durchaus wieder: "Zwischen unserem Ergebnis und dem Gutachten bestehen keine inhaltlichen Diskrepanzen", sagte Braband gestern. Eines der Ergebnisse sei gewesen, dass der Nationalpark im Hinblick auf den Naturschutz Ergebnisse bringe, die kein anderes Instrument im Naturschutz bringen könne. So könne man in einem Nationalpark auch Arten erfassen, die eine große Fläche zur Arterhaltung bräuchten, wie etwa der Dreizehenspecht. "Der Mehrwert eines Nationalparks ist also gegeben", fasst Braband zusammen.

Ihre Redaktion vor Ort Freudenstadt

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