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Freudenstadt Alte Fußbälle und frischer Kaffee

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Iris Rupp zeigt Hans-Martin Haist das seltene Exemplar eines Kartoffelsack-Fußballs aus Afrika. Foto: Eigen-Sinn Foto: Schwarzwälder Bote

Hans-Martin Haist hat ein neues Prachtstück in seiner Sammlung. Der Chef der Kinder-Werkstatt Eigen-Sinn sammelt seit Jahren Fußbälle von Straßenkindern aus aller Welt. Sein neustes Stück kommt aus Kenia.

Freudenstadt. Es sind seltsame Fußbälle aus fünf Kontinenten: Aus Lumpen, alten Reifen und Plastiktüten, aus Kork, Seegras und Bananenblättern, aus Lederresten und Stofffetzen zusammengeschnürt, rollten sie einst auf verlassenen Straßen, Fußballplätzen, Betonpisten, Müllhalden und Wiesen für die angeblich schönste Nebensache der Welt.

Das neue Stück ist von Schulkindern kunstvoll aus alten Kunststoff-Kartoffelsäcken geflochten und gezurrt, zwar nicht ganz rund, dafür aber weit gereist. Iris Rupp hat den Ball vom Mount Kenya nahe des Äquators mit nach Freudenstadt gebracht.

Rupps Kaffee- und Teehaus in Freudenstadt bezieht über einen Importeur in Hamburg einen Teil seines Rohkaffees von Kleinbauern im afrikanischen Kenia.

Händler besuchen Dorf auf 1800 Metern

Bei einem gemeinsamen Besuch von Kaffeehändlern im rund 1800 Meter hoch gelegenen Dorf Nyeri hatten die deutschen Gäste Gelegenheit, mit den Kleinbauern ins Gespräch zu kommen. Mit dem Verkauf der Kaffee-Marke Kedovo Kenya unterstützt auch das Freudenstädter Kaffee- und Teehaus ein Hilfsprojekt, das unter anderem Schulen für behinderte Kinder in Afrika unterstützt. "Bei einem Besuch einer solchen Schule hielt mir plötzlich eine Mitarbeiterin diesen Ball unter die Nase", erinnert sich Rupp: "Das ist was für Hans-Martin Haist, schoss es mir durch den Kopf, und ich habe den Ball gleich gekauft." Die Kinder im Dorf müssen deshalb nicht auf einen Ball verzichten. Im Gepäck der Besucher aus Freudenstadt befanden sich als Gastgeschenke für Kinder und Jugendliche einige Fußbälle, mit denen die afrikanische Mädchen und Buben jetzt kicken können.

Damit nicht genug, in den wenigen Tagen ihres Besuchs packten die Gäste feste an, wo sie gebraucht wurden. In der Schule wurde vielfach gewerkelt: "Wir haben Wände verputzt und gestrichen, und wir waren auf den Feldern und haben viel Kaffee gepflückt", so Rupp. In ihrem Gepäck befand sich auch ein Paket Kedovo-Kaffee aus Kenia, das sie für ihre Gastgeber von Freudenstadt mitgebracht hatte und aus dem sie vor Ort fachmännisch Kaffee kochte. Viele der afrikanischen Bauern tranken dabei zum ersten Mal in ihrem Leben Kaffee und zwar den eigenen, kenianischen Kaffee. "Manche von ihnen wissen gar nicht genau, zu welchem Zweck sie die Kaffeekirschen pflücken", staunte Rupp.

Zurück in Freudenstadt übergab sie den Ball an Haist, der ihn seiner Sammlung einverleibt.

Seltsame Sportgeräte aus aller Welt

Seit dem Fußball-Sommermärchen im Jahr 2006 sammelt er die seltsamsten Sportgeräte aus aller Welt. Rund 450 Bälle lagern wohlsortiert in Kartons, einige der schönsten Exemplare sind im Museum des Fußballweltverbands Fifa in Zürich ausgestellt. Die Bälle werden in der Regel von Missionaren, Sozialarbeitern oder Entwicklungshelfern gegen richtige Lederbälle eingetauscht. Oder sie werden als Paket von den entlegensten Stellen des Erdballs an Haist geschickt. Der will mit dieser Aktion auch auf das weltweite Elend der Straßenkinder aufmerksam machen. Mit Unterstützung von Sportvereinen aus der Region werden immer wieder mit den Bällen auch Trikots, Sporthosen- und Schuhe, Torwarthandschuhe und Käppis verschickt, die bei den Vereinen ausgedient haben und so gespendet werden.

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