Saskia Esken sprach mit Hebammen aus der Region. Foto: Büro Esken Foto: Schwarzwälder Bote

Geburtshilfe: Hebammen durch Corona in schwieriger Situation

Auch die Arbeit von Hebammen wurde durch Corona vor schwierige Herausforderungen gestellt. Die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD) und Hebammen aus Calw und Freudenstadt trafen sich zu einer Videokonferenz.

Region. Die Arbeit der Hebammen sei in den vergangenen Jahren immer stärker unter Druck geraten, nicht zuletzt durch knapp bemessene Vergütungen bei stetig steigenden Kosten für die Versicherung der Haftungsrisiken, so die SPD in einer Pressemitteilung. Durch den Ausbruch des Corona-Virus sei die Arbeit von Hebammen noch einmal deutlich erschwert worden.

Ursula Jahn-Zöhrens, Eva Biermayer, Mirjana Gaiser, Judith Halter, Heike Klumpp, Melanie Krebs, Claudia Plappert und Janina Wennagel nahmen an der Video-Konfereunz mit Saskia Esken teil. Ursula Jahn-Zöhrens, Hebamme aus Bad Wildbad, gab zu Beginn eine Einschätzung ab: "Corona war aus Sicht der Hebammen ernüchternd. In den Verordnungen wurde die Geburtshilfe nicht berücksichtigt, egal ob von Bund oder Ländern." Inzwischen habe sich die Situation wieder etwas verbessert.

Janina Wennagel aus Dornstetten kritisierte den zunächst schwierigen Zugang zu Schutzausrüstung: "Weil wir freiberuflichen Hebammen Kleinstunternehmerinnen sind, wurden wir zunächst bei der Beschaffung von Schutzkleidung und Masken alleine gelassen". Viele Hebammen hätten daher neue Wege ausprobiert und den Kontakt zu Schwangeren und Müttern im Wochenbett telefonisch oder per Videoübertragung gehalten.

Zunächst zu wenig Schutzausrüstung

Die Situation in den Kliniken war ebenso ein Thema. Etliche Hebammen sind in Teilzeit an den Kliniken im Nordschwarzwald eingestellt. Heike Klumpp, Hebamme aus Dornstetten, blickte auf die Anfangszeit der Pandemie zurück: "In Freudenstadt durften die Partner nicht einmal bei der Geburt dabei sein. Die Gebärenden haben das schnell mitbekommen und sind dann auf andere Krankenhäuser ausgewichen." Mirjana Gaiser aus Baiersbronn ergänzte: "Zu Beginn der Pandemie gingen in den Kliniken Sterillium, Mundschutz und Schutzausrüstungen aus. Nun ist es etwas einfacher, die Kliniken haben Schnelltests und auch wieder ausreichend Schutzausrüstung." Insgesamt habe sich in der Pandemie gezeigt, dass ein deutlich größerer Vorrat an Schutzausrüstung benötigt würde als bisher der Fall, so der Tenor in der Telefonkonferenz.

Saskia Esken mahnte darüber hinaus allgemein die Verbesserung der Situation der Geburtshilfe in den Kliniken an: "Da braucht es mehr Personal. Wären die Arbeitsbedingungen besser, würden die Hebammen auch in den Kliniken bleiben." Doch auch die Betreuung der eigenen Kinder stelle einige Hebammen vor große Herausforderungen.

Claudia Plappert gab einen Einblick in den Bachelor-Studiengang Hebammenwissenschaft an der Uni Tübingen, welchen sie leitet: "Ich sehe es als große Errungenschaft, dass die Hebammenausbildung künftig an den Hochschulen stattfindet. Wir wünschen uns für diesen Aufbau mehr finanzielle Mittel, sodass wir mehr Studierende aufnehmen können." Saskia Esken machte deutlich: "Die Ausbildungskosten und Vergütung der Auszubildenden muss für so viele Studierende getragen werden, wie sich bewerben". Zum Schluss betonte die Abgeordnete, dass die Arbeit der Hebammen einen hohen gesellschaftlichen Wert habe und dauerhaft entsprechende Wertschätzung erfahren sollte.

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