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Freudenstadt 200 demonstrieren gegen Rassismus und Hass

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Rund 200 Teilnehmer sind am Samstag zur Demonstration gegen Rassismus und Hass auf den Freudenstädter Marktplatz gekommen. Foto: Kunert

Freudenstadt - Rund 200 Teilnehmer sind am Samstag zur Demonstration gegen Rassismus und Hass auf den Freudenstädter Marktplatz gekommen.

Selbst ausfallende Mikrofone und kalte Windböen hinderten sie nicht daran, auszuharren und ihren Standpunkt zu vertreten. Die Kundgebung solle eine Demonstration des guten Willens für Vielfalt und Respekt sowie gegen Ausgrenzung, Rassismus, Hass und Gewalt sein.

Zum Auftakt gab es eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags in Hanau und deren Angehörige. Die Zahl der Demonstranten beeindruckte sichtlich auch viele der insgesamt 15 Sprecher der Kundgebung, unter ihnen Freudenstadts Bürgermeisterin Stephanie Hentschel und Landrat Klaus Michael Rückert. Wiederholt kam in ihren Reden zum Ausdruck, dass die Kundgebung in Freudenstadt Mut mache, an der Demokratie und dem friedlichen Zusammenleben nicht zu zweifeln.

"Der Landkreis Freudenstadt zeigt Flagge, Standfestigkeit und Gesicht", sagte Rückert. Die Kundgebung wurde mehrfach als "ein starkes Zeichen der Demokratie und für ein achtsames Miteinander" gewertet. Die Initiatoren erhielten vielfach Respektsbekundungen und Dank.

Viviana Weschenmoser, Kreisvorsitzender der SPD aus Horb, und ihr Vorgänger Gerhard Gaiser aus Baiersbronn hatten die Idee zur Kundgebung. "Wir müssen ein Zeichen setzen", sagte Gaiser zum Anschlag in Hanau. Weschenmoser hatte die Organisation der Kundgebung übernommen, zu der auch die Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, Migrationsverbände und das "Bündnis gegen Rechts" aufgerufen hatten. Unter den Teilnehmern waren dann auch Bürgermeister sowie zahlreiche Kreis- und Gemeinderäte aus verschiedenen Parteien.

"Kein Platz für populistische Gedanken"

"Heute haben Hass, Gewalt und populistische Gedanken keinen Platz", eröffnete Weschenmoser die Reihe der Reden. Bürgermeisterin Hentschel, sichtlich ergriffen, versicherte, dass die Stadtverwaltung weiterhin den friedlichen Austausch zwischen den Menschen in Vereinen, Schulen und im täglichen Zusammenleben fördern wolle. Pastor Michael Mäule als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen verbat sich in christlichen Gemeinden Äußerungen der Respektlosigkeit, Ausgrenzung und Rassismus. Derartige Sprüche, so ergänzte Nurcan Dogan als Sprecherin der alevitischen Gemeinde in einem Redebeitrag, bereiten den Boden für reale Bedrohungen und Ängste, für Hass und Hetze: "Die NSU-Morde, die Anschläge von Halle und Hanau sind Realität."

Zahlreiche weitere Sprecher von Parteien und Organisationen aus dem Landkreis - Frauen wie Männer - wandten sich gegen Faschismus und Gewalt, sagten, sie sähen das Land und die Demokratie in Gefahr. Wiederholt riefen sie auf, rechtsgerichtete und rassistische Aussagen weder in Schule oder Verein, noch am Arbeitsplatz oder am Stammtisch einfach hinzunehmen, sondern aufrecht dagegen anzugehen und für die Demokratie einzustehen.

Scharfe Kritik äußerten verschiedene Sprecher am Freudenstädter Kreisverband der FDP, dessen Vorsitzender, Kreisrat Ernst Wolf, Kreistagsmitglieder der AfD als "gestandene Männer und Demokraten" bezeichnet hatte (wir berichteten). Holger Egger, Vorsitzender des Landesbezirksvorstands der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, sah bei der FDP noch "viel Diskussionsbedarf" im Umgang mit der AfD. Und die AfD sei "von tiefbrauner Gesinnung". Kreisrätin Bärbel Altendorf-Jehle als Sprecherin der Fraktion "Frauen im Kreistag" beschlich bei derartigen Aussagen Angst. "Ich habe Angst, dass die Demokratie zerbricht." Auch Viviana Weschenmoser befürchtete, dass die viel zitierte Brandmauer zur AfD bröckele. Sie erwartete von FDP-Landesvorsitzenden und Kreisrat Michael Theurer, dass er aufhöre, "in dieser Frage rumzueiern und klare Kante gegen Rechts zeigt". 

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