In Bad Liebenzel freut man sich über Foto: ©Boris - stock.adobe.com

Weil der Holzpreis hoch ist, bringt der Bad Liebenzeller Forst 2025 über 150.000 Euro ein. Trotz Klimawandel geht es dem Wald noch gut.

Die Stadt Bad Liebenzell kann jeden Cent an Mehreinnahmen gut gebrauchen. Deshalb war im Gemeinderat die Freude groß, als Revierförster Alex Volkert die Zahlen aus dem vorigen Jahr präsentierte. Mit rund 37.000 Euro Gewinn hatte er geplant. Gut 156.000 Euro sind es geworden. Für diese Vervierfachung gibt es zwei Gründe: den Holzpreis und Fördergelder für klimaangepasstes Waldmanagement.

 

Mehr Holz eingeschlagen

„Holz war gefragt wie nie“, sagte Inge Hormel. Sie leitet im Landratsamt die Abteilung für Forst und Jagd. Aller Krisen zum Trotz sei der Holzpreis sehr gut. Im Leitsortiment für Rundholz Fichte/Tanne liege der Preis bei fast 140 Euro pro Festmeter. „So hoch war der Preis noch nie“, so Hormel. Die Einnahmen aus dem Holzverkauf lagen mit knapp 240.000 Euro über 100.000 Euro höher als geplant. Das liegt nicht nur am Holzpreis. Weil der hoch ist, hat Revierförster Volkert auch knapp 1000 Festmeter mehr eingeschlagen. Über zehn Jahre gerechnet bleibe es aber im Schnitt beim Einschlag von 2000 Festmetern jährlich. So werde er 2026 entsprechend weniger Holz einschlagen. „Wir wirtschaften weiter nachhaltig“, machte Volkert klar.

Bestimmte Kriterien

Das klimaangepasste Waldmanagement spülte ebenfalls Geld in die kommunale Kasse. Vor gut zwei Jahren hatte sich der Gemeinderat dafür entschieden. Dabei verpflichtet sich die Stadt dazu, ihren Wald nach bestimmten Kriterien zu bewirtschaften. Dazu zählt zum Beispiel ein Verzicht auf Kahlschläge oder die Aufforstung mit klimaresilienten Baumarten. Auch müssen Habitatbäume kartiert und erhalten werden. Außerdem muss mehr Totholz im Wald verbleiben. All das soll Tieren und Bäumen im Wald langfristig eine Zukunft sichern.

Weil durch das klimaangepasste Waldmanagement die Waldbewirtschaftung etwas eingeschränkt wird, gibt es für die Umsetzung vom Bund Fördergelder. 27.000 Euro flossen dadurch 2025 nach Bad Liebenzell. Volkert hatte erst mit 2026 mit den diesen Geldern gerechnet. Auch deshalb verbesserte sich das Ergebnis gegenüber dem Plan. Dazu kommt, dass die Ausgaben im Plan geblieben sind. Die Mehreinnahmen blieben also fast komplett bei der Stadt hängen.

Weitere gute Nachrichten

Volkert und Hormel hatten sogar noch mehr gute Nachrichten dabei. Was Wetter und Klima angehe, bezeichnete Hormel Bad Liebenzell als „Insel der Glückseligen“. Der örtliche Wald profitiere vom niederschlagsreichen und tendenziell kühlen Klima. Die Bäume hätten in der Wachstumsphase gut zulegen können. Trotzdem zeige sich, dass das Wetter immer extremer werde. 2025 sei jeder Monat im Vergleich zum langjährigen Schnitt zu warm gewesen, fünf Monate davon sogar deutlich zu warm. Spitzenreiter war der Juni. Der lag 4,3 Grad über dem Schnitt. Sechs Monate seien deutlich zu trocken gewesen, in vier Monaten habe es hingegen viel zu viel geregnet.

Während im Dezember nur ein Viertel der üblichen Niederschlagsmenge fiel, war es im September doppelt so viel wie sonst.

Einschlag wird reduziert

Ob Wetterextreme dem Wald in diesem Jahr mehr zu schaffen machen, wird sich zeigen. Revierförster Volkert reduziert den Einschlag jedenfalls auf knapp 1600 Festmeter. Nach Abzug aller Kosten rechnet er mit einem Gewinn von gut 70.000 Euro.