Sylvia Borrmann feierte ihr 40-jähriges Dienstjubiläum im KWA Kurstift – eine Seltenheit, wie Stiftsdirektorin Ileana Dieter findet.
Ein großes Jubiläum, das in der heutigen Welt mit ihrer Schnelllebigkeit, nur noch wenige feiern dürfen, so die Mitteilung des Kurstifts.
Sichtlich gerührt und voller Freude strahlt Sylvia Borrmann das aus, was KWA mit seinen Werten verkörpern möchte: Wertschätzung, Gemeinschaft, Kontinuität, Zielorientierung, Wirksamkeit und Sicherheit.
Ihre Freude in der Begegnung mit älteren Menschen war auch das, was Sylvia Borrmann zum KWA geführt hatte: Als damals noch junge Frau, gab ihr eine gute Freundin den Tipp, sich im Kurstift zu bewerben. Ihr hatte sie erzählt, dass es ihr Traum sei, mit älteren Menschen zu arbeiten. Kurzerhand wurde sie eingestellt. „Ich war überglücklich. Ich konnte es gar nicht fassen“, strahlt Sylvia Borrmann heute noch mit glänzenden Augen. „Es tat mir persönlich schon immer gut, wenn die Seniorinnen und Senioren so glücklich über ihr Leben erzählten. Da hatte ich mich immer gefragt: Wie wird es mir einmal ergehen, wenn ich alt bin? Mir hat die Arbeit im Kurstift die Angst vor dem Alter genommen und die Bewohnerinnen und Bewohner sind einem über die Jahre ans Herz gewachsen.“
An ihren ersten Arbeitstag erinnert sie sich nur noch vage. Von ihrer Vorgesetzten wurde sie allen Kolleginnen und Kollegen sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern vorgestellt. Aufgrund ihres jungen Alters von 23 Jahren, wurde sie nicht von allen direkt positiv aufgenommen. „Als junge Frau musste ich mich beweisen. Ich wurde nicht von allen direkt als vollwertige Person gesehen. Die Zeiten waren damals einfach noch anders.“
Zu Beginn arbeitete Sylvia Borrmann als Etagendame und betreute die Bewohnerinnen und Bewohner. Nachdem das Restaurant-Café gebaut wurde, wechselte sie in den Service, wo sie bis heute tätig ist.
In all den 40 Jahren sind ihr besonders die großartigen Feste im Kurstift in Erinnerung geblieben: die Besuche des Nikolaus, Geburtstage, Jubiläen und alle anderen besonderen Feierlichkeiten im großen Festsaal. Aber auch die traurigen Momente, wenn Bewohnerinnen und Bewohner, die ihr sehr nahe standen aus dem Leben geschieden sind. Sie ist heute noch sehr dankbar für die gemeinsame Zeit und dass viele auch ihr gesamtes Leben durch Erzählungen mit ihr geteilt haben. „Man wächst hier zu einer Familie zusammen und erkennt schnell wie wertvoll das Leben ist“, beschreibt Sylvia Borrmann die emotionalen Momente mit Bewohnerinnen und Bewohnern.
Als Herausforderungen beschreibt sie die Umstellung von der Etage aufs Restaurant-Café. Früher wurde das Mittagessen ausschließlich in den eigenen Wohnungen, für sich allein gegessen. Dann irgendwann gab es Frühstück und Abendessen im Restaurant. Heute werden alle Mahlzeiten im Restaurant gegessen, was den Kontakt und die Gemeinschaft unter den Bewohnern fördert.
Dem Kurstift 40 Jahre lang treu zu bleiben, ist ihr auch in herausfordernden Zeiten nicht schwergefallen. Denn über all die Jahre hinweg hat sie viele verschiedene Menschen kennengelernt, unterschiedliche Generationen, wodurch auch viele enge Kontakte entstanden sind. „Außerdem war es mein persönliches Ziel bis zur Rente und vielleicht sogar darüber hinaus im Kurstift zu bleiben und diese 40 Jahre zu knacken.“, lacht Sylvia Borrmann fröhlich.