Viele Schüler dürfen ab heute wieder in ihre Klassenzimmer zurückkehren. Andere sind im Rahmen des Wechselunterrichts erst nächste Woche an der Reihe. (Symbolfoto) Foto: Kusch/dpa

Ab heute ist es so weit: Grundschulen und Kindertagesstätten dürfen öffnen – wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Nach der wochenlangen Schließung haben die Eltern und die Kinder also Grund zur Freude. Freude ist auch in den Einrichtungen deutlich zu spüren.

Sulz - Es ist eine große Herausforderung, die die Kindertagesstätten und Schulen derzeit zu bewältigen haben. Trotzdem freuen sich Leiter, Erzieher und Lehrer darauf, die Kinder wieder begrüßen zu dürfen. Wir haben uns in Sulz umgehört, wie die Stimmung in den Einrichtungen ist.

Schritt in Selbstständigkeit

Die Kindertagesstätten und Kindergärten kehren zu einem "Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen" zurück. Erleichtert darüber, dass der normale Alltag schrittweise wieder da ist, zeigt sich Silke Kolb, Leiterin des katholischen Kindergartens St. Johann in Sulz.

"Ich glaube, dass sich jeder darüber freut – Eltern, Kinder aber auch Erzieher", sagt sie in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Die Eltern seien bereits im Vorfeld über das Vorgehen sowie die aktuellen Hygienemaßnahmen per E-Mail informiert worden.

Es gelten die gleichen Regeln wie auch nach der ersten Wiedereröffnung im vergangenen Jahr, erläutert Kolb. So müssen die Eltern ihre Kleinen an der Tür verabschieden, nur Krippenkinder dürfen in den Kindergarten begleitet werden. Selbstverständlich müssten alle, die das Haus betreten, ihre Hände gründlich waschen.

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Die Regelungen haben aber auch etwas Positives an sich: "Es ist ein kleiner Schritt in die Selbstständigkeit", stellt die Leiterin des Kindergartens mit einem Schmunzeln fest. Da die Kinder nicht mehr von ihren Eltern begleitet werden können, müssen sie sich selbst an- und ausziehen. Doch damit kommen alle gut zurecht, die Kleinen haben sich bereits während der zweiten Wiedereröffnung gut mit der neuen Situation abgefunden. "Es war so, als wären sie nie weggewesen", blickt Kolb auf die Zeit im vergangenen Jahr zurück und freut sich, die Kinder wiederzusehen.

Bedenken habe sie nicht. Die Erzieherinnen können sich zwei Mal in der Woche auf das Coronavirus testen lassen, erklärt die Leiterin. "Ich hoffe, es bleibt bei der Öffnung", sagt sie.

Regelmäßige Videokonferenzen

Froh, dass die Kindergärten ihre Türen wieder öffnen können, ist auch Silvia Weimer, Leiterin des Kindergartens in Holzhausen. Auch hier wurden die Eltern zuvor informiert – mit Hilfe einer App. Über die App erhalten die Eltern regelmäßige Updates, und die Einrichtung konnte so auch während der Schließung den Kontakt aufrechterhalten.

"Wir haben mit den Vorschülern regelmäßige Videokonferenzen geführt. Das war wichtig", berichtet Weimer. Den Kindern habe das Beisammensein sehr gefehlt, bedauert sie. In solchen Zeiten müsse man eben neue Medien nutzen, um miteinander zu kommunizieren. Dies komme auch bei den Kleinen sehr gut an.

Für die Zukunft zeigt sich Weimer zuversichtlich. "Ich habe das Gefühl, dass es funktioniert", sagt sie – auch mit Blick auf die Öffnung nach dem ersten Lockdown. Und sie bringt deutlich zum Ausdruck: "Wir freuen uns auf unsere Kinder".

Schwerpunkt Unterricht

In den Sulzer Grundschulen wird ab heute Wechselunterricht angeboten. Die Rahmenbedingungen kommen vom Land, jede Schule hatte Spielraum bei der Umsetzung – je nach räumlichen und personellen Konstellationen vor Ort.

Klaus Elbers, der Leiter der Grundschule Fischingen, klingt froh und erleichtert: "Es ist unser Job, mit den Kindern zu arbeiten. Wir sind froh, dass es losgeht und freuen uns sehr, dass wir die Schüler wieder an der Schule haben." Die erste und die dritte Klasse starten diese Woche, nächste Woche sind Klasse zwei und vier an der Reihe. Unterrichtet werden sie dann von 8 bis 13 Uhr an allen fünf Tagen. "Mindestens zehn Stunden in der Woche war die Vorgabe des Landes. Wir haben versucht, sie so weit wie möglich auszureizen."

Nebenher muss auch die Notbetreuung weiterlaufen. Diese wurde in Fischingen während der Schließung sehr gut angenommen und rege genutzt – von zeitweise bis zu 15 Kindern. "Jetzt wird die Notbetreuung nur Betreuung sein, weil wir unseren Schwerpunkt auf den Unterricht legen müssen", erklärt Elbers. Das Homeschooling, stellt der Schulleiter fest, habe beim großen Teil der Familien sehr gut funktioniert. "Die Eltern haben ganz toll mitgearbeitet und sich sehr viel Mühe gegeben", lobt er. Die Videokonferenzen waren laut Elbers für die Kommunikation, für den Austausch sehr wichtig – nun wartet das Kollegium gespannt auf den Präsenzunterricht.

Eltern fangen viel auf

Das Engagement der Eltern im Homeschooling lobt auch Christine Fries, die die Grundschule Bergfelden leitet: "Wir hatten guten Kontakt zu Eltern und Kindern. Es hat in allen vier Klassenstufen sehr gut funktioniert." Auch die Notbetreuung wurde hier rege in Anspruch genommen.

Nun starten diese Woche die Klassen eins und zwei, nächste Woche dürfen dann Dritt- und Viertklässler in ihre Klassenzimmer zurückkehren. Es sei eine Herausforderung gewesen, den Wechselunterricht zu planen und zu organisieren, doch nun freuen sich alle Lehrer sehr auf den Start, macht Fries klar.

Auch in der Grundschule Holzhausen ist die Erleichterung groß. "Wir freuen uns, dass wir wieder Kinder vor uns haben und nicht hinter dem Computer", meint Lehrerin Ann-Kathrin Walter. Die Eltern, betont sie, hätten sehr viel mit den Kindern gearbeitet und sehr viel aufgefangen. "Es ist eine unglaubliche Leistung", sagt Walter anerkennend.

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