Nicht zufrieden ist die Gemeinde Königsfeld mit den aktuellen Touristenzahlen. Immerhin sei die DreiWelten-Card sehr erfolgreich, man registriere im Freibad Solara mehr Gäste aus einem größeren Einzugsgebiet. Foto: Michael Kienzler

„Nicht befriedigend“ nannte Bürgermeister Fritz Link im Ausschuss für Tourismus, Kultur, Bildung, Jugend und Soziales die Zahlen des touristischen Jahresberichts 2022, die Kurgeschäftsführerin Andrea Hermann vorstellte.

Erfolgreich verlief ihr zufolge die Umsetzung der Vorschläge der Haushaltsstrukturkommission. Die schwierige Diskussion habe sich gelohnt, so Link. Über den Berg sei man aber noch lange nicht.

2022 fiel die CMT in Stuttgart aus, besucht wurde ein „Aktionstag Geschichte“ in Oberndorf. Anzeigen konzentrierten sich auf Kultur- und Veranstaltungshighlights. Ein Gruppenkatalog vor allem für Busreisende kam gut an, immer schwieriger wird es aber, Gastgeber für den Buchungskatalog zu finden.

Neue Struktur bei Kurkonzerten kommt an

Hervorragend habe die neue Struktur der Kurkonzerte funktioniert, mit 1247 Besuchern bei zehn Veranstaltungen. Gut angenommen wurden Pauschalangebote mit der VHS Herrenberg, die aber 2023 pausieren müssen, da die entsprechende Mitarbeiterin nicht zur Verfügung steht.

Gut funktionierte der privatisierte Fahrradverleih, der Dienstleister stellte aber zum Jahresende das Angebot ein. Man ist auf der Suche nach einem Ersatz.

DreiWelten-Card bringt mehr Badegäste

Sehr erfolgreich, so Andrea Hermann, lief die DreiWelten-Card, die auch Anbieter außerhalb des Landkreises beinhaltet. Beim Freibad Solara sehe man damit Gäste aus einem größeren Einzugsgebiet.

Das Haus des Gastes erzielte im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 Mehreinnahmen, auch der Gymnastikraum im Curavital war stärker frequentiert, aber noch nicht so wie vor Corona. 2022 fanden 120 Veranstaltungen mit etwa 1400 Teilnehmern statt.

Laut Hermann entwickelte sich das Reiseverhalten nicht so positiv, wie erhofft. Zwar gab es eine Steigerung auf 126 000 Übernachtungen und etwa 12 500 Ankünfte, die lagen aber dennoch unter den Zahlen von 2019 mit gut 158 000 Übernachtungen und über 27 000 Ankünften. Ein Grund ist der komplette Wegfall von Gruppenreisen.

„Erschreckend nannte Bürgermeister Fritz Link dabei den Rückgang des Anteils ausländischer Gäste von früher 30 auf heute zwölf Prozent. „Gottseidank“ gebe es die Kliniken mit einem Anteil von 85 Prozent an den Übernachtungen. Insgesamt könne das Ergebnis aber nicht befriedigen.

Zahl der Betten sank auf 650

Die meisten inländischen Gäste, 60 Prozent, kommen laut Hermann aus Baden-Württemberg, zehn Prozent aus Bayern. Weiterhin ein großes Problem sei das mangelnde Bettenangebot, weshalb man nicht alles bedienen könne. Deren Zahl sank von 800 auf 650. Link betonte die Notwendigkeit von Reaktivierungen und Neuansiedlungen, vor allem im höheren Bereich und bei Wellness.

2023 geplant ist die Umsetzung des Hüttenkonzepts. Immer noch nicht fertig ist das Trekkingcamp. Bis 22. März soll der Chargercube für den Busbahnhof geliefert werden.