Die Bevölkerung wünscht sich bessere Zugangsmöglichkeiten zum Fluss.
Doch während die Berufsschifffahrt höchstens bei Niedrigwasser des Rheins beeinträchtigt ist, gibt es vielerorts nach wie vor zu wenige Rheinzugänge für die breite Öffentlichkeit.
Diese sind zwischen Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen weitestgehend den rheinanliegenden Vereinen sowie den Yachthäfen und Wassersportclubs vorbehalten. Auch die Ruderclubs dulden die Nutzung ihrer am Rhein liegenden Vereinsareale überwiegend den eigenen Mitgliedern.
Lediglich bei Großereignissen wie beispielsweise dem Drachenbootrennen in Grenzach-Wyhlen können auch Besucher auf dem Ruderclubareal die Rennen miterleben. Frei zugänglich ist zwischen Rheinfelden und der Grenze zur Schweiz auf der deutschen Seite des Rheins in Grenzach-Wyhlen daher nur noch das Hertener Loch, das bei sommerlichen Temperaturen voll belegt ist und wo viele auch den Rhein für ein kühles Bad nutzen.
Ansonsten ist das Schwimmen im Rhein vielerorts nicht erlaubt, es erfolgt vielmehr auf eigene Verantwortung wie dies auch auf der Homepage der Gemeinde Grenzach-Wyhlen nachzulesen ist. Dazu zählt auch das Schwimmen im Rhein auf Höhe des Freibades. Die Gemeinde verweist in diesem Zusammenhang vielmehr auf Anfängerausbildungen und Rudermöglichkeiten bei den entsprechenden Vereinen, sollte man selbst auf dem Rhein aktiv werden wollen.
Zahlreiche Hindernisse versperren den Zugang
Eine weitere Beeinträchtigung für den Rheinzugang sind die Naturschutzgebiete wie zum Beispiel am Altrhein in Wyhlen wo lediglich die Wiese auf dem Firmengelände von naturenergie zum Sonnenbaden einlädt. Das Schwimmen im vorgelagerten Altrheinarm oder gar der Wassersport ist dort jedoch offiziell nicht erlaubt und es wird vor Gefahren wegen gefährlicher Strömungen gewarnt. Noch nicht fertiggestellt ist darüber hinaus der Rheinuferweg südlich des BASF-Areals, der in früheren Zeiten für Wanderer und auch die Fischerei ein schönes und begehrenswertes Refugium war.
Bereits vor zwei Jahren sagte FW-Gemeinderat Peter Weber, dass er sich freue am Rhein südlich der BASF wieder spazieren gehen zu können, während Ulrike Ebi-Kuhn (CDU) im Jahr 2023 die entsprechend politischen Beschlüsse zwischen der BASF und der Gemeinde als Krönung eines langen Weges bezeichnete (wir berichteten).
Bootssporller fordern öffentliche Slipanlagen
Bis heute ist jedoch nach wie vor nichts geschehen, so dass im Rheinvorland-West das Rheinufer unzugänglich ist, was viele bemängeln. Für mehr Attraktivität am Rhein sorgte zuletzt lediglich Rheinfelden/Schweiz wo das Inseli saniert und neugestaltet wurde. Auch der Zugang ins Rheinwasser wurde maßgeblich verbessert.
Weiter rheinabwärts wird derweil mit Sätzen wie „Wohlfühlen am Rhein“ in Grenzach-Wyhlen geworben wo es heißt „darum ist es am Rhein so schön. Grenzach-Wyhlen liegt mitten im Dreiländereck am Rhein auf der Sonnenseite mit Blick in die Schweiz. Kann es schöner sein? Viele lauschige versteckte Plätze, ursprüngliche Wege direkt am Wasser teils unter schattigen Bäumen, teils auf befestigtem Untergrund - hier können Sie entspannen und die Natur genießen. Genießen Sie den Grenzach-Wyhlener Rheinabschnitt am Ufer, auf dem Wasser oder einfach mit Blick auf den Rhein. Ob zu Fuß, mit dem Rad, im Boot oder auf dem Schiff. Lassen Sie sich treiben.“
Wunsch und Wirklichkeit klaffen daher nach wie vor auseinander, wenn es darum geht am Rheinufer zwischen Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen weitere Zugänge zu schaffen, die für jeden erreichbar sind. Dies müsse auch für Bootssportler gelten, die ihre Boote slippen müssen, um in den Rhein zu gelangen, so die Forderung einer zunehmenden Zahl von Bootsbesitzern, die auf den Staustufen des Rheins Wassersport betreiben wollen. Denn das Slippen von Booten ist nach wie vor nur bei den rheinanliegenden Yacht- und Wassersportclubs möglich und in vielen Fällen nur den Vereinsmitgliedern vorbehalten.