Der Jugendgemeinderat will die Spielfläche hinter der Halle für die Allgemeinheit öffnen. Damit es zu keinen Konflikten kommt, schlägt er ein Buchungssystem vor.
„Seit 15 Jahren gibt es den Wunsch nach einem Bolzplatz“, erklärte der Vorsitzende des Jugendgemeinderates, Anton Krause, jüngst in der Sitzung des Gemeinderates von Bad Liebenzell. Die Jugendlichen waren schon vor einer Weile mit der Idee ins Gremium gekommen, den Außenbereich hinter der Sporthalle öffentlich zugänglich zu machen. Andere Pläne für den Standort eines Bolzplatzes - auf der Missionswiese, im Kurpark, beim oder im Freibad - hatten sich in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen zerschlagen.
Der Gemeinderat steht dem Plan der Jugendlichen grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings, so schränkte Krause nun selbst ein, ist eine solche Öffnung nicht ohne Probleme. Vor vier Jahren sei die Fläche hinter der Sporthalle schon mal öffentlich zugänglich gemacht worden. Das habe gut geklappt - bis auf die Vermüllung. Vor zwei Jahren habe dann der Vandalismus zugenommen.
Trotzdem ist Krause von seinem Plan überzeugt. Es sei ein Vorteil, dass es den Bolzplatz bereits gebe. Er müsse nicht aufwendig und teuer neu gebaut werden. Außerdem sei der Platz gut erreichbar. Und er könnte endlich ein Treffpunkt für Jugendliche in der Kernstadt sein.
Um Vandalismus künftig vorzubeugen, kam Krause mit einer neuen Idee in den Gemeinderat. Es solle nur das Tartanfeld öffentlich zugänglich gemacht werden. Der Rest des Geländes werde eingezäunt und so geschützt. Das Tartanfeld selbst sei dann bloß über ein Zeitschloss zugänglich. Dies könne mittels QR-Code geöffnet werden. Den könnten sich die Jugendlichen im Vorfeld kostenlos online besorgen, wenn sie sich ein Zeitfenster buchten.
Das löse auch ein anderes Problem, meinte Krause. Denn die Zeitfenster könnten sich dann auch Vereine oder Schulen blocken. So käme es bei der Nutzung nicht zu Konflikten. Das Bauamt habe auf die Idee positiv reagiert, so Krause. Es wolle mit den Schulen, Vereinen und dem Bauhof die Umsetzbarkeit prüfen. Die Kosten für das neue System veranschlagte Krause mit bis zu 30 000 Euro. Das sei um einiges billiger als die Soccer-Arena, die noch vor ein paar Jahren im Gespräch war. Diese hätte 100 000 Euro gekostet.
Geld ist knapp
Den Jugendlichen könnte aber wieder einmal die aktuelle Haushaltslage der Stadt einen Strich durch die Rechnung machen. Denn die Kommunalaufsicht hat der Gemeinde auferlegt, nur noch Geld für Pflichtaufgaben auszugeben. Ob ein Bolzplatz dazu zählt, ist fraglich. Schon in der Vergangenheit war der Bolzplatz immer wieder dem Rotstift in den Haushaltsverhandlungen zum Opfer gefallen. Wären die Jugendlichen bereits vor ein paar Jahren mit ihrer günstigeren Idee gekommen, wären ihre Erfolgsaussichten vermutlich größer gewesen.