Die Kayaks liegen für die Ausleihe am Neckar in Rottenburg bereit. Foto: Andreas Straub

Wassersportbegeisterte können in Rottenburg ganz unkompliziert aufs Wasser: Der Anbieter Kayakomat hat eine neue Station für Kajak- und Stand-Up-Paddleboard-Vermietung eröffnet.

Das Besondere daran: Die Nutzung erfolgt komplett im Selbstbedienungsformat – rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche.

 

Nach der Buchung online erhalten Nutzer einen individuellen Code, mit dem sie vor Ort das gewünschte Kajak oder SUP entsperren können. So startet das Paddel-Abenteuer auf dem Neckar. Betreiber der Rottenburger Station ist Dennis Kleefeld aus Stuttgart. „Wir freuen uns, den Bewohnern und Besuchern diese neue Möglichkeit zu bieten, die Region aus einer neuen Perspektive zu entdecken oder wiederzuentdecken“, erklärt er.

Seit der Eröffnung im Frühjahr ziehe das Geschäft nun immer Sommer merklich an. Kleefeld ist Franchise-Nehmer und betreibt eine weitere Station in Hagnau am Bodensee auf einem Strandbadgelände. Einmal wöchentlich ist er an beiden vor Ort und sieht nach dem Rechten.

Über 300 Stationen in zwölf Ländern

Kayakomat ist weltweit Marktführer für Paddleboard-Vermietungen und betreibt inzwischen über 300 Stationen in 12 Ländern. Laut Unternehmensangaben nutzen bereits mehr als 100 000 Menschen das Angebot. Allein 2025 sollen 200 weitere Stationen eröffnet werden, mittelfristig ist ein Ausbau auf 3000 Standorte geplant. Auch in Rottenburg hat sich das Unternehmen um die Genehmigungen gekümmert. „Die Eröffnung war für mich recht einfach und ich konnte zügig beginnen“, sagt Kleefeld.

Ein Pfad führt zum Neckar. Foto: Andreas Straub

An der Neckarpromenade vor der Morizkirche gelegen, entdecken viele Passanten die Station zufällig. „Ich erhalte Buchungen von einzelnen Leuten und Gruppen, unter der Woche genauso wie an Wochentagen“, sagt Kleefeld. Beim Neckarfest habe es indes keine merkliche Steigerung gegeben: „Da war ohnehin so viel rund um den Fluss und auf dem Fluss geboten.“

In Rottenburg führt wenige Meter vom Standort aus eine Steintreppe direkt hinunter zum Neckar. Dort liegen auch zwei Stocherkähne und man kann ins Wasser einsteigen. Ein Trampelpfad lässt erahnen, dass einige auch den direkten Weg von der Station ins Wasser nehmen. Was Kleefeld spürt indes: die Online-Buchung ist für viele eine Hürde. „Wenn sich erst einmal herumspricht, dass es recht einfach ist und funktioniert, machen die Leute den Schritt“, sagt Kleefeld. Der allgemeine Trend gehe in diese Richtung.

Am Ufer liegen zwei Stocherkähne und man kann ins Wasser einsteigen. Foto: Andreas Straub

Eine Standup-Paddle Station vor einigen Jahren an diesem Ort hat nicht funktioniert. Kleefeld vermutet, dass viele ein eigenes besitzen. Zudem lässt es sich leicht transportieren. Deshalb verleiht er in Rottenburg nur eines (Preis 14 Euro pro Stunde) und setzt hauptsächlich auf Kayaks. Einsitzer kosten für die Mindestmietdauer von zwei Stunden 28 Euro, Zweisitzer 40 Euro. „Die lassen sich schwieriger transportieren und es ist etwas Planung erforderlich“, so Kleefeld. Bisher seien alle Kayaks in gutem Zustand zurückgebracht worden. Er setze auf Qualitätsmodelle und erhalte gute Rückmeldungen.

Rottenburger Nutzer seien bisher sehr pfleglich

„Das Risiko, dass etwas kaputt geht, besteht natürlich immer“, sagt Kleefeld. Die Rottenburger Nutzer seien aber bisher sehr pfleglich mit allem umgegangen. Der Vorteil für ihn liegt klar auf der Hand: Er braucht kein Personal. Außerdem braucht die Station keinen Strom und kein Wasser.

Die Eröffnung folge einem Trend hin zu flexiblen, nachhaltigen Freizeitaktivitäten. Immer mehr Menschen möchten Naturerlebnisse genießen, ohne eigenes Equipment kaufen und lagern zu müssen.