Sechs Routen rund um die Gemeinde bieten Naturgenuss und Möglichkeiten für Sport. Wege werden am Sonntag, 19. April, um 14 Uhr an der Steinachhalle offiziell eröffnet.
„Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Eine Projektgruppe aus Talheim setzte diesen Gedanken des Dichterfürsten mit ihrem Konzept „Talheimer Wege“ nun in die Tat um.
Unter der Regie von Ortsvorsteher-Stellvertreter Stefan Merkle haben die Ortschaftsräte Anton Ade, Roland Becht, Alexander Ender, Petra Faßnacht-Klink sowie die Wanderfreunde Eugen Joachim und Alfons Schlotter sechs Routen rund um Talheim definiert und ausgeschildert.
Ihr klares Ziel war dabei, die vorhandenen „Heimatwege“ als weiteren Standortfaktor für die Ortschaft zu gestalten und ein übersichtliches Naherholungsgebiet für Talheim zu entwickeln.
Stichwort Eventspaziergang
Stefan Merkle erklärte bei der Projektvorstellung am Donnerstagabend im Rahmen der öffentlichen Ortschaftsratssitzung, dass man sich zusätzlich über diese Wegeverbindung das weitere Zusammenwachsen der früheren Ortsteile Ober- und Untertalheim verspricht und die Themenbezeichnungen der Wege auch auswärtige Gäste zum Besuch in Talheim animieren. Stichwort: „Eventspaziergang“.
Ganz wichtig bei diesem Konzept ist jedoch in erster Linie, dass eine attraktive Gestaltung der Routen (HotSpots) der Bevölkerung einen Mehrwert für verschiedene Freizeitaktivitäten bieten soll. Die Zielgruppe, die man mit diesen „Heimatwegen“ erreichen will, ist groß. Sie reicht vom Spaziergänger bis zum Sportwanderer, dem Radfahrer, Nordic Walking-Fan bis zu ganzen Familien, die gemeinsam unterwegs sein wollen. Jeder der sechs Routen ist ausgeschildert.
Immer dem Wolf nach
Die kürzeste ist 4,1 Kilometer lang, die längste 7,9 Kilometer. „Man kann sie einzeln gehen aber auch alle miteinander kombinieren. Dann kann man den ganzen Tag rund um Talheim laufen“, erklärte Merkle bei seiner Präsentation. „Und damit man sich nicht verläuft, geht’s immer dem Wolf nach“ ergänzte er, denn die Projektgruppe hat sich den Talheimer Wolf, den man im Ortswappen findet, als Logo für ihre Wege ausgesucht. Die Schilder sind zudem mit den Zahlen die sechs verschiedenen Wege gekennzeichnet.
Die exakte Wegbeschreibungen kann man sich per QR-Code aufs Handy laden oder sich einen groben Überblick durch Wanderpläne, die beim Vereinsheim des FC-Untertalheim (bei der Halle) hängen, verschaffen. Abhängig von der Finanzierung sind auch Wandertafeln geplant, die man an markanten Stellen entlang der jeweiligen Tour aufstellen möchte. Start ist immer vor der Steinachtalhalle.
Alles ehrenamtlich
In Bezug auf die Finanzierung macht Ortsvorsteher Anton Ade deutlich, dass alles übers Ehrenamt lief. „Das Projekt hat uns nicht einen einzigen Euro gekostet“ freute er sich über dieses Engagement mit Blick auf die klammen Kassen der Kommunen. „Dass ist nun schon das zweite große Talheimer Projekt, nach der Aussegnungshalle auf dem Talfriedhof, dass von Bürgern für Bürger realisiert wurde. Dafür danke ich euch im Namen aller Talheimer, drückte Ade seinen Dank und Wertschätzung für mehr als 200 Stunden ehrenamtliches Engagement aus.
Jetzt geht es noch um die Feinabstimmung der Infrastruktur rund um die Wanderwege. Wo kann man wann einkehren und an welchen Stellen sollten Möglichkeiten zum Ausruhen gegeben sein, sind beispielsweise zwei Punkte, die zwar angerissen, aber noch nicht ganz durchorganisiert sind.
Noch ein „Bänkle“
„Komm, lass uns ein Bänkle sponsern“ so eine spontane Idee von Anton Ade dazu, die er so auch gleich als Aufruf an die Bevölkerung in den Raum stellte.
Die Talheimer Wege werden am Sonntag, 19. April, um 14 Uhr an der Steinachhalle offiziell eröffnet. Im Anschluss an den Festakt mit Segnung findet eine geführte Wanderung auf einem der neuen ausgeschilderten Wege statt. Laut der Einladung sind Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs vorhanden. Zum gemütlichen Ausklang geht es dann ins Sportheim des FCU bei der Steinachhalle. Dort ist dann auch für Stärkung mit Speisen und Getränken gesorgt.